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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schon wieder eine teure Kriegs-Altlast
Zwischenüberschrift:
Winkelhausenkaserne: Realisierung des geplanten Grünzugs droht sich zu verzögern
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Schon wieder eine Altlast aus dem Zweiten Weltkrieg: Der Grünzug, den die Stadt durch das Kasernengelände an der Netter Heide bauen will, dürfte sich erheblich verteuern. Bagger sind auf Kriegsschrott und Munition gestoßen. Jetzt hofft der Kämmerer, dass der Bund die Kosten für die Entsorgung übernimmt.

600 Meter lang und 40 Meter breit soll die Grünverbindung werden, die am Neubau von Kaffee Partner beginnt und neben der ehemaligen Flugzeughalle am Schleusenweg endet. Das Gelände gehört derzeit der Stadtwerke-Tochter Esos. Beim Abbruch eines Kasernengebäudes kam jetzt ein " Nest" mit Kriegsschrott zum Vorschein, wie Stadtwerke-Sprecherin Pia Zimmermann bestätigte. Zwischen Altablagerungen hätten sich Koppelschnallen, Wehrmachtshelmen und eine Feldapotheke befunden, aber auch zwei Köpfe von Stielhandgranaten und kleinere Mengen Munition.

Nach weiteren Recherchen gehen die Planer inzwischen von drei weiteren Verdachtsflächen auf dem Grünzuggelände aus. Die Entsorgung könnte eine kostspielige Angelegenheit werden. Nach Informationen unserer Zeitung muss die Stadt bis zu 900 000 Euro bereithalten, um die Kriegshinterlassenschaften unschädlich zu machen.

Derzeit prüft die Stadt, ob der Bund als Kostenträger infrage kommt. Es soll Beispiele aus anderen Regionen geben, in denen staatliche Stellen eingetreten sind, sofern es sich bei den Funden um deutsche Munition handelte.

Auf die im Raum stehenden Kosten in Höhe von 900 000 Euro für die Sanierung der Kriegsaltlast ist die Stadt Osnabrück nicht vorbereitet. Exakt die gleiche Summe wurde bislang für die Gestaltung des Grünzugs kalkuliert, auf dem sich demnächst Radler, Spaziergänger und Skater tummeln sollen. Nur für ein Drittel will die Stadt aufkommen, den Rest erhoffen sich die Planer über das Förderprogramm Stadtumbau West vom Bund und vom Land Niedersachsen.

Die Pläne für das grüne Band durch das Gelände der Winkelhausenkaserne liegen schon in der Schublade. Bei einem städtebaulichen Realisierungswettbewerb hat das Büro für Landschaftsarchitektur Häfner/ Jimenez aus Berlin den 1. Preis bekommen. Ein asphaltierter Weg soll sich in einer leichten Schleife durch das Areal ziehen. Wer es weniger eilig hat, kann einen zickzackförmig angelegten zweiten Weg mit wassergebundener Decke wählen.

Möglicherweise werden diese Pläne noch eine Weile in der Schublade bleiben müssen. Die Altlast aus dem Krieg stellt den Zeitplan für die Realisierung infrage. Es gibt aber schon Überlegungen, abschnittsweise vorzugehen.

Erst vor wenigen Wochen hatte es in der Nähe des Fundorts Altlastenalarm gegeben: Beim Bau eines Ausgleichsbeckens unterhalb vom Gut Honeburg war ebenfalls Kriegsschrott zum Vorschein gekommen, darunter auch eine Granate. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass es sich überwiegend um Müll aus der Winkelhausenkaserne handelte.

Bildtext:

Unter einem Kasernengebäude an der Netter Heide kam eine Kriegs-Altlast zum Vorschein. Auch Köpfe von Handgranaten waren dabei.

So soll der Grünzug durch das Kasernengelände an der Netter Heide einmal aussehen. Zur Orientierung: Rechts befindet sich der Neubau von Kaffee Partner.

Foto:

Egmont Seiler

Zeichnung:

Häfner/ Jimenez
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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