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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Jetzt klebt die Mesusa am Türpfosten
Zwischenüberschrift:
Bundesweit erste jüdisch-christliche Kindertagesstätte "König David" eröffnet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die bundesweit erste jüdisch-christliche Kindertagesstätte " König David" in Osnabrück ist am Freitag eröffnet worden. Rabbi Simon Großberg befestigte nach einem Segensgebet die Mesusa, eine Schriftkapsel mit einem Thora-Abschnitt, am Pfosten der Eingangstür. Von Montag an besuchen die ersten zehn Kinder die Kita neben der Kirche St. Barbara.
Die katholische Domgemeinde ist Trägerin der Kita, und Dompfarrer Ulrich Beckwermert begrüßte vor allem die neuen Kinder: " Wir wollen viel voneinander lernen, und wir sind schon mittendrin." Beckwermert verlas auch die Glückwünsche von Oberbürgermeister Boris Pistorius, der der neuen Kita einen guten Start und eine positive Entwicklung in den nächsten Jahren wünschte. Die Zusammenarbeit zwischen Juden und Christen funktioniere nach dem Prinzip " Ungetrennt und unvermischt". Aber das klingt einfacher, als es ist. Eine konkrete Auswirkung dieses Prinzips: zwei Gebäude für zwei Kindergärten. Der jüdische Kindergarten bekommt beispielsweise eine eigene Küche, in der das von der Synagoge angelieferte koschere Essen verarbeitet wird.
Die König-David-Kindertagesstätte sei ein Zeichen für die enge Verbindung zwischen Judentum und Christentum, sagte der katholische Generalvikar Theo Paul: " Wir können unseren Glauben nur zukunftsfähig gestalten, wenn wir mit anderen im Dialog bleiben." Überdies findet der Verwaltungschef des Bistums, dass das Motto Osnabrücks als Friedensstadt nicht nur etwas für Eliten und politische Kongresse sei, sondern in den Alltag der Menschen vor Ort gehöre. Eine jüdische Kita sei ein lebendiger Beweis für die Friedensarbeit im Kleinen.
Für Michael Grünberg, den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Osnabrück, war der Freitag ein ganz besonderer Tag: " Ich bin glücklich, dass unsere Kinder hier in ihrer Religion erzogen werden." Ohne das gute Verhältnis zum Bistum Osnabrück und zu Generalvikar Paul wäre es der jüdischen Gemeinde allein nicht gelungen, wieder einen jüdischen Kindergarten zu eröffnen, so Grünberg. Das religiöse Programm werde sich am jüdischen Synagogenjahr orientieren, betonte Grünberg. Die Einrichtung sei jedoch offen für alle Religionen.
Der Kindergarten besteht zunächst aus einer Gruppe. Von Montag an spielen und lernen dort drei Erzieherinnen mit zehn jüdischen Kindern. Im Januar kommen acht nicht jüdische Kinder dazu. Die Kita steht direkt neben der katholischen Barbara-Kita. Teile des pädagogischen, auch des religionspädagogischen Programms wollen beide Einrichtungen gemeinsam umsetzen. Die Barbara-Kita-Leiterin Nadine Gertken war in die Planung eingebunden und koordiniert mit Anne Feldmann, Leiterin der König-David-Kita, die gemeinsame Arbeit.
Im Frühjahr 2013 soll die Kita " König David" aus der am Mittwoch aufgebauten provisorischen Containeranlage in ein neues Gebäude umziehen. Das stellte Wilm Heidemann, Kirchenvorstand der Domgemeinde, in Aussicht. Das neue Haus auf dem Parkplatz an der Ecke Sedan-/ Barbarastraße wird wie auch die Barbara-Kita an einen gemeinsamen Spielplatz angrenzen.

Mehr Bilder vom Fest
auf www.noz.de

Bildtexte:

Rabbi Simon Großberg befestigt die Mesusa am rechten Türpfosten des Kita-Eingangs.

Hava Nashira, der Kinderchor (r.) unter der Leitung von Iryna Slawina, sang zum Auftakt der Eröffnungsfeier.

Großes Medieninteresse: Michael Grünberg (r.), Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Osnabrück, im TV-Interview

Fotos:

Jörn Martens
Autor:
Michael Schwager


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