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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Beim Thema Klima kuscheln alle Parteien
Zwischenüberschrift:
Kommunalwahl-Anhörung der Osnabrücker Klimaallianz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Alle Parteien wollen möglichst viel regenerative Energie, und das möglichst schnell. Die schon im Rat mehrfach beschworene Einigkeit, Osnabrück nach der " Friedensstadt" nun als Nächstes das Prädikat " Klimastadt" ans Revers heften zu wollen, trat auch beim öffentlichen Hearing der Osnabrücker Klimaallianz (O. K.) zutage.
Dabei gab sich Moderator Eberhard Heise viel Mühe, um Differenzen herauszuarbeiten und die Kandidaten möglichst doch über den einen oder anderen " Wahlprüfstein" stolpern zu lassen.
Klar, es gab Versuche, auszubrechen, es ist schließlich Wahlkampf. Etwa, als der CDU-Fraktionsvorsitzende Fritz Brickwedde das von anderen Parteien angeblich favorisierte " Mega-Einkaufszentrum" am Neumarkt als Energieverschwender geißelte. Oder als sein Kollege von der SPD, Frank Henning, es nicht lassen konnte, sich noch einmal ausgiebig über den plötzlichen Sinneswandel von Schwarz und Gelb zur Kernenergie-Frage nach Fukushima zu wundern. Aber alle bekannten sich zu den Zielen Klimaschutz und Energiewende, worunter eine Reduzierung des CO 2 - Ausstoßes um 95 Prozent bis 2050 und eine Versorgung mit erneuerbaren Energieträgern möglichst zu 100 Prozent verstanden wird.
Kritik an Kohlekraftwerk
Rund 120 Bürger waren der Einladung der Osnabrücker Klimaallianz in die katholische Familienbildungsstätte gefolgt, viele von ihnen wohl Mitglieder der 13 verschiedenen Verbände und Initiativen, die die O. K. tragen. Darunter sind so unterschiedliche Akteure wie das Bistum und Attac oder der NABU und die Handwerkskammer. Als das Publikum an der Reihe war, Fragen zu stellen, ging Klaus Kuhnke vom Solarenergieverein hart mit den Stadtwerken wegen ihrer Beteiligung an Kohlekraftwerken ins Gericht. Er fragte die Ratsvertreter, was sie bereit seien zu unternehmen, um den Ausstieg aus der Kohle herbeizuführen.
Christopher Cheeseman von den Linken erklärte, wenn er im Aufsichtsrat der Stadtwerke säße, würde er alles daransetzen, die entsprechenden Anteile sofort zu verkaufen. Ob er den wirtschaftlichen Ruin der Stadtwerke wolle, fragte Henning spitz. Auch Brickwedde, Thomas Thiele (FDP), Wulf-Siegmar Mierke (UWG) und Volker Bajus (Grüne) hielten eine sofortige Beendigung des Kohle-Engagements Knall auf Fall für aktienrechtlich und betriebswirtschaftlich nicht vertretbar. " Verträge müssen gehalten werden", sagte Mierke, und er habe auch nichts gegen die " Profitorientierung" der Stadtwerke, die Cheeseman als anstößig empfand. Brickwedde betonte die soziale Komponente der Quersubventionierung innerhalb der Geschäftsfelder der Stadtwerke. " Wollen Sie, dass die Busfahrpreise und der Bäder-Eintritt erhöht werden?", fragte er Cheeseman.
Ein Bürger bekannte, es tue ihm zwar weh, aber solange die Stadtwerke ihre Finger in der Kohleverstromung hätten, kaufe er bei denen keinen Strom. Bajus antwortete: " Ich verstehe Sie sehr gut. Aber das Kohle-Investment war ein Sündenfall der Vergangenheit. Das war 2004. Jetzt gilt die glasklare Linie, nur noch in Erneuerbare zu investieren. Sehen Sie das doch bitte wie im Gleichnis vom verlorenen Sohn, der reumütig zurückgekehrt ist."
Autor:
jod


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