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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Kaufleute gegen das "Monster am Neumarkt"
Zwischenüberschrift:
Initiative gegen XXL-Shoppingcenter – Dieter und Mark Rauschen setzen sich an die Spitze des Protests
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Geschäftsleute aus der Innenstadt machen mobil gegen ein XXL-Einkaufszentrum am Neumarkt. Mit ihrer Initiative " Lebendiges Osnabrück" warnen sie die Stadt vor einer Fehlentwicklung mit weitreichenden Folgen. An die Spitze des Protests haben sich Dieter und Mark Rauschen vom Modehaus L+ T gesetzt.
Die Aktion der Geschäftsleute richtet sich gegen die Pläne, die der Osnabrücker Immobilienkaufmann Theodor Bergmann gemeinsam mit dem Essener Investor mfi verfolgt. Auf der südlichen Neumarkt-Seite soll ein Center mit 23 500 qm Verkaufsfläche entstehen, Gastronomie und Dienstleistung noch nicht mitgerechnet. Dazu kommen 700 Parkplätze.
Eine " Todsünde, die man nie wiedergutmachen kann" nennt der Kaufmann Peter Wüsthoff das geplante Center. Für Prelle-Chef Franz-Josef Westerholt ist ein neues Einkaufscenter am Neumarkt " etwas, das die City nicht verkraften kann". Gefragt sei stattdessen eine " Stadtentwicklung mit Fingerspitzengefühl", vermerkt L+ T-Juniorchef Mark Rauschen. Der Initiative, die das " Monster auf dem Neumarkt" (Wüsthoff) verhindern will, haben sich Fachgeschäfte aus der nördlichen Innenstadt angeschlossen, aber auch Galeria Kaufhof und die Kamp-Promenade, ebenso Fachmärkte am Stadtrand wie Scherz + Cramer.
Als wissenschaftlichen Berater haben die Kaufleute den Systemforscher Dr. Klaus Peter Möller vom Pestel-Institut engagiert, der aus seiner Ablehnung überdimensionaler Einkaufscenter kein Geheimnis macht. Beispiele aus anderen Städten wie Hameln oder Braunschweig hätten gezeigt, dass es in den Randlagen zu massiven Umsatzverlusten komme, erklärte Möller am Mittwoch beim Pressegespräch im Haus des Handels.
In Osnabrück würden Lagen wie die Krahnstraße, aber auch die centernahe Johannisstraße negative Auswirkungen zu spüren bekommen, prophezeite der Wissenschaftler. Zum Wesen eines XXL-Shoppingcenters gehöre, dass es die Kleinteiligkeit der Innenstadt kopiere und sich nach außen abschotte.
Von Kunden werde geschätzt, dass ein solches Einkaufsparadies im Winter mit geschützten Lauflagen auftrumpfe, die eine historisch gewachsene Innenstadt nicht bieten könne denn die lasse sich ja nicht mit einem Plastikdeckel überdachen, erklärte der Systemforscher. So gehe der City Kaufkraft verloren. Problematisch sei zudem, dass die Center-Entwickler mit der Errichtung ihr Geld verdienten, nicht mit dem Betrieb. Eine nachhaltige Entwicklung sei dadurch infrage gestellt.
Beim Pressegespräch wurde deutlich, dass es innerhalb der Initiative " Lebendiges Osnabrück" unterschiedliche Positionen zur Neumarkt-Frage gibt. Während Peter Wüsthoff ein kleineres Einkaufszentrum mit 15 000 qm Verkaufsfläche für vertretbar hält, sieht Dieter Rauschen dafür keine Notwendigkeit. Der Neumarkt funktioniere doch, lautete sein Kommentar, lediglich das leer stehende Wöhrl-Gebäude sei ein Problem.
Konsens ist aber, dass die Stadt unabhängig von einem Shopping-Center die Neugestaltung des Neumarkts fortsetzen soll. Abgelehnt werden die geplante Überbauung der Seminarstraße und die Ausweisung von 700 Parkplätzen.
Samstag Mitmachaktion
Am Samstag will die Initiative mit einer Mitmachaktion auf dem Nikolaiort auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.lebendiges-osnabrueck.de.

Bildtext:

" Bunte Vielfalt statt Einheitsbrei" lautet der Slogan der Geschäftsleute, die sich gegen ein XXL-Shoppingcenter am Neumarkt zusammengeschlossen haben.

Foto:

Hermann Pentermann
Autor:
Hermann Pentermann


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