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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
An der Iburger Straße blitzt es am meisten
Zwischenüberschrift:
Rasende Autofahrer unterstützen die Stadt jährlich mit 1,5 Millionen Euro
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Den Rasern sei Dank, dass die Stadt im Schnitt 1, 5 Millionen Euro mehr im Jahr zur Verfügung hat, um Kindergärten auszustatten oder Vereine zu unterstützen.
Die drei stationären Radaranlagen und die drei Blitz-Fahrzeuge der Stadt sorgen für solide Einnahmen. Wichtiger noch: Sie sind tragende Säulen der Verkehrssicherheit. Hand aufs Herz: Wer würde noch sklavisch die Tempolimits beachten, wenn sicher wäre, dass keiner kontrolliert?
Der Fachbereich Bürger und Ordnung tritt dem latenten Vorwurf entgegen, die Radarüberwachung diene in erster Linie finanziellen Zielen. Fachbereichsleiterin Karin Heinrich legte deshalb der Politik das " Konzept der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in der Stadt Osnabrück" vor.
Zu schnelles Fahren war im vergangenen Jahr bundesweit die Hauptursache für Verkehrsunfälle. In Osnabrück krachte es 2010 205-mal, weil ein Autofahrer seine Geschwindigkeit den Verkehrsverhältnissen nicht angepasst hatte. Im Jahr zuvor waren es 209 Unfälle. Die Unfallvermeidung sei daher das vorrangige Ziel der Radarkontrollen, heißt es in dem Konzept der Stadt. Und natürlich wird ein erzieherischer Effekt erwartet, im Verwaltungsdeutsch: " Die Verkehrsteilnehmer sollen zu verkehrsgerechtem und rücksichtsvollem Verhalten veranlasst werden."
Drei stationäre Starenkästen sind in der Stadt in Betrieb. Auf Platz 1 liegt der Blitzer an der Iburger Straße (stadteinwärts kurz hinter der Autobahnabfahrt). 18 118-mal blitzte es dort 2010. Es folgen die Radarkameras an der Hansastraße (stadtauswärts beim Baumarkt Hellweg) mit 15 165 Verstößen und an der Bramscher Straße stadteinwärts (an der Araltankstelle) mit 7176 Blitzern. Der zweite Starenkasten an der Bramscher Straße an der Einmündung Bramstraße ist nicht in Betrieb. Im ersten Halbjahr dieses Jahres liegen Iburger Straße und Hansastraße mit 8688 beziehungsweise 8525 ertappten Sündern fast gleichauf. Die Bramscher Straße hinkt mit 3599 weiter hinterher.
Einen erzieherischen Effekt lässt der Vergleich mit dem Vorjahr allerdings kaum erkennen. Die Zahlen liegen bei allen drei Anlagen auf ähnlichem Niveau. Insgesamt wurden 2009 an den stationären Blitzern 42 503 Raser erwischt, 2010 waren es 40 459.
130 Messpunkte
Der finanzielle Effekt ist dagegen nicht zu verachten: Rund 600 000 Euro lassen sich die Autofahrer den Bleifuß kosten. Geld, das direkt in die Stadtkasse fließt. Hinzu kommen rund 900 000 Euro, die die drei mobilen Blitzanlagen jährlich einfahren. Macht zusammen 1, 5 Millionen Euro.
Die mobilen Blitzer in den verräterischen Kombis sind " in der Regel" von 6.30 Uhr bis 20 Uhr im Einsatz. Karin Heinrich betont " in der Regel", denn niemand könne sich darauf verlassen, dass nicht doch nachts geblitzt werde.
130 Messpunkte führt die Stadt in ihren Büchern. Sie werden regelmäßig mit der Polizei abgestimmt. Auch Hinweise der Bürger oder aus Bürgerforen fließen dabei ein. Geblitzt wird an besonderen Unfallbrennpunkten und Gefahrenpunkten. Als Gefahrenpunkte gelten zum Beispiel alle Grundschulen und Kindergärten in der Stadt. " Wir stehen jeden Tag mit mindestens zwei Autos vor Grundschulen", sagt Anja Rosin vom Fachbereich Bürger und Ordnung.
Machen Bürger auf mutmaßliche Raserstrecken aufmerksam, nimmt die Stadt zunächst eine " statistische Messung vor". Die Blitzer sind nicht scharf geschaltet. Wer in die Falle tappt hat Glück, ein Bußgeld gibt es nicht. Aber wenn die Messung ergibt, dass mindestens zehn Prozent der Autofahrer " vorwerfbar" zu schnell waren, wird es ernst. " Vorwerfbar" bedeutet: Die Fahrer haben das Tempolimit um 6 km/ h überschritten und damit eine Ordnungswidrigkeit begangen. Da automatisch eine Toleranz von 3 km/ h berücksichtigt wird, löst der Blitz bei einer Überschreitung von 9 km/ h aus. Wo Tempo 50 gilt, schlägt der Blitz also bei 59 km/ h ein.
Mit Tempo 135
Die Qualität der Bilder hat sich nach Umstellung der Kameras im Herbst 2010 auf digitale Technik erheblich verbessert. Auch die Kosten sind deutlich gesunken. Vor der Umstellung wurden die Filme mit 600 Bildern in einem Fotolabor im Keller des Stadthauses entwickelt. Heute erledigt das der Computer.
Als Unfallschwerpunkte gelten vor allem die Ausfallstraßen. Aktuell vorne stehen Hannoversche Straße, Hansastraße, Kurt-Schumacher-Damm und Pagenstecherstraße. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens und der vielen unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer kracht es auf diesen Straßen am meisten.
Spitzenreiter an einer mobilen Station war im ersten Halbjahr ein Autofahrer mit Tempo 109. Den Tatort kann Anja Rosin nicht mehr ermitteln, aber vor einer Schule sei es vermutlich nicht passiert. " Nach meinen Erfahrungen kommt es an Schulen zwar zu Geschwindigkeitsverstößen, aber nicht in dieser Höhe."
Den Topwert in diesem Jahr lieferte ein Raser auf der Hansastraße im eisigen Februar. Bei Winterwetter schoss er mit Tempo 135 durch die Radarmessung. Dafür zahlt er 435 Euro, kassiert vier Punkte und muss drei Monate zu Fuß gehen.

Bildtexte:

1.Iburger Straße: 18 118

2.Hansastraße. 15 165

3.Bramscher Straße: 7176

Fotos:

M. Hehmann

J. Martens
Autor:
Wilfried Hinrichs


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