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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zu allen Zeiten gut behütet
Zwischenüberschrift:
Predigtreihe widmet sich einem Vers aus dem Psalm 121
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Eine Perle der Altstadt steht in der Marienstraße 17. Es ist das einzige Fachwerkhaus in Osnabrück, bei dem nicht nur die Fassade, sondern auch die Aufteilung der Räume innen original erhalten ist. Dieses Haus und sein Spruch über der Tür " Der Herr behüte deinen Ingangk und Außgangk" sind Thema des kommenden Gottesdienstes der evangelisch-reformierten Gemeinde im Rahmen ihrer Sommerkirche.
Das Osnabrücker Bürgerhaus aus dem Jahre 1587 ist eine seltene Kombination aus drei Teilen: Im hinteren Teil, von der Straße aus nicht sichtbar, steht als Kern ein altes Steinwerk. Zur Straße hin zeigt sich das Ensemble mit einem schmucken Giebelhaus und einem (sehr ungewöhnlich für seine Zeit) traufenständigen Anbau, das heißt die Dachrinne verläuft längs zur Marienstraße. Das Steinwerk ist der älteste Teil, der vermutlich schon stand, als Giebelhaus und Anbau drei Jahre nach dem großen Stadtbrand von 1613 neu errichtet wurden. Auf dem Giebel sieht man das Hauswappen samt Initialen, aber wie die Erbauer hießen und wer sie waren, kann man heute nicht mehr daraus schließen.
Nur eines ist gewiss: Die Erbauer dieses Stadthauses müssen reich gewesen sein. Denn sie ließen sich im Obergeschoss einen wunderbaren Festsaal mit einer reich bemalten Decke bauen.
Im Laufe seiner 400-jährigen Geschichte hatte dieses Haus viele verschiedene Besitzer, aber baulich wurde nur wenig verändert. " Es ist das einzige Fachwerkhaus in Osnabrück, das das ursprüngliche Raumgefüge besitzt", so Bruno Switala, ehemaliger Leiter des Amtes für Denkmalpflege in Osnabrück.
Die Deele über zwei Geschosse, in der früher die Fuhrwerke ein- und ausfuhren, ist genauso vollständig erhalten wie der schmucke Festsaal. Insgesamt gibt es fünf Räume, die sich die damals große Familie (meistens lebten drei bis vier Generationen unter einem Dach) und ihre Mägde und Knechte teilen mussten. Heutzutage leben hier Thomas Bühner, Küchenchef des Restaurants " La Vie", und seine Frau Thayarni Kanagaratnam.
Pastor Günter Baum, der den Gottesdienst mit anschließendem Spaziergang in die Marienstraße gestaltet, stellt Psalm 121, Vers 8, in dem Gott als Behüter des Menschen angebetet wird, in den Mittelpunkt seiner Predigt. Dabei betrachtet er, was zu verschiedenen Zeiten das Behütetsein von " Ausgang und Eingang" bedeuten kann: um 500 v. Chr., als die Psalmen in Israel entstanden, Anfang des 17. Jahrhunderts, als die Erbauer des Hauses in der Marienstraße diesen Segensspruch wählten, und in der heutigen Zeit.
" Sommerkirche" der evangelisch-reformierten Gemeinde bis 14. August, immer sonntags um 10 Uhr in der Kleinen Kirche (Gymnasialkirche). Gleichzeitig finden Kindergottesdienste statt.

Bildtexte:

Wegweisender Psalm für Hausbewohner und Gäste: Der Herr möge den Eingang und Ausgang behüten. So steht es am Fachwerkhaus an der Marienstraße 17.

Ein Prachtbau in der Osnabrücker Altstadt.

Foto: Jörn Martens
Autor:
Gunhild Seyfert


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