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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Im Stadthaus steht ein halber Flur leer
Zwischenüberschrift:
Büros wegen Schadstoffbelastung gesperrt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Mitte April gab es Entwarnung für das Stadthaus: In beiden Flügeln des Gebäudes hat das Bremer Umweltinstitut nichts festgestellt, was auf hohe Schadstoffbelastungen schließen lässt. Im Zusammenhang mit der Klärung des Giftverdachts wurde im siebten Stock des Altbaus eine Naphtalin-Belastung bemerkt, die weiter untersucht worden ist. Das hat jetzt zur Räumung von sechs Büros auf dem linken Flur des 7. Stocks geführt.

Die Fachleute sehen " akuten Handlungsbedarf". Stadt-Vorstand Horst Baier, der als Vorsitzender des " Arbeitssicherheitsausschusses" die Federführung hat, ob eine Gesundheitsgefährdung gegeben ist: " Wir sind wie angekündigt den Dingen nachgegangen, und das Umweltinstitut ist fündig geworden. Es deutet nach den Probebohrungen alles darauf hin, dass im Boden des siebten Geschosses die alte Teerpappe ausdampft, die dort früher das alte Flachdach abgedeckt hat." Der mittlere Trakt des in den 30er-Jahren entstandenen Gebäudes dürfte in den 50ern um ein siebtes Geschoss für das damals dort untergebrachte Krankenhaus erweitert worden sein.

Es wird vermutet, dass dabei die alte Abklebung nicht entfernt wurde. Dr. Norbert Weis vom Bremer Umweltinstitut, das die Untersuchung auch weiterhin durchführt, hatte sofort aufgrund des Geruchs auf Teerbestandteile getippt. Naphtalin, dessen charakteristischer Geruch früher für Mottenkugeln typisch war, zählt zu den gesundheitsschädlichen Stoffen. Es kann zum Beispiel zu Hautreizungen führen oder rote Blutzellen schädigen und wird aus Steinkohlenteer oder Braunkohlen- und Holzteer gewonnen. Der farblose Stoff ist ein polycyclisch-aromatischer Kohlenwasserstoff.

Dirk König, Leiter Eigenbetrieb Immobilien- und Gebäude-Management der Stadt: " Wir haben die Mitarbeiter im Stadthaus über die Situation informiert. Da ein dauerhafter Aufenthalt in diesen Räumen nicht empfehlenswert ist, sind die dort untergebrachten sechs bis acht Beschäftigten auf andere Büros verteilt worden." Die Verantwortlichen rechnen damit, dass in rund zwei Wochen endgültige Klarheit besteht und eine Kostenschätzung in Auftrag gegeben werden kann, wie teuer die Sanierung kommt. Finanz-Vorstand Baier: " Ob die Räume noch einmal als Büros genutzt werden, hängt vom Sanierungsaufwand ab. Es ist auch möglich, dass wir dort Archivräume einrichten." Eine solche Nutzung wäre unbedenklich, da sich dann niemand mehr über einen längeren Zeitraum in dem Bereich dort aufhalten würde.

Während auf der linken Flurseite in sechs Büros " akuter Handlungsbedarf" und in zwei Räumen " Minderungsbedarf" besteht, ist auf der rechten Seite " nur" der Sitzungssaal von höheren Werten und der Einstufung " Minderungsbedarf" betroffen. Eine schlüssige Erklärung, warum mal eine höhere, mal eine niedrigere Belastung auf der Etage vorliegt, gibt es bisher nicht. Beim Sitzungssaal wird eventuell ein Zusammenhang mit dem dort vorhandenen Lüftungssystem vermutet.

Auslöser der Untersuchungen im Stadthaus waren Ende vergangenen Jahres einige Krebsfälle bei Mitarbeitern beziehungsweise Ruheständlern, die in den angebauten Seitenflügeln untergebracht waren. Doch die vom Bremer Umweltinstitut ermittelten Werte ließen auf keinen Zusammenhang zu den Erkrankungen schließen.

Bildtext:

Verwaister Flur: Im siebten Stock des Stadthauses wurden die Büros auf der linken Flurhälfte geräumt. Ob sie weiter genutzt werden, hängt vom Sanierungsbedarf ab.

Foto: Parton
Autor:
Wolfgang Elbers


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