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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Ich liebe Deutschland!"
Zwischenüberschrift:
Deutsch-russisches Workcamp am Augustaschacht in Hasbergen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Hasbergen. Sie fegen, graben und sieben mit einer Hingabe, dass es eine Freude ist, ihnen zuzuschauen. Zeichnet sich dann etwas Ungewöhnliches in der Grube ab, ertönt ein großes Hallo, das alle zusammenströmen lässt. Kein Zweifel, die Stimmung im deutsch-russischen Workcamp an der Gedenkstätte Augustaschacht ist ausgezeichnet.
Dass es sich bei dem Ausgrabungsort um eine frühere Latrine des ehemaligen " Arbeitserziehungslagers" in Hasbergen-Ohrbeck handelt, stört keinen der zwölf Teilnehmer aus Russland, Aserbaidschan, Spanien und Deutschland. Wobei die westeuropäischen Vertreter eindeutig in der Minderheit sind: Spanien rutschte nur in die Gruppe, weil noch ein Platz frei war. Und das einzige deutsche Mitglied ist zugleich Leiterin. " Was alle verbindet, ist die Neugier, Vorlieben und Vorbilder ihrer deutschen Altersgenossen kennenzulernen, Interesse an der jüngeren deutschen Geschichte und ein Schuss Abenteuerlust", weiß Michael Gander, Geschäftsführer Gedenkstätte Augusta schacht, aus vielen Gesprächen. Durch Internet und Mund-zu-Mund-Propaganda sind die Teilnehmer des diesjährigen vierzehntägigen Work Camps auf das Angebot gestoßen. Ausgerichtet wird es vom SCI, dem Service Civil International. Die Organisation ist in rund 90 Ländern tätig. Sie setzt sich für Frieden und Gerechtigkeit ein und fördert den interkulturellen Austausch.
Erste Maßnahme ist das gegenseitige Kennenlernen von Einheimischen und Gästen. " Wir haben uns hier in Ohrbeck wirklich intensiv mit der jüngeren deutschen Geschichte befasst", sagt Elvin Abdurahmanov aus Aserbaidschan: " Ein ehemaliger Häftling schilderte uns in einem Video die Bedingungen, die in diesem Lager herrschten." In der nächsten Woche geht es nach Bonn, wo ebenfalls deutsche Geschichte auf dem Plan steht. " Aber Theorie allein wäre fad", sagt Alla Akchurina aus Russland. " Geschichte bei körperlicher Arbeit erfahrbar zu machen, das ist es, was uns so gut gefällt." Alla weiß, wovon sie redet. Bereits zweimal hat sie an so einem Camp teilgenommen immer in Deutschland. Jetzt ist sie das dritte Mal in Deutschland, als Gruppenleiterin gemeinsam mit ihrer deutschen Kollegin Karla Kestner.
Die 21-jährige Russin macht ihr soziales Jahr in Deutschland. " Das Camp war mir so wichtig, dass ich mir für die Zeit in Ohrbeck Urlaub genommen habe." Nach ihrem Aufenthalt wird sie wieder in ihre Heimat fliegen, um Germanistik zu studieren. " Ich liebe Deutschland!", sagt sie, als erkläre das alles. Bereits jetzt spricht sie so gut Deutsch, dass sie wie selbstverständlich als Dolmetscherin fungiert.
Das war auch gestern der Fall. Da hat die Gruppe auf Vermittlung von Reinhard Gößmann von der DRK-Ortsgruppe Holzhausen an einem plattdeutschen Abend teilgenommen. Die im Schnitt 20-Jährigen waren mit fast kindlicher Begeisterung dabei: " Eine große Familienfeier ist das gewesen", strahlt Pavel Grossmann aus Moskau. " Wir haben typische Lieder aus unserer Heimat gesungen, und die Deutschen gaben Erzählungen und Volkslieder zum Besten. " Dass dabei die plattdeutschen Beiträge erst auf Hochdeutschübersetzt werden mussten, bevor sie auf Englisch oder Russisch weitergegeben werden konnten, tat der Stimmung keinen Abbruch.

Bildtext:

Das deutsch-russisches Workcamp am Augustaschacht in Hasbergen dient nicht nur der Völkerverständigung. Es bringt auch Funde zum Vorschein wie den, den Bürgermeister Ansgar Pohlmann (links) hier begutachtet.

Foto:

Thomas Osterfeld


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