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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
NDR-Open-Air steht auf festem Grund
Zwischenüberschrift:
Wissenschaftler der Hochschule untersuchen Festivalgelände
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Und was ist, wenn es heute regnet? Müssen die Besucher des NDR-Open-Air in Atter dann fürchten, im Matsch zu versinken?

" Mir scheint das Gelände recht geeignet zu sein", meint Heiner Kutza. Und er sollte es wissen: Gemeinsam mit Projektingenieurin Petra Große Erdmann und weiteren Kollegen von der Hochschule Osnabrück untersucht der Diplom-Ingenieur derzeit das Gelände des legendären Wacken-Open-Airs. Das drohte nämlich bereits mehrfach abzusaufen.

" 2007 sind die Veranstalter, die ICS Festival Service GmbH, an uns herangetreten", sagt Kutza. Damals stand das Heavy-Metal-Festival auf der Kippe: Wegen starken Regens war der Boden derart matschig, dass Lieferwagen, Transporter, aber auch Sanitäter mit ihren Fahrzeugen stecken blieben und das gesamte Gelände einer einzigen Pfütze glich. " Mit Hubschraubern, die zwei Meter über dem Boden flogen, haben die damals versucht, das Wasser wegzudrücken", erinnert sich Kutza.

Der Kontakt zur Hochschule kam über die DBU zustande, die seit diesem Jahr das Forschungsprojekt auch mit etwa 120 000 Euro fördert. Projektträger ist das Planungsbüro Region Nord in Itzehoe, " den wissenschaftlichen Teil übernehmen wir", sagt Petra Große Erdmann.

Sicher: So schnell lässt sich keine belastbare Aussage über den Boden auf dem Eversburger Kasernengelände treffen. Dafür müssten die Wissenschaftler erst ins Labor oder mit dem Doppelringinfiltrometer (einem System aus zwei Ringen) testen, wie schnell Wasser an dieser Stelle versickert. Dennoch: Der erste Eindruck ist ein guter. " Der Boden scheint mir trittunempfindlich zu sein", sagt Petra Große Erdmann und weist auf Schafgarbe, Kräuter und verschiedene Gräser hin. " Ein dichtes Wurzelgeflecht ist wichtig für die Belastbarkeit des Bodens." Überhaupt der Unterbau: Es ist viel wichtiger, was sich im Untergrund abspielt. Gibt es eine wasserdurchlässige Schotterschicht? Ist der Untergrund asphaltiert und damit befestigt? Darauf tippt Petra Große Erdmann beim Blick auf das NDR-Open-Air-Gelände. " Außerdem gibt es e in leichtes Gefälle, das Wasser kann also abfließen." Weiterer Pluspunkt für das Areal: die asphaltierten Zufahrtswege, die garantieren, dass auch bei Starkregen Feuerwehr und Rettungsdienst vorfahren können.

Das ist in Wacken nicht der Fall. Hier kann auch nicht asphaltiert werden, da die Fläche ja nach dem Festival, zu dem zuletzt etwa 75 000 Besucher gekommen sind, wieder landwirtschaftlich genutzt wird. " Bislang machen die Landwirte nach dem Festival mit ihren Treckern alles sauber, dann wird alles gepflügt und neu eingesät. Wir hoffen, dass nach unserer Arbeit später nicht alles noch einmal gepflügt werden muss", sagt Kutza.

Die ersten Arbeiten des Projekts, das noch bis 2013 läuft, sind bereits abgeschlossen, die ersten Ansaaten gemacht worden. Ob schon erste Erfolge zu verbuchen sind? Davon wird sich Heiner Kutza selbst überzeugen. Am 4. August fährt er nach Wacken. " Heavy Metal bietet ja eine große Bandbreite. Und manche Bands mag ich durchaus", sagt der Diplom-Ingenieur.

Bildtext:

Fühlt sich gut an: Petra Große Erdmann und Heiner Kutza von der Hochschule Osnabrück verschaffen sich einen ersten Eindruck vom Boden auf dem Kasernengelände.

Foto:

Michael Hehmann


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