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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Todeskampf der Rehe im Metallzaun
Zwischenüberschrift:
Jagdaufseher Rethschulte rettet ein Kitz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Reinhold Rethschulte, Jagdaufseher im Heger Holz, findet immer wieder Rehe im Stadtgebiet, die sich in Metallzäunen verfangen haben. Die Tiere sind meist schwer verletzt, sodass dem Jäger in der Regel nichts anderes übrig bleibt, als sie zu töten. Jetzt gelang es ihm aber, ein verheddertes Rehkitz zu retten.
Das Jungtier hatte sich im Maschendrahtzaun eines Gartens an der Wilhelmstraße verfangen. Rethschulte konnte es herausschneiden. Zusammen mit der Tiermedizinerin Birge Herkt versorgte er die Schürfwunden des Kitzes. Die Tierärztin verpasste dem verängstigten kleinen Reh noch eine Anti-Schock-Spritze, und dann setzten die beiden das Kitz auf einer bewachsenen Fläche wieder aus. Rethschulte beobachtete die Stelle, und nach etwa drei Stunden hatte sich die Ricke, die Mutter des Kitzes, herangetraut und das Junge wieder angenommen.
In den meisten anderen Fällen, in denen sich Rehe in Zäunen verfangen haben, gebe es kein glückliches Ende, bedauert Rethschulte. Oft sind es ausgewachsene Tiere, die auf ihrem Weg vom Heger Holz Richtung Bürgerpark zwischen den Metallstangen von Zäunen hängen bleiben. Die Metallzäune haben zwischen den senkrechten Streben einen Standardabstand von zwölf Zentimetern. Das hat Rethschulte ausgemessen. Die Rehe passen mit Kopf, Vorderläufen und Brust hindurch, bleiben dann aber mit der Hüfte hängen. Dann beginnt für die Tiere ein qualvoller, oft sechs bis sieben Stunden langer Todeskampf. Panisch winden sie sich in der Falle und fügen sich dabei schwere Verletzungen zu. Wenn der herbeigerufene Waidmann dann eintrifft, muss er dem Reh den Gnadenschuss geben. Denn neben den nicht mehr heilbaren Verletzungen haben die Wildtiere Todesangst. Selbst wenn es gelänge, sie lebend aus der Falle zu befreien, würden sie am Schock verenden.
Rethschulte bittet die Grundstückseigentümer, die ihre Gelände mit Metallstabzäunen eingefriedet haben, ihre Rehfallen zu entschärfen. Mit einem vorgespannten Maschenzaun in Rehhöhe müsste das funktionieren, nimmt der Jagdaufseher an. Er habe auch schon mit Unternehmern gesprochen, die ihre Firmengelände mit Reh-Killer-Zäunen gesichert haben. Bei den oft mehrere 100 Meter langen Grundstücksgrenzen sei den Firmen das jedoch meist zu teuer.

Bildtext:

Ein aus einem Zaun befreites Rehkitz an der Richard-Wagner-Straße ist ausgewildert und von der Ricke wieder angenommen worden.

Foto: Reinhold Rethschulte
Autor:
swa


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