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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
SPD kritisiert den Grundschul-Plan
Zwischenüberschrift:
Henning: Datensammlung ohne Visionen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Grundschulentwicklungsplan das klingt nach einem großen Werk. Ist es auch. Darin erfasst die Stadt alle Daten der Osnabrücker Grundschullandschaft. SPD und Grünen ist das nicht genug. Sie vermissen die Entwicklungsziele und setzten im Rat durch, dass die Verwaltung nachsitzen muss. Der Plan soll im Schulausschuss noch einmal beraten werden.
" Es gibt ein grundsätzlich unterschiedliches Verständnis von der Funktion des Grundschulentwicklungsplanes", sagt SPD-Fraktionschef Frank Henning. SPD und Grüne erwarten von der Schulverwaltung eine Aussage aus fachlicher Sicht, wie sich die Grundschulen in Osnabrück entwickeln sollen. Der Grundschulentwicklungsplan, den Dezernentin Rita Maria Rzyski dem Rat in der Juni-Sitzung zur Beschlussfassung vorlegte, beschreibe nur den Ist-Zustand. " Frau Rzyski neigt sehr zur Detailtreue", sagt Henning. Deshalb enthalte der Plan zwar alle relevanten Daten und Problembeschreibungen, aber zu wenig Aussagen darüber, wie die Probleme gelöst werden sollen.
Henning nennt als Beispiel die eklatanten Unterschiede bei den Gymnasialempfehlungen. An der Stüveschule und Heiligenwegschule beides Schulen mit hohem Migrantenanteil erhalten im Schnitt 15 Prozent der Schüler eine Empfehlung fürs Gymnasium. Bei den konfessionell gebundenen Schulen Elisabeth und Rückert erreicht der Anteil 85 Prozent.
Soziale Herkunft
Es liege auf der Hand, dass die soziale Herkunft auch hier entscheidenden Einfluss auf den Bildungserfolg habe, sagt Henning. Ein großes Problem nicht nur in Osnabrück. Deshalb erwarte die SPD von den Fachleuten in der Verwaltung, dass sie Wege aufzeigten, wie die Startvoraussetzungen aller Kinder verbessert und der Bildungserfolg unabhängig von der sozialen Herkunft ermöglicht werden könnte. Der Grundschulentwicklungsplan enthalte dazu nichts.
Die SPD strebt eine Stärkung des öffentlichen Schulsystems und Verringerung der Zahl der Bekenntnisschulen in Osnabrück an. Vor diesem Hintergrund schwelt die Diskussion um die Zukunft der direkt benachbarten (öffentlichen) Stüveschule und der (katholischen) Kreuzschule im Stadtteil Schinkel. Die Stüveschule klagt über akute Raumnot, weil deutlich mehr Eltern als erwartet die Schule für ihre Kinder gewählt haben. Es gibt Überlegungen, die leer stehende Hausmeisterwohnung zu nutzen. An der Lösung wird gearbeitet.
Auch die positiven Aus sagen zur Oberschule im Grundschulentwicklungsplan gehen SPD und Grünen gegen den Strich. Rot-Grün will mit großen Schritten das integrierte System vorantreiben und eine dritte Integrierte Gesamtschule in Osnabrück einrichten. Die CDU ist mit dem Plan im Reinen, stimmte dem Wunsch von SPD/ Grünen aber zu, den Plan erneut im Schulausschuss zu beraten.
Kritik äußerte die FDP. " Die SPD drückt sich vor der Kommunalwahl vor klaren Positionen", so die schulpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Charlotte Winkler. " Jeder weiß, dass die Kreuzschule der SPD ein Dorn im Auge ist. Aber vor der Wahl fehlt ihr der Mumm zu sagen, dass sie die Kreuzschule auflösen will. Darunter leiden jetzt die Schüler." Winkler spricht von " reiner Verzögerungstaktik", denn vor der Kommunalwahl wird es keine Ratssitzung mehr geben. Die Lösung des Raumproblems am Standort Kreuz-/ Stüveschule würde um Monate verzögert.
Dem Grundschulentwicklungsplan sind zahlreiche Gespräche mit Vertretern der Grundschulen, der Landesschulbehörde, dem Stadtelternrat und den schulpolitischen Sprechern der Fraktionen vorausgegangen. Im Herbst legte Rita Maria Rzy ski einen Entwurf vor, " der Daten und Handlungsanlässe und Handlungsoptionen aus Sicht der Verwaltung enthielt", wie es in der Ratsvorlage heißt. Viele Anregungen und Forderungen aus diversen Diskussionsrunden seien in die Planung eingeflossen.
Die größten Herausforderungen liegen nach Angaben der Schuldezernentin in den Themen Inklusion, leichterer Übergang zwischen den Schulformen, ganztägige Betreuungsangebote und Förderung der Sprachkompetenz. Der Grundschulentwicklungsplan soll jährlich fortgeschrieben werden und der Politik als Entscheidungsgrundlage dienen.

Bildtext:

Die Kreuzschule/ Stüveschule plagen Raumprobleme.

Foto:

Gert Westdörp
Autor:
Wilfried Hinrichs


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