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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zum Abschied eine Rentnerprüfung
Zwischenüberschrift:
Albert-Schweitzer-Grundschule begleitet Schulleiter Rolf Deicke in den Ruhestand
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Seit fast vier Jahrzehnten prägt Grundschullehrer Rolf Deicke die Albert-Schweitzer-Schule an der Lerchenstraße, seit 1993 auch als Schulleiter. Nach dem Ende seiner Amtszeit wird er im August seinen Ruhestand antreten.
Grund genug für Schüler und Lehrer, ihrem langjährigen Chef und Kollegen in einer außerordentlichen Schulversammlung einen Abschied zu bereiten, der ihm nachhaltig in Erinnerung bleiben wird. Auch viele Eltern waren in die Turnhalle der Grundschule, die zu diesem Anlass ausnahmsweise mit Straßenschuhen betreten werden durfte, gekommen, um zu sehen und zu hören, was sich ihre Kinder zum Abschied für ihren Schulleiter ausgedacht hatten.
" Du machst uns die Welt, wie sie uns gefällt", lobten ihn Schüler der vierten Klasse mit von einem Streicherquartett begleitetem Gesang frei nach Pippi Langstrumpf. Nach einer afrikanischen Tanzeinlage der Klasse 4a folgte ein Fragespiel, bei dem Deicke unter Beweis stellen musste, dass er " reif für die Rente" ist. Nicht " Wer wird Millionär?", sondern " Wer wird Pensionär?" lautete die Frage. Und der 63-Jährige meisterte die " Rentnerprüfung" mit Bravour. Dabei musste er unter anderem auch schätzen, wie viele Schüler der ersten Klasse sein Alter richtig erraten und Albert Schweitzer, den Namenspatron der Schule, neben seinem Foto und dem von Albert Einstein richtig erkannt haben.
Zur Frage, was man wohl alles machen könnte, wenn man nicht mehr in die Schule gehen muss, lieferten ihm die Erstklässler zudem hilfreiche Tipps: Länger schlafen, ausgiebig frühstücken und Zeitung lesen kam ihnen in den Sinn. Beschenkt wurde Deicke zudem mit einem Buch, in dem sich seine Schüler in Wort und Bild an die " schöne Zeit" mit ihrem " netten" und " lustigen" Schulleiter erinnern, und einem Bild mit Fingerabdrücken aller derzeit 150 Grundschüler unter einem Regenbogen, der nicht ohne Grund das Logo der Albert-Schweitzer-Schule ziert.
Denn auch deren Schülerschaft erstrahlt als eine bunte Mischung aus verschiedenen Ländern, wie Schüler der Klasse 3a mit einem " gespielten" Lied über Integration eindrucksvoll veranschaulichten. Auch das zwölfköpfige Lehrerkollegium durfte seine Gesangskünste unter Beweis stellen, indem es den " klugen Rektor" und " guten Chef" besang, den als " Freund aller Kinder" umgekehrt eben auch die Kinder lieben. " Alte Schule, altes Haus" ertönte schließlich ergreifend zum Abschluss des Abschieds durch die zweckentfremdete Turnhalle.
Weiter zur Verfügung
Unterrichtet hat Deicke seit 1975 alles, " außer textilem Gestalten", das " nicht seine Sache" sei, wie er unumwunden zugibt. Aber stricken will er ohnehin nicht im Ruhestand. Sondern vielmehr " endlich mal auch außerhalb der Hauptreisezeit in Urlaub fahren", freut sich der Rentner. Bis ein Nachfolger gefunden ist, wird Lars Poppenburg die Schule kommissarisch leiten. Und so ganz verlässt Rolf Deicke " seine" Wirkungsstätte dann doch nicht. " Wenn ich gebraucht werde, stehe ich zur Verfügung", versichert er, auch im Ruhestand der Albert-Schweitzer-Schule erhalten zu bleiben.

Bildtext:

Umringt von seinen Schülern, die Rolf Deicke den Abschied nicht leichter machten.

Foto:

Uwe Lewandowski


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