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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Mitten in der Stadt ein ruhiges Idyll
Zwischenüberschrift:
Teil des Haseuferweges freigegeben
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück. Von der Innenstadt bequem zu Fuß und mit dem Fahrrad zum Bahnhof das neue Teilstück zum innerstädtischen Lückenschluss des Haseuferweges macht das möglich. Oberbürgermeister Boris Pistorius gab das Bauwerk, das zum Teil auf mächtigen Stelzen verläuft, am Samstag für die Öffentlichkeit frei.

Monatelang haben Passanten auf der Wittekindstraße mit der Baustelle an der Hasebrücke leben müssen. Die dabei in Kauf zu nehmenden Mühen haben sich gelohnt. Das Band des neuen Wegstücks führt den Benutzer nach wenigen Metern weg vom Straßenlärm der City und nahe heran an das Naturidyll der Hase. Von dem zum Teil einige Meter über dem Fluss verlaufenden Weg, der auf 33 in den Grund gerammten Pfählen steht, bietet sich ein toller Blick auf seine Windungen und die von Landschaftsgärtnern gestaltete Uferpartie.

" Wer hat denn vor 20 Jahren das Gefühl gehabt, in einer Stadt mit einem Fluss zu leben?", fragte der OB bei der Eröffnung. Die Hase sei nicht erlebbar gewesen, nicht wahrgenommen worden. Ein langer Weg sei es gewesen, bis das geändert werden konnte: " Heute gibt es keinen schöneren Weg in die Innenstadt hinein oder hinaus."

Das jetzt eröffnete, 260 Meter lange Teilstück von der Wittekind- zur Schlagvorderstraße hat 2, 1 Millionen Euro gekostet. Der Großteil der Summe, 1, 5 Millionen Euro, stammt aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung. Pistorius verteidigte die Baumaßnahme gegenüber Stimmen, die von einem " Luxusprojekt" gesprochen hatten. " Es wäre falsch gewesen, es nicht getan zu haben."

Am Eröffnungstag nahmen viele Osnabrücker die Gelegenheit zur Erkundung wahr. Eine größere Gruppe Radfahrer machte sich am Vormittag von der alten Eversburg auf und fuhr bis zur Schellenbergbrücke im Osten der Stadt, nicht ohne an der Eröffnungsfeier teilzunehmen. Angehörige des Zirkus " Belmelli" und das Musikensemble " Viva la Musica" lockten mit ihren Darbietungen weitere Besucher an. Die Stadtwerke warben für die Nutzung von E-Bikes, und für Hungrige und Durstige standen Kleinigkeiten bereit.

Bildtexte:

Auch für Klappräder geeignet: der neue Haseuferweg.

Mit einem Schnips gab Oberbürgermeister Boris Pistorius (2. von rechts) den Weg frei.

Auf 33 Pfählen verläuft das neue Teilstück.

Fotos:

Uwe Lewandowski

Kommentar:

Früchte der Krise

Es mutet schon seltsam an: Ohne die irrwitzige Talfahrt der Weltwirtschaft vor zwei Jahren hätte sich Osnabrück wohl nie diesen Luxus leisten können. Ja, der Haseuferweg ist ein Luxus. Doch wer darüber angesichts hoher Defizite im städtischen Haushalt und geschlossener Stadtteilbibliotheken den Kopf schüttelt, sollte nicht übersehen: Solche Projekte haben dazu beigetragen, dass die deutsche Wirtschaft das wirtschaftliche Tal überbrücken und sich schnell erholen konnte. Die Stadt zog dieses Projekt aus der Schublade, als der Bund Fördergelder ausschüttete. Sie hat im entscheidenden Augenblick alles richtig gemacht.

Eine Lehre daraus sollte sein, sich das Denken und Planen in großen Maßstäben weiter zu erlauben. Man weiß nie, welche Chancen die Zeitläufte plötzlich bringen. Dann muss man zur Stelle sein.

Text:

Wilfried Hinrichs
Autor:
Horst Troiza


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