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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Hausmüll und eine Granate aus dem Krieg
Zwischenüberschrift:
Teure Altlast am Fürstenauer Weg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Beim Bau eines Ausgleichsbeckens am Fürstenauer Weg sind Bauarbeiter auf eine frühere Müllkippe gestoßen, in der sich auch eine Granate und andere Hinterlassenschaften des Krieges befanden. Zeitzeugen, die Hinweise geben können, werden gebeten, sich in unserer Redaktion zu melden.
An einem Wäldchen unterhalb vom Gut Honeburg erschließt die Stadt derzeit ein Gewerbegebiet für die Spedition Koch. Bei Baggerarbeiten für ein Ausgleichsbecken mit einer Sickermulde kamen die Funde zum Vorschein. Nach Auskunft von Stadtrat Horst Baier handelt es sich wohl um eine wilde Hausmülldeponie aus der Nachkriegszeit. Damals wurden offenbar Bauschutt und Hausmüll in einen Graben geschüttet.
Für die Mitarbeiter von Tiefbau Dieckmann war die Bergung allerdings nicht unproblematisch, weil auch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg zum Vorschein kam. Die Granate und andere explosive Funde wurden von Spezialisten der Firma Schollenberger aus Celle unschädlich gemacht. An den Krieg erinnert zudem ein verrosteter Stahlhelm. Vielleicht hat ein Soldat ihn in den Graben geworfen, als die Engländer im April 1945 in Osnabrück einmarschierten.
In den Hausmüllablagerungen fanden die Bauarbeiter Porzellanreste, die auf die späten 40er-Jahre verweisen. Unter einer Tasse fand sich der Aufdruck " NAAFI 1946". Möglich, dass es Angehörige der britischen Streitkräfte waren, die auf dem Gelände ihren Müll hinterließen. Immerhin ist es nicht weit bis zum Sportplatz, den die Briten bis vor wenigen Jahren nutzten. Eine geordnete Deponie gab es damals noch gar nicht.
Nach Auskunft des Ersten Stadtrats Horst Baier ist die Altlast etwa 4000 Quadratmeter groß und an die 40 bis 160 Zentimeter mächtig. Das Material, das von Kampfmitteln befreit ist, wird auf eine Deponie gefahren. Rund 5000 Tonnen Bodenaushub müssen noch abtransportiert werden. Baier schätzt die Kosten dafür auf etwa 400 000 €Euro. Sie gehen voll zulasten der Osnabrücker Beteiligungs- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (OBG), der städtischen Holding.
Wer Hinweise auf die Müllkippe oder die Relikte aus dem Krieg geben kann, wird gebeten, unsere Zeitung zu informieren: Telefon 0541/ 310-631 oder per Mail rll@ noz.de.

Bildtexte:

Hinterlassenschaften aus dem Krieg befanden sich zwischen den Müllablagerungen in einer Senke am Fürstenauer Weg. Polier Johannes Engbert zeigt die Fundstücke.

Nicht ungefährlich: Auch diese Granate wurde in der Altlast am Fürstenauer Weg entdeckt.

Foto:

Uwe Lewandowski/ Privat
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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