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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Unter der Erde regnet es
Zwischenüberschrift:
Kinder besuchen den Haseschacht am Museum Industriekultur
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Simon (7) trug einen Schal des FC Bayern. Er wollte aber nicht zum Fußball, und kalt war ihm auch nicht. Er kam mit einer Gruppe von Kindern vom Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße zum Museum Industriekultur und fuhr 30 Meter in die Tiefe. Dort unten, im Haseschacht, war es nämlich nicht so warm wie oben.

Früher, vor mehr als 100 Jahren, arbeiteten am Piesberg Bergleute. Sie kletterten jedoch nicht auf den Berg, sondern arbeiteten unter der Erde. " Da holten sie schwarze Steine heraus", sagte Museumspädagogin Gudrun Omnis. Aber die Kinder wussten sofort, was sie meinte: " Kohle."

Gudrun Omnis erzählte den Mädchen und Jungen noch mehr Dinge, die sie aber nicht wussten. Zum Beispiel, dass die Bergleute auch Kumpel genannt wurden und sie bis zu 200 Meter tief unter der Erde schufteten. Da unten waren früher keine Lampen. Die Kumpel benutzten eine " Froschlampe", die ungefähr so hell war wie eine Kerze und mit Öl brannte.

Wenn die Kumpel zur Arbeit in die Tiefe fuhren, kamen andere Arbeiter nach oben. Die hatten Feierabend. Beim Schichtwechsel begrüßten sie sich nicht mit " Moin", " Hallo" oder " Guten Tag", sondern mit " Glück auf". Das haben sie gesagt, weil die Arbeit unter der Erde gefährlich war, erzählte Gudrun Omnis. Mit einem kräftigen " Glück auf" fuhren die Kinder schließlich mit dem Fahrstuhl 30 Meter nach unten in den Haseschacht. Da ist es nicht mehr gefährlich, aber kalt. " Hier sind immer 11 Grad, egal, welches Wetter draußen herrscht", erklärte Gudrun Omnis. Außerdem " regnete" es unter der Erde. Von der Decke des Schachtes fielen immer wieder Tropfen auf die Kinder. Das Wasser kam aus Wasseradern, die unter der Erde liegen. Die Kinder hatten zum Glück Helme auf ihren Köpfen. Auf den Helmen waren Lampen angebracht, mit denen sie ins Dunkel leuchteten. Dies war besonders hilfreich, als Gudrun Omnis das Licht im Haseschacht ausschaltete. Als sie die Kinder bat, auch die Lampen auf ihren Helmen auszuknipsen, war es stockdunkel. " Ich habe meine Augen auf, aber ich sehe nichts", sagte ein Mädchen verwundert. Nach etwa 250 Metern sahen die Kinder Licht am Ende des Tunnels. Sie hatten den Ausgang erreicht. Da draußen die Sonne schien, kniffen einige Kinder die Augen zusammen, so hell war es plötzlich. Hendrik (10) freute sich besonders, wieder im Tageslicht stehen zu können. Er hatte nur ein T-Shirt und keine Jacke angezogen. " In der Sonne ist es schön warm", sagte er.

Bildtext:

Dunkel war es im Haseschacht am Museum Industriekultur. Dort erfuhren Kinder etwas über das Leben der Bergleute, die vor über 100 Jahren unter Tage arbeiteten.

Foto:

Egmont Seiler
Autor:
tw


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