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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Windräder für Winkelsetten
Zwischenüberschrift:
Bremer Energie Kontor wirbt um Flächen – Laer berät heute
Artikel:
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Originaltext:
Bad Laer. Heute berät der Bad Laerer Bauausschuss über die Überprüfung der planerischen Festlegungen zur Windenergienutzung. Anlass sind die intensiven Bemühungen der Bremer Firma Energie Kontor um Grundstücke für Windräder in Winkelsetten.
Sie klappern die Grundstückseigentümer ab und unterbreiten ihnen ein attraktives Angebot: Wer Land verpachtet, auf dem eine Windenergieanlage gebaut werden kann, erhält Jahr für Jahr mindestens 27 000 Euro. Nach 15 Jahren sind sogar 30 000 Euro möglich.
Als Fläche haben sich die Bremer ein Areal in Winkelsetten an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen ausgeguckt. Ein Übersichtsplan mit den Namen aller Eigentümer war beim Katasteramt erhältlich. In Winkelsetten plant Energie Kontor Windräder mit einem dreiflügeligen Rotor, einer Nabenhöhe von bis zu 160 Metern und einer Leistung von maximal 6000 Kilowatt.
Demnach muss von Wohnhäusern ein Abstand von 450 Metern bestehen. Von Gemeindestraßen sind es 80 Meter, um nicht in die Gefahr zu kommen, dass Eis und Schnee von den Rotoren auf Menschen und Fahrzeuge geschleudert werden. Die Verpächter sollen im Schnitt pro Windrad sechs Prozent der jährlichen Einspeiseerlöse erhalten, mindestens jedoch 9 Euro pro installierter Kilowatt-Anlagennennleistung. Das entspricht 27 000 Euro.
Bad Laer hatte sich bereits 1998 mit der Suche nach geeigneten Flächen für Windkraftanlagen beschäftigt. Damals hatte sich gezeigt, dass diese im Kurort nicht allzu üppig gesät sind. Im Windvorranggebiet in Wester wiede in den Blankenteichswiesen, zwischen Bad Laer, Glandorf und Bad Iburg gelegen, steht bisher nur ein Windrad. Dieses 0, 9 Hektar große Areal am Glaner Bach war damals von Experten als einziges für Windkraftanlagen empfohlen worden.
Jetzt besteht Handlungsbedarf. Wir müssen planerisch tätig werden. Der Rat muss sich positionieren″, sagte Bauamtsleiter Frank Scheckelhoff. Weil es sich bei der Winkelsettener Fläche um ein stark besiedeltes Gebiet handle. Aber auch, weil im benachbarten Füchtorf intensiv über die Er weiterung eines Gebietes für Windräder nachgedacht wird. Bad Laer hat bis Ende Juli Zeit, eine Stellungnahme zu den Plänen abzugeben.
Energie Kontor hat nach eigenen Angaben seit dem Jahr 1990 70 Windkraft projekte in Deutschland und in Europa realisiert. Dass Grundstücke angepachtet werden, bevor die fragliche Fläche als Windvorranggebiet ausgewiesen wurde, sei nicht ungewöhnlich, sagte Pressesprecherin Cerstin Kratzsch. Man plane langfristig und wolle auch Konkurrenten zuvorkommen.
Der aktuelle Landvolk-Report, das Mitteilungsblatt des Hauptverbandes des Osnabrücker Landvolkes, warnt Landwirte jedoch davor, vorschnell Verträge abzuschließen, und ruft zur Besonnenheit auf. Einige Firmen versuchten, durch die Vorlage von Pachtverträgen spekulativ Gebiete in ihren Einflussbereich zu bekommen.
Nach Ansicht von Autor Friedrich Willms, HOL-Geschäftsstellenleiter in Bersenbrück, will das Landvolk die Ansiedlung von Windrädern nicht blockieren, sondern in positive Bahnen für die Landwirte lenken. Die Sicherung der Flächen ist für die Energie-Firmen kein finanzielles Risiko. Die Wartezeit bis zur Ausweisung eines Windenergiegebiets für die Landwirte eventuell schon.″ Deshalb berät das Landvolk auch juristisch.

Bildtext:

Die Kraft des Windes wird genutzt.
Foto:
dpa

KOMMENTAR
Wendepunkt

Der Strom kommt aus der Steckdose. War sonst noch was? Ach ja, die Energiewende. Denn wenn sich die Atome nicht mehr spalten sollen, müssen Wind und Sonne umso kräftiger pusten oder scheinen. Die Energie-Unternehmen sind gerüstet und werben massiv um Flächen. Und auch für die Grundstückseigentümer scheint die Verpachtung ein lukratives Geschäft zu sein. Obwohl grüne Energienicht strahlt, zum Störfall kann sie trotzdem werden. Das Surren der Rotoren, ihr Schattenwurf, die Verspargelung″ der Landschaft werden Stress-Test dafür sein, wie gewendet wir sind.
s.adomeit@ noz.de
Autor:
Stefanie Adomeit


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