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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Die Große Straße ist ein gutes Pflaster
Zwischenüberschrift:
Passantenfrequenz: Platz 2 in Niedersachsen – Während der Einkaufsgala gezählt
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Große Straße ist für Kunden und Geschäftsleute ein gutes Pflaster: 6465 Passanten bummeln pro Stunde durch die Haupteinkaufsstraße. Das ist Platz 2 in Niedersachsen und Platz 4 im bundesweiten Vergleich gleichgroßer Städte.

Jedes Jahr schickt das Düsseldorfer Beratungsunternehmen Kemper′s Jones Lang LaSalle seine Zähler in die Fußgängerzonen von 170 deutschen Städten. Diesmal schwärmten sie am Samstag, 16. April, aus und zählten von 13 bis 14 Uhr die Passanten. In Osnabrück postierten sie sich auf der Großen Straße zwischen Nikolaiort und Jürgensort.

Am jenem Samstag hatte die Osnabrücker City zur langen Einkaufsgala bis 22 Uhr (mit Feuerwehr auf dem Marktplatz) geladen. Dennoch blieb das Ergebnis mit 6465 Passanten, die die Messstelle passierten, unter dem von 2010 mit 6553. Ein Jahr zuvor waren es nur 6160 Fußgänger. Der langjährige Mittelwert (2003 bis 2011) liegt bei 6911 Passanten.

Niedersachsen-Vergleich: Die Spitzenposition in Niedersachsen behauptet wieder die Bahnhofstraße in Hannover, aber der Abstand ist nicht sehr groß: 6885 Passanten flanierten durch die Fußgängerzone der Landeshauptstadt, die dreimal so groß ist wie Osnabrück. Auf Platz drei in Niedersachsen folgt die Weender Straße in Göttingen (4890 Passanten). Die Lange Straße in Oldenburg passierten 3675 Menschen Platz 4 in Niedersachsen und Rang 90 bundesweit. Auf dem 5. Platz steht die Braunschweiger Dammstraße (3555).

Städte-Vergleich: In der Kategorie der Städte mit 100 000 bis 250 000 Einwohnern erreichte Osnabrück hinter Trier, Ulm und Freiburg den vierten Platz. Im Vergleich zu den westfälischen Nachbarn schneidet Osnabrück bescheiden ab. Münsters Ludgeristraße bevölkerten im Messzeitraum 8645 Menschen. Das ist Platz 12 der Frequenz-Bundesliga. Bielefeld steht mit 8400 Passanten in der Bahnhofstraße auf Platz 14.

Deutschland-Vergleich: Deutschlands meistbesuchte Einkaufsmeile ist wie im Vorjahr de Kölner Schildergasse. In Spitzenzeiten zieht die Lage stündlich fast 14 265 Besucher an. Die Neuhauser Straße in München (13 515) belegt Rang 2. Mit 13 035 Passanten pro Stunde erzielt die Frankfurter Zeil nach Platz 5 im Vorjahr wieder ihren angestammten Platz unter den Top Drei.

Langzeit-Vergleich: In der Zehnjahresübersicht gibt es zwei große Gewinner: Hamburg (Bergstraße) und Stuttgart (Calwer Straße). Die Verlierer sind Bocholt (Neustraße), Mülheim (Schlossstraße), Fürth (Schwabacher Straße) und Schwerin (Marienplatz). Diese 1-a-Lagen liegen aktuell über 50 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.

In der Messstunde im April bewegten sich insgesamt 740 000 Menschen auf Deutschlands Einkaufsstraße. Das ist der höchste Wert seit 2003. Marc Alfken, Experte für Handelsimmobilien bei Jones Lang LaSalle, sagt, die 1-a-Lagen zeigten sich in guter Verfassung. " Viele Handelsunternehmen befassen sich derzeit intensiv mit ihrer Standortexpansion, und die Passantenfrequenzen sind dabei ein wichtiger Indikator für die Umsatzchancen", so Alfken.

Cima-Vergleich: Detaillierter als die Kemper′s-Studie ist die Frequenzanalyse im Cima-Gutachten über die Verträglichkeit eines Einkaufszentrums am Neumarkt. Die Datensammler hatten im Oktober 2010 an 13 Standorten in der Innenstadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen (Donnerstag, Freitag, Samstag) die Passanten gezählt und einen Tageswert ermittelt. Mit knapp 25 000 Passanten ist die Große Straße (Höhe Georgstraße) am meisten frequentiert, es folgt die Große Straße am Nikolaiort mit 23 000 Menschen am Tag. Die südliche Große Straße (23 000) hat im Vergleich zu 2004 spürbar verloren. Die Experten führen das auf den Bau der Kamp-Promenade zurück, wo sich 12 900 Menschen täglich bewegen. Der Passantenstrom Richtung Süden teile sich am Jürgensort. Die nördliche Johannisstraße ist mit 21 000 Menschen die zweitstärkste Straße in Osnabrück.

Bildtext:

Passanten bummeln nach einer Studie pro Stunde über die Große Straße.

Foto:

Michael Hehmann

KOMMENTAR
Mit Center

Es ist gewiss etwas kühn, aus einer punktuellen, einstündigen Zählung Rückschlüsse auf die Anziehungskraft einer Fußgängerzone zu ziehen, zumal Sondereffekte wie die Osnabrücker Einkaufsgala in ihrer Wirkung nicht einzuschätzen sind. Dennoch: Es ist immer wieder schön zu hören, dass die Große Straße Niedersachsens zweitstärkste Einkaufsstraße ist. Das tut gut und nutzt dem Marketing. Der Nutzen der Studie liegt eher in der Langzeitbetrachtung. Es lassen sich Entwicklungen über zehn Jahre ablesen, die es angesichts der Center-Pläne in Osnabrück wert wären, genauer untersucht zu werden: Die Verlierer im Zehnjahresvergleich sind Bocholt, Mülheim, Fürth und Schwerin. Alles Städte mit Einkaufscentern in innenstädtischen Randlagen oder in der Nachbarschaft. Bocholt hat im Jahr 2000 ein 26 000 m2 großes Shoppingcenter bekommen, Mülheim ist von Einkaufszentren an der Ruhr umzingelt, und die Schweriner City wird zwischen Schlosspark-Center und einer Riesen-Mall an der Autobahn zerrieben. Fürth leidet zusätzlich unter der Nähe zu Nürnberg. Das heißt nicht, dass es in Osnabrück auch so kommen muss. Aber die Zahlen aus den Verlierer-Städten sollten hier höchste Wachsamkeit auslösen.
w.hinrichs@ noz.de
Autor:
Wilfried Hinrichs


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