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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Osnabrücker Bischofsbuch zeigt Karl und Wiho
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wie stellt man eine Stadtgründung dar? In der " CONTRAFACTVR Der Osnabrügkshen Biscöffe", dem um 1607/ 09 entstandenen " Osnabrücker Bischofsbuch", wird aus der Rückschau und Perspektive des regierenden Bischofs die bis dahin 800-jährige Geschichte des Osnabrücker Bistums dokumentiert.
Georg Berger, der Hofmaler des Bischofs Philipp II. Sigismund von Wolfenbüttel (1591–1623), zeichnete die Osnabrücker Bistumsgründung, indem er Kaiser Karl den Großen dem ersten Osnabrücker Bischof symbolisch das Modell des Doms überreichen lässt. Der Kaiser links ist an der Krone, der Bischof rechts an seiner Mitra und dem Bischofsstab zu erkennen. Karl und Wiho sind sich jedoch vermutlich nie persönlich begegnet.
Wie beginnt also die Geschichte Osnabrücks tatsächlich? Aus der Frühzeit gibt es nur wenige gesicherte Daten. Als Osnabrücks erster Bischof im Jahr 804 starb, hatte der Ort bereits eine längere Geschichte hinter sich. Gegründet wurde er im Kontext der Christianisierung der Sachsen durch den fränkischen König Karl, den späteren Kaiser Karl (den Großen).
772 bis 804 führte dieser erbitterte Kämpfe gegen die Sachsen unter Herzog Widukind. Die Sachsen unterlagen und wurden durch die christlichen Franken missioniert.
Im Zuge der " Sachsenkriege" entstand an der Hasefurt zwischen Westerberg und Gertrudenberg ein christliches Siedlungszentrum, das zur Missionierung des Umlandes gebildet wurde. Aus ihm sollte sich ein neues politisches Zentrum entwickeln.
Der Ort wurde Bischof Agilfred von Lüttich übertragen. Dieser setzte den friesischen Missionar Wiho als Leiter ein. Um 800 entstand das Bistum unter Wiho als Bischof. Zentrum und Sitz des neu gegründeten Bistums wurde der Dom. Der erste Bau soll 786 geweiht worden sein. Die Domburg bildete die erste stadtähnliche Siedlung. Sie lockte Kaufleute an, die sich dort ansiedelten.
Der Dom vor 400 Jahren
Noch einmal zurück zu Philipp II. Sigismund. Mit der Darstellung des berühmten Kaisers wollte der amtierende Bischof seine eigene Bedeutung hervorheben. Er wollte " Geschichte schreiben" seine Version der Geschichte. Die Zeichnung zeigt übrigens den Zustand des Domes so, wie ihn Georg Berger im 17. Jahrhundert kannte. Wie der ursprüngliche Bau im 8. Jahrhundert aussah, war damals noch nicht bekannt. Dieser kann erst seit einigen Jahrzehnten aufgrund archäologischer Funde rekonstruiert werden.

Bildtext:

Zwei Männer, die sich im wirklichen Leben wohl nie begegnet sind: Karl der Große (links) übergibt ein Modell des Osnabrücker Doms an Bischof Wiho.

Foto:

Kulturgeschichtliches Museum
Autor:
Thorsten Heese


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