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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zeit, den Platz zu erobern
Zwischenüberschrift:
Theodor Bergmann sieht den Neumarkt als neues Zentrum
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ungeordnete Verhältnisse auf dem Neumarkt. Wie lange noch? Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Ob sein Traum nun wahr wird? 16 Jahre hat Theodor Bergmann gewartet. Inzwischen sind die Pläne für einen attraktiven Neumarkt gereift. Doch dem Kaufmann fehlt noch grünes Licht für ein großes Einkaufszentrum an der Ecke Johannisstraße/ Neuer Graben. Der Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) hatte ihn zu einer Diskussion eingeladen ebenso wie Thomas Polewsky von der Stadtbahn-Initiative, der ein Plädoyer für eine neue Straßenbahn hielt.

Theodor Bergmann spricht von einer " Autobahn mitten durch die Stadt" und rechnet vor: " 19 000 der täglich 30 000 Autos sind am Neumarkt reiner Durchgangsverkehr." Diese Entwicklung habe sich dramatisch auf die Johannisstraße ausgewirkt. Auch eine politische Entscheidung vor 40 Jahren habe negative Auswirkungen auf die Innenstadt nach sich gezogen.

Bergmann wirft den damaligen Verantwortlichen vor, Osnabrück als Oberzentrum geschwächt zu haben, denn: " Viele umliegende Kommunen wurden nicht eingemeindet. So sind 100 000 Menschen außen vor geblieben." In mehreren Gemeinden seien eigene kleine Zentren entstanden. Und der Handel an den Ausfallstraßen habe der Innenstadt ebenfalls geschadet.

Um gegenzusteuern, fordert Theodor Bergmann: " Lassen Sie uns das Zentrum stärken. Die Stadt muss zusammenrücken und zwar am Neumarkt." Er will " als Juniorpartner" mit dem Essener Projektentwickler Mifam an der Ecke Johannisstraße/ Neuer Graben investieren: Ein Einkaufszentrum mit einer Fläche von knapp 23 000 qm soll das grün gekachelte Gebäude an der Kreuzung, den ehemaligen Wöhrl-Komplex und weitere Grundstücke umfassen.

Außerdem soll der Neumarkt als zentraler Platz helfen, die südliche Innenstadt zu beleben. Bergmann wünscht sich für den Neumarkt " Aufenthaltsqualität". Seine Vision: " Die Menschen werden sich dann den Platz erobern. Dann werden sich die Autofahrer genau überlegen, ob sie in Schrittgeschwindigkeit über den Neumarkt fahren wollen."

Eine Zuhörerin sorgt sich: " Wo bleiben die Autos, wenn sie nicht mehr über den Neumarkt fahren?" Antworten geben Thomas Polewsky von der Stadtbahn-Initiative und Jörn Keck vom VCD mit ihrer Vision einer Straßenbahn, die viele Autofahrer zum Umsteigen bewegen könnte, wie sie meinen.

Polewsky sagt " ohnehin einen Abschied von der Faszination des Autos" voraus: " 20 Prozent mehr Autofahrer würden auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen, wenn er schienengebunden ist." Denn Straßenbahnen hätten neben einem besseren Image auch handfeste Vorteile: " Es gibt keine Nick- und Kippbewegungen."

Jörn Keck meint: " Wir können von Frankreich lernen" und erinnert an die Partnerstadt Angers. Dort habe die Straßenbahn die Innenstadt belebt und gleichzeitig den Verkehr entlastet.

Herlinde Fohs von der Werbegemeinschaft Krahn straße plädiert für " eine verträgliche Größe" des Einkaufszentrums, denn: " Der deutsche Einzelhandel wächst nicht mehr." Theodor Bergmann hält ihr entgegen: " Bisher ist der Einzelhandel in die Fläche gegangen. Er gehört ins Zentrum. Wenn das Shopping-Center da ist, werden auch mehr Kunden zu Ihnen kommen." Ob auch der Traum wahr wird?
Autor:
Jann Weber


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