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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Jetzt ist das Land am Zug
Zwischenüberschrift:
Belmer Rat verabschiedet Resolution für eine Bahnunterführung in Vehrte
Artikel:
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Originaltext:
Belm. Bürgermeister Bernhard Wellmann hat in der jüngsten Ratssitzung aus einem alten Schriftverkehr zitiert, in dem die Anlage einer Wegunterführung am Bahnhof Vehrte″ abgelehnt wird. Das Datum des Schreibens irritiert: Münster, d. 7. 11. 99″ nicht 1999, sondern 1899, Absender ist die Königliche Eisenbahn-Direktion. 112 Jahre später haben die Fraktionen im Rat eine Resolution an das Land Niedersachsen verabschiedet, die wiederum den Bau einer Bahnunterführung an der L 109 fordert.
Mit Kosten von 60 000 Mark hatte die Eisenbahndirektion damals kalkuliert, ohne Grunderwerb und Chausseeverlängerung. Gründe für ihre Ablehnung führte die Behörde ausführlich an: Die vorhandenen Unzuträglichkeiten″ seien nicht durch den gesteigerten Verkehr der Eisenbahn hervorgerufen worden. Der größte Teil der Fuhrwerke, die die Gleise überfahren würden, entfalle auf die Schwarzkreidefabrik, welche erst nach der Herstellung der Bahn entstanden sei. Und die habe sich so entwickelt, dass eine wesentliche Steigerung des Fuhrwerksverkehrs auf dem Bahnübergang durch dieselbe herbeigeführt worden ist″. 112 Jahre später sind die Argumente, die einen Bau einer Unterführung bisher verhindern, ähnlich gelagert.
Mehr Züge, mehr Staus
Den Antrag für die Resolution hat die Belmer CDU-Fraktion eingereicht. Die Landesstraße wird als überörtliche Zubringerstraße zur Autobahn 1 genutzt und wickelt einen Großteil des Regional- und Gemeindeverkehrs ab″, heißt es in der Begründung der Christdemokraten. Schon jetzt entstehen lange Wartezeiten an den Schranken, da die Bahnstrecke von Münster über Osnabrück nach Bremen stark ausgelastet ist.″ Zudem beabsichtige die Bahn AG, die Trasse noch stärker zu nutzen. Grundlage dafür ist eine„Zugmengenprognose″ für den Streckenabschnitt Osna brück–Bremen. Heute rattern täglich 86 Züge über die Schienen, 2025 sollen es 105 sein. Das ist eine Steigerung um etwa 22 Prozent.
Durch die höhere Auslastung der Bahntrasse wird die Nutzung der L 109 durch noch längere Wartezeiten weiter eingeschränkt″, erklären die Christdemokraten. Anfang Juni wurden in Vehrte am Bahnübergang die Fahrzeugbewegungen gezählt, und zwar an einem Mittwoch zwischen 6 und 9 Uhr: 560 Autos und Laster querten an der L 109 die Bahnschienen, während lediglich zwei Radfahrer die Passage an dieser Stelle riskierten. Am Wittekindsweg, der ebenfalls von den Bahnschienen gekreuzt wird, waren es in dieser Zeit 284 Pkw und Lkw, zudem 50 Fußgänger oder Radfahrer.
Alte Pläne für eine Unterführung an der Landesstraße liegen schon vor: Ein Trog, ein kleiner Tunnel also, soll nach diesem Entwurf für mehr Sicherheit sorgen. Und fast waren die Belmer auch schon mal am Ziel.
Das zuständige Eisenbahnbundesamt hatte das notwendige Planfeststellungsverfahren für den Bau des Trogs abgeschlossen. Das war 1997. Doch die Frist, in der mit dem Projekt begonnen werden musste, ist längst verstrichen. Das Verfahren müsste jetzt erneut angeschoben werden. Und nach Informationen der Belmer CDU ist die Bahn dazu auch immer noch bereit. Was fehlt, ist eine Gegenfinanzierung des Landes Niedersachsen nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz″. Die von CDU und FDP geführte Regierung winkt jedoch ab.
Enno Hagenah, Landtagsabgeordneter der Grünen, hatte im November eine Anfrage zur Beseitigung des höhengleichen Bahnübergangs″ an das Wirtschaftsministerium gestellt. Die Antwort von Minister Jörg Bode: Es bestehe zwischen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und der Deutschen Bahn AG nach wie vor Klärungsbedarf über die grundsätzliche Ausgestaltung der Finanzierung dieses Vorhabens nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz″. Aus der Sicht der Straßenbauverwaltung sei der Vehrter Bahnübergang verkehrlich unproblematisch und unauffällig″. Und weiter: Vor diesem Hintergrund steht das Projekt bei der finanziellen Disposition des Landes derzeit nicht obenan.″
Bürgermeister Wellmann bezeichnete Hagenahs Vorstoß im Rat als wenig hilfreich″. Die Position der Bel mer habe sich so verschlechtert. Der Minister muss jetzt ja von seiner Aussage abrücken.″ Das wollen alle Fraktionen im Belmer Rat mit der Resolution bewirken.
Alte Berechnungen
In Hasbergen ist vor Jahren ein ähnlicher Trog gebaut worden, wie ihn sich die Belmer für ihren Ortsteil Vehrte wünschen. 8, 5 Millionen Euro betrugen die Kosten. Für Vehrte liegen Berechnungen vor, die von etwa 5, 5 Millionen Euro sprechen. Aber die sind schon einige Jahre alt. Klar ist: Kommt der Trog, muss auch die Gemeinde zahlen. Die Kommune ist zumindest für die Entwässerung zuständig. Auch ein Radweg wäre wünschenswert. Mit der Resolution haben die Fraktionen signalisiert, dass sie bereit sind, den Preis zu zahlen. Jetzt ist das Land am Zug.



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