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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Lotter Straße: Radler fühlen sich bedrängt
Zwischenüberschrift:
Nach der Umgestaltung wächst die Unzufriedenheit
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Nach der Umgestaltung der Lotter Straße fühlen sich viele Radfahrer von überholenden Autos bedrängt. Einige radeln nun über die Gehwege und gefährden damit die Fußgänger. Die Stadt empfiehlt, auf die parallel verlaufende Fahrradstraße auszuweichen.

Vor einem Jahr hat die Lotter Straße ihr neues Profil bekommen: Breitere Gehsteige, wie sie die Geschäftsleute seit Langem fordern. Dazu eine Fahrbahn, die bei einer Breite von 6, 50 Metern keinen Platz für Fahrradstreifen lässt. Gefühlsmäßig sei es damit auf der Lotter Straße gefährlicher geworden, sagt Rainer Hehmann, der sich dort regelmäßig mit seinem Rad bewegt.

Erst vor ein paar Tagen habe ihn ein älterer Autofahrer regelrecht an den Bordstein gedrängt. " Der wollte nicht den Mittelstreifen überqueren", erzählt der junge Mann kopfschüttelnd. Rainer Hehmann findet es konsequent, dass Radler den ganzen Fahrstreifen für sich beanspruchen, um nicht in Gefahr zu geraten. Wer das wagt, riskiert allerdings empörtes Gehupe und andere unfreundliche Reaktionen der motorisierten Weggefährten.

Allenfalls morgens um 6 fühlt sich Julia Telscher als Radlerin auf der Lotter Straße sicher. Tagsüber findet sie die Achse durch die Weststadt zu gefährlich, weil ihr die Enge zusetzt.

Ähnlich sieht es Klaus Kipker, der schon zu den älteren Semestern unter den Radlern gehört: " Ich fühle mich hier nicht sicher", lautet sein Kommentar. Vor der Umgestaltung sei die Situation für Radler eindeutig besser gewesen.

Paula Maletz wünscht sich Radstreifen auf der Fahrbahn. Solange es die nicht gibt, lässt sie sich mit ihrem Velo lieber wie ein Kind über den Bürgersteig rollen. Obwohl Erwachsene das natürlich nicht dürfen.

Was kann die Stadt tun, um Radlern auf der Lotter Straße mehr Sicherheit zu geben? Rainer Hehmann ist dafür, dass Radstreifen abmarkiert werden trotz der breiten Fahrbahn. Wenn das nicht gehe, müsse eben Tempo 30 her, damit die vierrädrigen Verkehrsteilnehmer den zweirädrigen nicht gefährlich werden.

Sabine Schönfeld, eine andere Radlerin, geht noch weiter: Am besten wäre es, die Bürgersteige wieder schmaler zu machen, um Platz für Radwege zu schaffen. Ein Vorschlag, der den Verantwortlichen der Stadt allenfalls ein müdes Lächeln abringt, denn die Umgestaltung der Straße hat 2, 5 Millionen Euro gekostet. Niemand im Rat wäre bereit, nach so kurzer Zeit eine neue Baustelle und damit eine neue Kostenfalle zu eröffnen.

Die Stadt habe sich bewusst für das Straßenprofil entschieden, sagt Franz Schürings, der Leiter des Fachbereichs Städtebau. Auf der Lotter Straße sei es nun einmal eng, zugleich habe die Straße eine besondere Bedeutung für die Nahversorgung. Mit einer Breite von 2, 5 bis drei Metern seien die Gehwege keineswegs überdimensioniert, schon gar nicht für eine Geschäftsstraße.

Ein Radstreifen müsse nach heutiger Norm einschließlich der Markierung 1, 85 Meter breit sein das gebe die Fahrbahn nicht her. Im Übrigen habe es auch vor der Umgestaltung keine Radwege gegeben. Schürings rät Velofahrern, die parallel verlaufende Achse Katharinenstraße/ Augustenburger Straße zu nutzen.

Wer mit dem Rad durch die Lotter Straße fahre, solle zwar rechts bleiben, aber selbstbewusst einen Teil der Fahrbahn beanspruchen, um nicht an den Rand gedrängt zu werden.

Bildtext:

Ganz schön eng: Rainer Hehmann fühlt sich als Radfahrer gefährdet, wenn er von Autos mit wenig Seitenabstand überholt wird.

Foto:

Elvira Parton
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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