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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schon wieder wird eine Fläche versiegelt
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Keine Frage, ein Häuschen im Grünen ist eine feine Sache. Nur wenn jeder im Grünen wohnen will, dann ist das Grüne bald weg: Wieder soll in Osnabrück eine mehrere Hektar große Ackerfläche zugebaut werden. Das muss mit großer Sorge für Mensch und Natur betrachtet werden.

Ein neues Baugebiet am Stadtrand bedeutet, dass wieder eine Fläche versiegelt wird mit allen negativen Folgen. Politiker versuchen, neue Baugebiete damit schönzureden, dass , das Bauvorhaben eine sinnvolle Ergänzung der Siedlungsstruktur′ sei oder es dient zur , Arrondierung′ einer vorhandenen Siedlung.

Die Stadt wird sich jedoch fragen müssen, ob wir uns noch neue Baugebiete leisten können. Ist es nicht erst einmal viel sinnvoller, die zahlreichen Lücken in den vorhandenen Baugebieten (unter anderem Kalkhügel, Grieseling, Bornheide, Tulpenpfad) zu schließen und die zahlreich leer stehenden , Britenhäuser′ zu vermarkten? Wir sollten auch an die Folgekosten zur Aufrechthaltung der Infrastruktur einer neuen Siedlung denken.

Eine Bebauung von Freiflächen am Rande der Stadt trägt nicht zur Verbesserung des innerstädtischen Klimas bei. Das geplante Baugebiet liegt am Rande eines sogenannten , grünen Fingers′, der das Stadtzentrum mit Frischluft versorgt. Hier auf der südlichen Stadtseite wurde schon mit der Bebauung des Burenkampes schwer gesündigt. Auch das Baugebiet Kalkhügel knabbert hier aktuell am grünen Finger. Die Stadt sollte überdies vor der eigenen Haustür kehren und sich nicht darüber aufregen, dass in unmittelbarer Nachbarschaft in Bissendorf das schöne Osnabrücker Umland durch geplante Gewerbegebiete zerstört werden soll.

Die allgemeine Zersiedelung und Versiegelung von Freiflächen, auch durch Gewerbe und Handel, hat in den letzten Jahrzehnten ein beängstigendes Tempo angenommen. Der Druck auf die letzten naturnahen Flächen durch die Spaßgesellschaft tut sein Übriges.

Die Zersiedlung trägt auch zur Verarmung von Flora und Fauna bei bis hin zum lokalen Aussterben zahlreicher Arten, wie viele wissenschaftliche Studien immer wieder belegen. Die Roten Listen werden lang und länger. So sind zum Beispiel seit 1980 an der Osnabrücker Peripherie von ehemals 25 Kiebitzkolonien allein neun durch Überbauung verloren gegangen! […]"
Autor:
Dr. Gerhard Kooiker


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