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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Damit der Steinkauz überlebt
Zwischenüberschrift:
Schüler installieren Nisthilfen
Artikel:
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Originaltext:
In Sutthausen brachten Schüler der AG Natur des Kardinal-von Galen-Gymnasiums in Mettingen in Zusammenarbeit mit Friedhelm Scheel (links) und Dr. Gerhard Kooiker (Zweiter von rechts) Nistkästen für den Steinkauz an. Foto: Thomas Osterfeld
Osnabrück. " Da sitzt einer!", " Wo?", " Na, da drüben auf dem Erdhügel", rufen sich die Schüler der Arbeitsgemeinschaft Natur des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums Mettingen aufgeregt mit gedämpfter Stimme zu. Gerade mal zehn Minuten sind sie im Beobachtungsgebiet unterwegs, und schon haben sie den ersten Steinkauz entdeckt.

Auf der sechs Hektar großen Streuobstwiese der Evangelischen Stiftungen in Sutthausen haben sie Niströhren für die kleinste einheimische, vom Aussterben bedrohte Eulenart angebracht.

Friedhelm Scheel, Koordinator der AG-Natur, berichtet, dass in diesem Jahr in 65 aufgehängten Nisthilfen in Osnabrück 15 Steinkauzbrutpaare gezählt wurden. Ein großer Erfolg, wenn man bedenkt, dass der Osnabrücker Ornithologe Dr. Gerhard Kooiker im Jahr 2002 lediglich zwei Paare zählte. Scheel ist Naturschützer mit Leib und Seele. Seit 1982 engagiert er sich für den Schutz des Steinkauzes, seit sieben Jahren leitet er die AG-Natur. Durch Zusammenarbeit mit Kooiker weiß er, wo sich die geeigneten Orte zur Wiederansiedlung des Steinkauzes befinden. " Diese Wiese hier ist eine der schönsten weit und breit", schwärmt er.

Streuobstwiesen werden immer seltener. Durch Zunahme von Landwirtschaftsflächen, häufig große Maisfelder, gehen solche alten Kulturlandschaften mit ihren hochstämmigen Bäumen und durch Vieh oder Mähen zu niedrig gehaltenen Grünflächen verloren. Aber auf genau diesen Lebensraum ist der Steinkauz, der ein Bodenjäger und Kulturfolger ist, angewiesen.

" Der Steinkauz ist der Infanterist unter den Eulen", bemerkt Scheel lachend. Die Eule braucht diese Weidestrukturen zur Futtersuche in Verbindung mit alten Bauernhäusern und Scheunen als Unterschlupf.

Die Streuobstwiese liegt strategisch günstig. Atter, Hellern und Hörne-Sutthausen sind die Hauptverbreitungsgebiete des Steinkauzes in Osnabrück. Sie befinden sich alle an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen, wo man im letzten Jahr 5800 Brutpaare zählte (in Niedersachsen waren es 500) und von wo die Vögel, wenn sie geeignete Gebiete finden, wieder nach Niedersachsen einwandern. Scheel und seine AG versuchen den Steinkauz über die Grenze zu " locken".

Die AG Natur des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums Mettingen hat mit ihren vielfältigen Projekten schon 16 Umweltpreise gewonnen, darunter den Deutschen Tierschutzpreis 2010 für ihren länderübergreifenden Steinkauzschutz. In diesem Jahr gehört sie zu den elf Nominierten für den " Stadtnatur"- Preis des Arbeitskreises Umweltbildung der Lokalen Agenda 21 in Osnabrück. " Wir stellen unsere Arbeit auch in den Kommunalparlamenten vor", berichtet Stephan Jaroschek, und Ramona Amme fügt hinzu: " Öffentlichkeitsarbeit ist enorm wichtig." Die beiden Naturbegeisterten gehören zu den Gründungsmitgliedern der AG, in der sich heute 48 Schüler engagieren. " In diesen Schülern mit ihrer jungen, unkomplizierten Art habe ich neue Mitstreiter für den Naturschutz gefunden. Im Team sind wir stark!", freut sich Scheel.
Autor:
Carolin Hlawatsch


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