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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Heger Tor zum Teil einsturzgefährdet
Zwischenüberschrift:
Stadt muss schnell reagieren – Grundsanierung kostet 765 000 Euro
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Das Heger Tor bricht auseinander. Teile des Osnabrücker Wahrzeichens sind nach Gutachtermeinung einsturzgefährdet, Treppen teilweise " total marode" und deren Fundamente nicht mehr tragfähig. Die Sanierung wird teuer. Das Geld hat die Stadt nicht eingeplant.
Im Juni legte der Restaurator Christoph Probst der Stadt einen Schadensbericht vor, der keinen Stein auf dem anderen lässt. Wind und Wetter haben dem Westerberger Kalkstein zugesetzt und den Mörtel zerbröseln lassen. Zimbelkraut und andere Kräuterüberwuchern großflächig die Wallmauern. Die Folge: Die Fugen versanden und verlieren ihre bindende Kraft.
Verheerend wirkt sich die Wühlarbeit der Wurzeln von Efeu, Wein und kleinen Bäumen aus. Betroffen ist vor allem die Wallmauer am nördlichen Flügel (Richtung Stadthaus/ Rissmüllerplatz). Der Experte schätzt, dass um einzelne Wurzelstöcke herum das Mauerwerk auf einer Fläche von zwei bis vier Quadratmetern zerstört ist und das bis in die Tiefe des Bauwerks. Durch die Risse dringt Wasser ein. Wenn es im Winter friert, sprengt das Eis die Mauer. In einigen Ecken haben Bäume in den Rissen Wurzeln geschlagen. Ein gesunder Ahorn, der außen an der Mauer gedeiht, hat einen Stammdurchmesser von 5, 5 Zentimetern erreicht.
Lockere Steine
Akuten Handlungsbedarf sieht der Gutachter an der Brüstung über dem Torbogen. Die zur Altstadt zeigende Mauerecke, die an ein Haus anschließt, ist an mehreren Stellen gerissen. " Die Mauer ist einsturzgefährdet" schreibt der Gutachter. Die Platten liegen locker auf der Mauerkrone auf.
Die Treppen sind in einem derart schlechten Zustand, dass die Stadt einen Aufgang inzwischen gesperrt hat. Es ist die schmale Stiege, die vom Wall auf das Tor führt. Die Treppe sei " total marode", heißt es im Schadensbericht, viele Stufen seien zerstört, die Fundamente nicht mehr tragfähig.
Die Stadt musste schnell reagieren. In Abstimmung mit der Denkmalpflege hat die Verwaltung die Sanierung des rechten (südlichen) Teils in Auftrag gegeben. Sämtliche Rankengewächse, Büsche und Sträucher werden entfernt und die Natursteinflächen gereinigt. Die maroden Steine und Stufen werden ersetzt, die Wandrisse unter Druck verfüllt und die Steinzwischenräume mit Muschelkalkmörtel neu verfugt. Geplant ist außerdem eine Drainage aus Edelstahlrohren.
Für die Akuthilfe stehen 285 000 Euro zur Verfügung, die die Verwaltung aus bisher nicht abgerufenen Haushaltsposten zusammenkratzt. Das ist bei Weitem nicht genug, um das Gesamtensemble zu sanieren. Der Gutachter gibt die Kosten mit 765 000 Euro an. Bis zum Winter solle der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein, sagt der städtische Finanzchef Horst Baier.
Im Frühjahr folgt der zweite Schritt falls der Stadtrat die finanziellen Mittel freigibt. Weil alles so schnell gehen musste, konnten sich die politischen Gremien noch gar nicht mit dem Heger Tor befassen.
Das Heger Tor wurde 1817, zwei Jahre nach der Niederlage Napoleons in der Schlacht bei Waterloo, gebaut. Stifter Gerhard Friedrich von Gülich wollte damit den Waterloo-Kämpfern ein Denkmal setzen. Das Heger Tor ähnelt einem Triumphbogen. Die Plattform des Tores bietet einen schönen Blick auf die Osnabrücker Altstadt.

Bildergalerie
auf www.noz.de

Bildtext:

Der rechte Flügel des Heger Tores wird zurzeit saniert. Wind, Wetter und die Wurzeln von Wein, Efeu und Sträuchern haben dem Mauerwerk arg zugesetzt.

Blick auf die Süd-Rampe. Die Pflanzen sind weg, die Stufen werden erneuert, die Mauerrisse verfüllt.

Foto:

Jörn Martens

Kommentar
Pech

Die Waschmaschine stottert und gibt den Geist auf und das in einer Woche, in der schon die gesalzene Nebenkostenabrechnung im Briefkasten steckte, das Geld für die Klassenfahrt überwiesen werden muss und die nächste Rate des Auto-Kredits fällig ist. Auch wenn es richtig wehtut am Waschmaschinenhändler führt kein Weg vorbei. Der Stadt geht es nun nicht anders. Der Zeitpunkt könnte ungünstiger kaum sein. Doch ein Wahrzeichen verfallen zu lassen ist trotz leerer Kassen keine Option. Die Sanierung ist unausweichlich und kostet, wie viel so etwas nun einmal kostet. Übrigens: Viele Bürger legen regelmäßig Geld beiseite, um für unvorhergesehene Belastungen gewappnet zu sein. Sie kann auch eine kaputte Waschmaschine nicht aus der Ruhe bringen.

Autor:
Wilfried Hinrichs / Arne Köhler


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