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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Vom Innovationsgeist beflügelt
Zwischenüberschrift:
1000 Jahre St. Johann – 1000 Jahre Neustadt: Keine Zukunft ohne Vergangenheit
Artikel:
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Originaltext:
Wegweisende Architektur: St. Johann war eine der ersten gotischen Hallenkirchen in Deutschland. Das neue Christliche Kinderhospital Osnabrück definiert für junge Patienten den Krankenhausaufenthalt ganz neu. Morgen ist Tag der offenen Tür. Foto: Jörn Martens
Osnabrück. Auf den ersten Blick haben die Osnabrücker Johanniskirche und das neue Christliche Kinderhospital auf der gegenüberliegenden Straßenseite nicht viel gemeinsam. Und doch bilden beide Bauten die Eckpunkte einer historischen Entwicklung in der Neustadt, die stets von einem besonderen Innovationsgeist beflügelt war.
Hier eine der ersten frühgotischen Hallenkirchen in Deutschland, dort ein Kinderhospital, das in vollendeter Weise Form und Funktion miteinander verbindet und den Krankenhausaufenthalt für junge Patienten neu definiert.
Die Gründung von St. Johann durch Bischof Detmar war in erster Linie eine machtpolitische Demonstration. In schwierigen Zeiten wollte er den Einfluss der Kirche festigen und ausbauen. Das Ereignis vor 1000 Jahren markiert darüber hinaus das zweite Geburtsdatum für die Stadt Osnabrück, die fortan über die Begrenztheit der Bischofsburg hinauswachsen konnte. 1306 schlossen sich Altstadt und Neustadt zusammen. Erst als Einheit war der Aufstieg zu einer europäischen Handelsmetropole möglich.
Eine lichte, weite Halle
Vom Aussehen der ersten Johanniskirche von 1011 ist nur wenig bekannt. Sie hatte mit 10 mal 15 Metern eher die Ausmaße einer Kapelle, wurde schnell zu klein und musste mehrfach erweitert werden. Das haben seit 1972 verschiedene Ausgrabungen ergeben. Erstaunlich ist die Entstehungsgeschichte der heutigen Kirche zwischen 1256 und 1292. Während am Osnabrücker Dom noch die alte Formensprache der Romanik das Maß der Dinge war, setzen an St. Johann die Steinmetze auf spitze Bögen und aufstrebende Pfeiler, durch die eine weite und lichte Halle zustande kam. Auch angesichts der großen Fensterrose im Westen müssen die Menschen um 1300 das Gotteshaus für ein Wunderwerk gehalten haben.
700 Jahre später setzt das Christliche Kinderhospital nicht nur ein architektonisches Ausrufezeichen. Das farbenfrohe und einladende Gebäude überzeugt innen durch eine großzügige und kindgerechte Gestaltung (inklusive Rutsche in der Eingangshalle). Die Planer hatten das Wohlergehen und die optimale Behandlung der jungen Patienten im Sinn. In Zeiten knapper Gesundheitskassen geht wieder einmal von der Neustadt ein starker Impuls aus wie so oft in der Vergangenheit. Das Landgericht am Neumarkt als Ort der modernen Justiz, der Hauptbahnhof als Kathedrale des Verkehrs und die Maschinenfabrik Weymann am Salzmarkt als Brennpunkt der industriellen Revolution sind dafür drei Beispiele.
Und die Johanniskirche? Sie hat alle Widrigkeiten der Geschichte überstanden und zeigt sich heute als Baudenkmal in schlichter Schönheit. Der Innovationsgeist ist längst auf einem ganz anderen Gebiet gefragt. In Zeiten von Hartz IV, Facebook und Fukushima muss die Kirche klare Positionen beziehen, um in der globalisierten Welt bestehen zu können. Wie würde wohl Bischof Detmar heute mit dieser Herausforderung umgehen?

Festgottesdienst

Zum Abschluss der Festwoche hat sich hoher Besuch angesagt: Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode zelebriert am morgigen Sonntag die Messe zum Jubiläum 1000 Jahre St. Johann″. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr in der Kirche. Anschließend finden eine Johannisprozession und ein Empfang statt. Von 13 bis 17 Uhr öffnet das benachbarte Christliche Kinderhospital Osnabrück seine Türen. Auf dem Programm stehen Vorführungen und Aktionen für die ganze Familie. Das Krankenhaus nimmt im Juli seinen Betrieb auf.
Autor:
Holger Jansing


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