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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bei Borgelt beginnt der Abriss
Zwischenüberschrift:
Auf dem Gelände der Eisengießerei in Eversburg sollen Wohnhäuser entstehen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Nächste Woche beginnt der Abriss der Eisengießerei Borgelt in Eversburg. Auf dem Gelände an der Triftstraße sollen Wohnhäuser entstehen.
Vier bis fünf Wochen kalkuliert die Horst Dallmann Baustoff-Recycling GmbH für den Abbruch der Industriegebäude. In einer Information an die Nachbarn wird angekündigt, dass die Arbeiten für den Rückbau täglich von 7 Uhr bis 17.30 Uhr stattfinden werden.
Mit der damit verbundenen Lärmbelästigung dürften die Anwohner leben können, denn auf diesen Augenblick haben sie schon lange gewartet. Jahrelang hatten sie gegen den Betrieb protestiert. Immer freitags, an den Gießtagen, war die Luft angereichert mit Staub und unangenehmen Gerüchen. Bei Messungen wurden erhöhte Benzolwerte festgestellt. In Eversburg ging die Angst vor schleichender Vergiftung um. Gerüchte von erhöhtem Krebsrisiko machten die Runde wurden aber vom Gesundheitsamt widerlegt.
Die staatliche Gewerbeaufsicht ließ Gutachten erstellen und verhängte Auflagen, aber die Inhaberin der Gießerei wehrte sich vor Gericht dagegen. Sie berief sich auf die älteren Rechte. Immerhin steht der Betrieb schon seit über 100 Jahren an der Kreuzung von Triftstraße und Schwenkestraße. Die Wohnhäuser in der Nachbarschaft entstanden erst nach dem Zweiten Weltkrieg.
Immer wieder wurde eine Schließung des Betriebes im Rat der Stadt und auch im Landtag erörtert. Eine Verlagerung der Gießerei in ein Industriegebiet war schon lange kein Thema mehr. Die Inhaberin der Gießerei hatte eine solche Investition als unwirtschaftlich bezeichnet.
Mit Argusaugen verfolgten Anwohner und Behörden die Aktivitäten der Eisengießerei, Pannen und Störfälle wurden akribisch dokumentiert. Nach einem Brand im Juni 2010 verhängte das Gewerbeaufsichtsamt einen Produktionsstopp, nahm ihn jedoch zwei Wochen später gegen Auflagen zurück.
Argwohn der Nachbarn
Anfang 2011 wurde dann bekannt, dass die Geschäftsleitung beabsichtige, den Betrieb der Gießerei bis zum Frühjahr einzustellen. Obwohl die Nachbarn anfangs einen Trick witterten, ist es dabei geblieben.
Die Stadt hat schon einen Bebauungsplan für das Gelände auf den Weg gebracht, um den Weg für ein neues Wohngebiet zu ebnen. Wie viele Häuser entstehen sollen, ob frei stehende Einfamilienhäuser, Reihenhäuser oder Geschosswohnungen entstehen, ist noch offen. Bauliche Konzepte gebe es aber noch nicht, erklärte dazu Franz Schürings, der Leiter des Fachbereichs Städtebau. Über Einzelheiten könne mit den künftigen Investoren gesprochen werden. Zurzeit werde aber noch erkundet, ob es auf dem Gelände Bodenverunreinigungen gibt, die bei Bedarf saniert werden müssen.

Bildergalerie
auf www.noz.de

Bildtexte:
Seit über 100 Jahren produziert die Eisengießerei Borgelt an dieser Stelle in Eversburg. Jetzt werden die Gebäude abgerissen.
Die hässliche Fratze: Als Giftschleuder empfanden die Nachbarn diese Abluftklappe der Gießerei.
Energischer Protest: Wenn Politiker an die Triftstraße kamen, forderten Nachbarn die Schließung des Betriebes.
Fotos:
Gert Westdörp / Hermann Pentermann
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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