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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Wo ist mein Fahrrad?
Zwischenüberschrift:
Diebstähle rückgängig – Osnabrück schneidet im Landesvergleich gut ab
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ab-, aber nicht angeschlossen: So macht sich der Dieb einfach samt Schloss mit dem Rad aus dem Staub. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Beim Fahrraddiebstahl hat die Stadt Osnabrück im vergangenen Jahr das landesweit drittschlechteste Ergebnis erzielt. Nur in Braunschweig und Hannover meldeten mehr Radfahrer ihr Gefährt als gestohlen. In Relation zur Einwohnerzahl schnitt Osnabrück aber gut ab.
Ein Blick auf die absoluten Zahlen des Landeskriminalamtes Niedersachsen zeigt: In kaum einer Stadt registrierte die Polizei mehr Fahrraddiebstähle als in Osnabrück. 1206 Fälle waren es 2010. Gleichwohl ist Osnabrück nach Hannover und Braunschweig die drittgrößte Stadt Niedersachsens.
Relative Häufigkeit
Auf die Einwohnerzahl gerechnet ergibt sich ein anderes Bild: Mit 73, 8 Diebstählen pro 10 000 Einwohner lag Osnabrück auf Platz 23 von 30 gelisteten Städten und unter dem Landesdurchschnitt von 97, 0. Emden (177, 8) und Lingen (152, 0) belegten die Spitzenplätze, gefolgt von Aurich (139, 0) und Celle (136, 1). Am sichersten konnten sich die Drahteselbesitzer in Salzgitter fühlen. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei dort 21, 6 Diebstähle pro 10 000 Einwohner. Aber auch in Hildesheim (38, 2), Wolfsburg (46, 2) und Hannover (56, 5) mussten sich Fahrradfahrer relativ wenig Sorgen um ihr Gefährt machen.
Während Osnabrück im vergangenen Jahr noch den 23. Platz bei Diebstählen in Relation zur Einwohnerzahl belegte, schaffte es die Friedensstadt 2009 mit 89, 7 gestohlenen Rädern pro 10 000 Einwohner noch auf den 20. Platz (1466 Fälle absolut). Auch 2009 belegte Emden mit 219, 7 Fällen pro 10 000 Einwohner den ersten Platz und bereits 2009 war
das Fahrrad in Salzgitter am sichersten vor Diebstahl (25, 2).
Rückgang in Osnabrück
" 2010 wurden 2693 Fahrräder als gestohlen gemeldet", sagte Mareike Kurzer von der Osnabrücker Polizeidirektion. Das sei der niedrigste Wert seit zwanzig Jahren, obgleich " die Anzahl der Fahrradfahrer in Osnabrück zunimmt". 1463 der gemeldeten Fälle entfielen auf den Landkreis Osnabrück, 1206 auf die Stadt. 2009 waren es insgesamt noch 3263 Fälle, 2005 sogar 4277.
Aufklärungsquote gering
Ist das Fahrrad erst mal geklaut, besteht nur eine geringe Chance, es wiederzubekommen. 2010 lang die Aufklärungsquote für Stadt und Landkreis Osnabrück bei 9, 21 Prozent. Das ist eine Verschlechterung zum Vorjahr: 2009 lag die Quote im Landkreis bei 12, 57 Prozent, im Stadtgebiet bei 14, 26 Prozent.
Bundesweit klärte die Polizei in den vergangenen beiden Jahren rund zehn Prozent der Fahrraddiebstähle auf. Zum Vergleich: Die Aufklärungsquote aller registrierten Diebstähle in Deutschland lag 2009 und 2010 bei 30 Prozent.
Diebstähle und Schäden
Im gesamten Bundesgebiet nahm die Polizei im Jahr 2009 345 347 Fahrraddiebstahlanzeigen auf. 2010 waren es 306 559 ein Rückgang um 11, 2 Prozent. Die Dunkelziffer vermutet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) aber weitaus höher, da viele Geschädigte ihr entwendetes Rad nicht zur Anzeige bringen. Der Schaden, der jährlich aus den Diebstählen resultiert, ist erheblich. Nach Angabe des ADFC belief er sich 2009 auf 124 Millionen Euro.
Die niedersächsische Polizei registrierte im vergangenen Jahr insgesamt 41 738 gestohlene Fahrräder. 2009 waren es noch 50 212 ein Rückgang um 16, 9 Prozent. Bei den Diebstählen fällt im Hinblick auf die Länder und in Relation zur Einwohnerzahl im Jahr 2009 ein deutliches Nord-Süd-Gefälle auf. Hier belegte Bremen mit 127, 4 Fällen pro 10 000 Einwohner den Spitzenplatz.
Erst weit dahinter kam Hamburg (73, 2), gefolgt von Schleswig-Holstein (70, 4), Niedersachsen (63, 2) und Berlin (63, 2). Alle genannten Länder lagen damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt (42, 1). Das Saarland schnitt mit 10, 4 Fällen pro 10 000 Einwohner am besten ab.
Das Täterprofil
91, 9 Prozent der bundesweit tatverdächtigen Fahrraddiebe im Jahr 2009 waren männlich. Zumeist handelte der Verdächtige allein (70, 9 Prozent). Über 40 Prozent waren unter 18 Jahre alt, weitere 40, 9 Prozent 21 Jahre und älter. Fast jeder fünfte mutmaßliche Fahrraddieb war zwischen 18 und 21 Jahren alt. 18 Prozent der verdächtigen Diebe waren Nichtdeutsche. Mit 74, 1 Prozent ist die Zahl der Wiederholungstäter sehr hoch. 70 Prozent klauten das Rad in einer Stadt mit 20 000 bis 100 000 Einwohnern, was die Vermutung zulässt, dass Diebstahl häufig für den schnellen Nachhauseweg genutzt wurde. Viele der Verdächtigen standen unter Drogen- (11, 5 Prozent) oder Alkoholeinfluss (11, 1 Prozent).
Was tun?
Unerlässlich ist es, das Zweirad gut zu sichern. " Bei einem wertvollen Fahrrad eignen sich Falt- und Bügelschlösser, weil sie am stabilsten und sichersten sind", sagt Ulrich Grobe vom ADFC Osnabrück. " Faltschlösser sind praktisch, weil sie sich zusammenfalten und an Pfähle anbringen lassen." Als Faustregel gilt: Ein gutes Schloss sollte fünf bis zehn Prozent des Fahrradneupreises kosten. Zudem sollte das Rad nach Möglichkeit nicht nur ab-, sondern zudem angeschlossen werden. Hierzu eignen sich insbesondere Anlehnbügel.
Empfehlenswert ist es, die Kaufunterlagen des Rades aufzubewahren, bestätigte Mareike Kurzer von der Polizei. " Die Rahmennummer ist dabei entscheidend", erklärte sie. Diese sollte in Kombination mit den persönlichen Daten bei der Polizei registriert werden. So ist die Zuordnung des Rades zum Besitzer nach Auffinden des Diebesguts möglich.
Wer mehr als 1000 Euro in sein Rad investiert hat, sollte eine Fahrradversicherung in Betracht ziehen. Eine solche Spezialpolice kostet in der Regel zwischen 50 und 300 Euro pro Jahr je nach Leistungskatalog und Neuwert des Rads. Ansonsten ist die Hausratversicherung oder die Erweiterung derselben an die jeweiligen Belange zumeist die günstigere Variante, deckt aber häufig nur den Diebstahl (im Haus/ Keller) ab. Ob Hausrat- oder spezielle Fahrradversicherung in beiden Fällen gilt: das Kleingedruckte genau studieren. Oder das Rad mit einem guten Schloss an einem festen Gegenstand anschließen dann haben auch Langfinger kaum eine Chance.
Autor:
Jörg Sanders


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