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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Um alle Quartiere der Stadt kümmern
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Interview mit dem Osnabrücker Stadtbaurat Wolfgang Griesert Randlagen sind sowieso gefährdet″ (Ausgabe vom 8. Juni).

" Das Interview zeigt mit erschreckender Deutlichkeit, dass ein Einkaufszentrum am Neumarkt durchgepaukt werden soll, ohne auf das gesamte städtische Umfeld Rücksicht zu nehmen, und die Risiken einer solchen gewaltigen Strukturveränderung mit einer deutlichen Veränderung der Kundenströme und Verdrängung gewachsener Strukturen ignoriert werden. An Zynismus nicht zu übertreffen ist die Aussage, dass es ohnehin zu einer Abschmelzung der Randlagen kommen wird und dass dieser Prozess noch durch das EKZ beschleunigt wird. Das heißt im Klartext, dass insbesondere mittelständische Fachgeschäfte in Randlagen ohnehin keine Überlebenschancen haben und das Sterben jetzt eben noch schneller geht.

Herr Griesert bezieht sich auf ein Gutachten, das von Herrn Bergmann bezahlt wird. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er nicht über die Entwicklung im Städtebau unterrichtet ist, der die Revitalisierung aller Einkaufsstraßen, gerade der Randlagen, anstrebt. In vielen Städten ist eine Renaissance der Randlagen gelungen, weil sich in diesen durch eine aktive Stadtentwicklung aufgewerteten Randlagen hochwertige Fachgeschäfte niederlassen, die die Mieten in 1-a-Lagen nicht zahlen können.

Die Aussage von Herrn Griesert dürfte politische, nicht sachliche Gründe haben. Es ist die Kernaufgabe eines Stadtbaurates, sich um die Entwicklung aller Quartiere der Stadt zu kümmern und nicht nur die Beseitigung eines Missstandes (Kachelgebäude und Wöhrl) im Fokus zu haben. Kein Wort des Herrn Baurates zu der bisher vorliegenden Planung des Einkaufszentrums, die allen Forderungen von namhaften Städtebauern und auch der Arbeitshilfe für Kommunen des Landes Nordrhein-Westfalen für Einkaufszentren völlig widerspricht.

Auf diese Forderungen jetzt einzugehen würde den Rahmen dieses Leserbriefes sprengen. Darüber wird in den nächsten Wochen bei Gesprächen mit Entscheidern noch intensiv zu diskutieren sein. Kein Wort zu einem Modell mit einem kleineren Einkaufszentrum von insgesamt circa 15 000 Quadratmetern (inklusive Gastronomie und Dienstleistungen) und einer weiteren Nutzung für die Universität, als Wohnraum (es fehlen immer mehr
Single-Wohnungen, deren Mieter Leben in die Innenstadt bringen würden).

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, warum man nur mit Herrn Bergmann spricht, der lediglich handfeste kommerzielle Interessen vertritt. [...]"

Peter Wüsthoff

Osnabrück
Autor:
Peter Wüsthoff


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