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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Die Arena-Pläne leben wieder auf
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Pistorius prüft Alternative zur Stadthallen-Sanierung
Artikel:
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Originaltext:
Der alte Güterbahnhof wurde schon im Gutachten von 2008 als Arena-Standort favorisiert. Oberbürgermeister Boris Pistorius lässt prüfen, ob ein Neubau günstiger wäre als eine Sanierung der Osnabrückhalle. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Oberbürgermeister Boris Pistorius (SPD) überrumpelte die Ratsmitglieder zur späten Stunde: Er werde erneut prüfen lassen, ob der Neubau einer Arena am Ende günstiger sei als die Sanierung der Stadthalle für 18 bis 20 Millionen Euro.
Spätestens im Herbst will Pistorius dem Rat tragfähige Zahlen vorlegen. " Ich will hier heute Abend keine derart finanzlastige Entscheidung treffen, ohne die Alternativen geprüft zu haben", sagte Pistorius und blickte in überraschte Gesichter. Selbst die Mitglieder seiner eigenen Fraktion waren über diesen Vorstoß vorab nicht informiert.
Damit leben die Arena-Pläne wieder auf, die 2008 vorübergehend beerdigt worden waren, weil die entscheidende Bedingung nicht erfüllt war: Das Land sollte die Stadthalle kaufen und für die Hochschulen nutzen. Die Expertise über den Sanierungsbedarf in der Osnabrückhalle hat die Arena-Option jetzt wieder interessant gemacht. Denn nach Angaben der Gutachter werden 18 bis 20 Millionen Euro gebraucht, um die Osnabrückhalle wettbewerbsfähig zu machen. Pistorius sagte, nach vorläufigen Erhebungen zeichne sich ab, dass die Kosten für einen Neubau " etwa gleich hoch oder niedriger" wären.
Die Stadtverwaltung arbeitet jetzt zweigleisig: Der erste Schritt zum Umbau der Stadthalle für 13, 1 Millionen Euro wird vorbereitet. Zugleich soll auf der Grundlage der drei Jahre alten Machbarkeitsstudie zur Veranstaltungshalle ein Neubau als Alternative untersucht werden. So verliert die Stadt keine Zeit. Denn erweist sich ein Neubau (zum Beispiel am Güterbahnhof) als zu teuer, kann die Stadthallen-Sanierung wie geplant 2013 in Gang gesetzt werden.
Die Osnabrückhalle soll einen neuen Eingang, eine neue innere Struktur und eine moderne Haus- und Showtechnik erhalten. Für den Umbau müsste sie von Frühjahr bis Herbst 2013 geschlossen bleiben. Die Stadt bezuschusst den Betrieb der Stadthalle in diesem Jahr mit 1, 6 Millionen Euro. Das Minus steigt von Jahr zu Jahr.
CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde warnte davor, die Stadthalle kaputtzureden. Sie sei gewiss in Teilen sanierungsbedürftig, aber keineswegs " abgängig", wie es immer gesagt werde. Außerdem biete der Standort im Stadtzentrum einen wichtigen Wettbewerbsvorteil, der " nicht ohne Not aufgegeben werden sollte". Burkhard Jasper lehnte die Arena-Idee ab. Zweimal schon sei sie geprüft und als unfinanzierbar verworfen worden. " Wie soll ich es der Bevölkerung erklären, dass wir überall sparen müssen und zugleich einen Neubau planen?"
Frank Henning (SPD) sagte: " Ich habe nichts gegen einen Erkenntnisgewinn." Er glaube zwar nicht, dass der Arena-Plan finanziell aufgehe, aber eine Prüfung sollte angesichts der hohen Sanierungskosten und der jährlich steigenden Verluste der Stadthalle möglich sein. Ähnlich äußerte sich Jens Meier (Grüne). Die Stadt stehe " unter hohem Handlungsdruck", weil die Osnabrückhalle ihre Vermarktungspotenziale im derzeitigen Zustand nicht ausschöpfen könne.
Auch die FDP nahm den Pistorius-Vorstoß wohlwollend zur Kenntnis, weil er " alle Möglichkeiten offenhält", wie Fraktionschef Thomas Thiele sagte. Die FDP hatte (vergeblich) beantragt, die Planungen zu stoppen und einen Abriss und eine Neukonzeption in Zusammenarbeit mit dem Hotel-Investor zu prüfen. FDP und UWG stimmten gegen den Vorschlag der Verwaltung, die erste Sanierung (für 13, 1 Millionen Euro) vorzubereiten.
Lingen baut Arena
Die Konkurrenz schläft nicht: Der Stadtrat von Lingen hat am Mittwochabend mit 31 zu sechs Stimmen dem Bau der Emslandarena zugestimmt. Die Arena soll 2500 bis maximal 5000 Besuchern (mit Stehplätzen) Platz bieten und knapp 19 Millionen Euro kosten. Geplante Fertigstellung: Oktober 2013. Der ursprüngliche Plan, eine Halle mit 4000 Sitzplätzen zu bauen, wurde aus finanziellen Grünen aufgegeben.

Kommentar
Hoher Zeitdruck
Die Zeit drängt. Jährlich wächst das Minus der Osnabrückhalle und durchbricht bald die Zwei-Millionen-Marke. Weiteres Warten kostet bares Geld.
Die Aufgabe für im September zu wählenden Rat ist gewaltig. Unter Zeitdruck muss er den größten finanziellen Kraftakt der letzten Jahrzehnte stemmen. Nur 2, 2 Millionen sind im Haushalt bislang veranschlagt, 4, 1 Millionen will die Stadt aus dem Osnatel-Verkaufserlös nehmen, den Rest der 13, 1 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt soll die Finanzholdung der Stadt (OBG) über Kredite finanzieren. So umgeht die Stadt das Gebot der Landesregierung, keine neuen Schulden zu machen. Während des Umbaus muss die Halle ein halbes Jahr geschlossen bleiben, was zusätzlich bis zu 400 000 Euro kosten kann.
Angesichts dieser Zahlen ist es gerechtfertigt, auch die radikalste Alternative in Betracht zu ziehen: Abriss und Neubau einer Arena an anderer Stelle. Die Entscheidung darf aber nicht über den Herbst hinaus aufgeschoben werden. Zeit ist Geld, und auch die Mitarbeiter haben einen Anspruch darauf, dass die Debatten über die Zukunft der Halle und deren Zustand endlich zu einem Abschluss kommen.
So oder so.

Rückblick: Arena mit 7500 Plätzen
Das Gutachten der Comtech GmbH (Nürnberg) von 2008 empfahl den Bau einer multifunktionalen Halle für große Sportereignisse , Shows, Konzerte, Tagungen, Bälle und Firmenevents.
Größe: 7500 Zuschauerplätze.
Baukosten: 28, 75 Millionen Euro.
Zuschuss der Stadt: jährlich 2, 2 Millionen Euro.
Standort: Favorisiert wurde der Güterbahnhof. In Betracht kamen auch die ehemalige Sportfläche der Briten-Armee am Fürstenauer Weg und die Kaserne am Hafen (die inzwischen verplant ist).
Betreibermodell: Ein privater Betreiber ließe sich finden, wenn die Stadt Grundstück, Halle und einen jährlichen Zuschuss von maximal 2, 2 Millionen einbringe.
Ankermieter: Gäbe es Hauptmieter aus dem Spitzensport (Handball, Basketball), wäre der Betrieb sogar rentabel.
Stadthalle: Ein Parallelbetrieb von Stadthalle und Arena wäre finanziell nicht möglich.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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