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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Einmal Spazierengehen: 2,50 Euro
Zwischenüberschrift:
Der Eigentümer des Attersees verteidigt den neuen pauschalen Eintrittspreis für das Gelände
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Spazierengehen am Attersee kostet neuerdings 2, 50 Euro. Was einige Erholungsuchende auf die Palme bringt, ist für den Eigentümer des Geländes der einzige Weg, Sauberkeit und Ordnung am See sicherzustellen.

Carsten Knüppel hat die 24 Hektar rund um den ehemaligen Baggersee in dieser Saison übernommen. Ein großes Problem, sagt der Betreiber des Campingplatzes und Badestrandes, sei für ihn von Anfang an der Müll auf dem Privatgelände gewesen: leere Flaschen, Fast-Food-Verpackungen, Einweggrills, Hundedreck.

Aufzeichnungen von Überwachungskameras zum Beispiel hätten gezeigt, dass Hundehalter, wenn sie sich unbeobachtet fühlten, ihre Hunde von der Leine ließen, obwohl das untersagt sei. " Und wenn wir sie angesprochen haben, warum sie den Hundehaufen nicht beseitigt haben, hatten die Leute die Tüte angeblich nur im Auto vergessen", berichtet Knüppel. Manchmal habe er sich auch die Frage gefallen lassen müssen, ob er etwa ein Hundehasser sei. Knüppels Fazit: " Wir haben uns das ein Vierteljahr angeschaut und die Leute angesprochen. Aber das hat überhaupt nichts gebracht."

Jetzt erhebt Knüppel von jedem, der sein Gelände betritt, einen pauschalen Eintrittspreis von 2, 50 Euro. Für Stammgäste gibt′s eine Jahreskarte zu 50 Euro. Dafür wird der Dreck beseitigt, und man darf parken, baden, spazieren gehen und die Toilette benutzen. Vier Leute sind ständig auf dem Gelände und sorgen für Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit beim Baden und Camping.

Ein Osnabrücker, der seit Jahren mit seinem Hund am See spazieren geht, war vergangene Woche auf dem Gelände vom Eigentümer, der ihm mit dem Fahrrad gefolgt war, angehalten worden. Der Radler habe ihn aufgefordert, die 2, 50 Euro zu zahlen. Er habe nicht gezahlt, aber das Gelände verlassen. Wenigstens Hinweisschilder in ausreichender Zahl müsse der Betreiber aufstellen, kritisiert der Spaziergänger. Das Problem werde es bald nicht mehr geben, entgegnet Knüppel. In Kürze wird er einen Zaun ums Areal ziehen.

Andere Spaziergänger kritisieren, dass jetzt Zustände herrschten wie am Starnberger See, wo der Geldadel an vielen Stellen den Zugang zum Ufer blockiere. Außerdem treffe die Gebühr alle die, die bisher nur spazieren gegangen seien und keinen Dreck hinterlassen hätten, findet Hundehalter Hans-Peter Riek. Für die tue es ihm leid, räumt der Betreiber ein. Aber bei der Gebühr könne er keine Ausnahmen machen: " Anders kriegen Sie das nicht in den Griff."

Bildtext:

Carsten Knüppel verlangt jetzt Eintritt für den Attersee und sieht sich deshalb mit Protesten von Spaziergängern konfrontiert. Doch der Eigentümer bleibt hart. Sein Argument: Er bleibt sonst auf Entsorgungs- und Reinigungskosten sitzen

Foto:

Jörn Martens

KOMMENTAR
Schade

Die Stadt denkt darüber nach, das sommerliche Grillvergnügen im Schlossgarten zu verbieten. Und der Eigentümer des Attersees weiß keinen anderen Rat mehr, als das Betreten seines Grundstücks mit einer Eintrittsgebühr zu belegen. Der Grund ist der gleiche: Viel zu viele Zeitgenossen halten es anscheinend für selbstverständlich, dass andere Leute ihren Müll aufsammeln und ihn anschließend auf eigene Kosten entsorgen. Und als ob das nicht genug wäre, sollen sie auch noch die Hinterlassenschaften fremder Hunde beseitigen. Das Problem: Wer derart dickfellig andere für sich arbeiten lässt, hat für Appelle meist nichts als ein Feixen übrig. Während die Stadt wenigstens noch das OS-Team losschicken und Bußgelder kassieren kann, bleibt dem privaten Betreiber keine Wahl, als die von einigen wenigen verursachten Zusatzkosten auf alle Nutzer umzulegen. Schade, dass es soweit kommen musste.
a.koehler@ noz.de
Autor:
Michael Schwager, Arne Köhler


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