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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wenn Wände sprechen können
Zwischenüberschrift:
Fassaden-Inschriften sind Thema der Sommerkirche der evangelisch-reformierten Gemeinde
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Jedes Haus kann ein Gotteshaus sein wenn sein Geist in den Menschen, die es bauen und bewahren, lebendig ist. In Osnabrück stehen einige Häuser, deren Erbauer und Bewohner mit einem Spruch an der Fassade sich in ihrem Glauben vergewissern wollten und ihre Frömmigkeit bewusst nach außen zeigten. Sechs solcher Häuser in der Altstadt und ihre Inschriften sind das Thema der Sommerkirche der evangelisch-reformierten Gemeinde.
An jedem Sonntag während der Ferien wird jeweils zu einer Inschrift gepredigt, anschließend spaziert die Gemeinde zum entsprechenden Haus. " Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen" lautet die Inschrift des Hauses in der Dielingerstraße 43.
Es ist ein Zitat von Goethe, und Pastor Herbert Sperber verbindet diesen Spruch in der ersten Predigt innerhalb dieser Reihe am Sonntag in der Kleinen Kirche mit dem vierten Buch Mose. Er fragt, worauf wir als Menschen bauen können, auf welche Weise Menschen aus dem, was sie in der Vergangenheit bekommen haben, ihre Zukunft gestalten können.
Das Haus in der Dielingerstraße, in dem heute ein Hörgeräteakustiker sein Geschäft betreibt, wurde 1913 von Adolf König erbaut. Als Reaktion auf die Industrialisierung und die Moderne pflegte man hier den sogenannten Heimatstil: Alte Fachwerkteile und alte Fliesen wurden in die Fassade eingearbeitet. Man wollte sich an den historischen Wurzeln orientieren und damit die traditionelle Struktur von Osnabrück pflegen. Im Erdgeschoss verkaufte und reparierte die Firma König Möbel, im Obergeschoss lagen die Wohnräume der Familie. Die Königs waren Handelskaufleute und fühlten sich Osnabrück stets verbunden.
Ein Jahrhundert lang wurde das heute denkmalgeschützte Haus von der Familie mit teilweise erheblichem finanziellen Aufwand regelmäßig renoviert und gut erhalten.
Sogar die Siebzigerjahre, als die Osnabrücker Altstadt " autogerecht" gemacht werden sollte und viele schützenswerte Häuser abgerissen wurden, um die Straße zu verbreitern, überstand dieses sehenswerte Haus unbeschadet.
Sommerkirche der evangelisch-reformierten Gemeinde vom 10. Juli bis 14. August, jeweils sonntags um 10 Uhr in der Kleinen Kirche (Gymnasialkirche). Gleichzeitig Kindergottesdienst.

Bildtexte:

Sechs Häuser der Osnabrücker Altstadt und ihre Inschriften sind Thema der Sommerkirche.

Ein Goethe-Zitat ziert das Haus in der Dielingerstraße.

Fotos:

Jörn Martens
Autor:
sey


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