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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Grundstein für Osnabrücker Denkfabrik
 
Grundstein für Denkfabrik gelegt
Zwischenüberschrift:
Stadt und Kreis bauen für zehn Millionen Euro Innovationszentrum in Briten-Kaserne
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Aus einer Kaserne wird eine Denkfabrik: Stadt und Landkreis bauen im Schulterschluss mit der Europäischen Union und dem Land Niedersachsen das " InnovationsCentrum Osnabrück" (ICO). Es soll klugen Köpfen von den Hochschulen den Aufbau einer eigenen Firma erleichtern.

Zehn Millionen Euro kostet das Innovationszentrum in der ehemaligen Scharnhorstkaserne am Westerberg, die nach dem Krieg von den britischen Streitkräften genutzt wurde. 4, 085 Millionen Euro steuert die EU aus dem EFRE-Programm zu, einem Topf zur Förderung regionaler Entwicklung. Die Stadt Osnabrück und der Landkreis beteiligen sich über ihre Finanz- und Beteiligungsgesellschaften jeweils mit einer Million Euro. Die Sparkasse Osnabrück steigt mit zwei Millionen Euro ein. Jeweils 1, 26 Millionen bringen die Stadtwerke Osnabrück und die zu gründende ICO Im mobilien GmbH ein. Macht zusammen 10, 6 Millionen Euro. Das Modell sieht zwei Gesellschaften vor: Die ICO Immobilien GmbH wird das Gebäude bauen und an die Betreibergesellschaft " ICO InnovationsCentrum" vermieten. Die wiederum stellt das Technologiezentrum gegen kleines Geld innovativen Existenzgründern zur Verfügung, die gute Ideen von den beiden Osnabrücker Hochschulen mitbringen und in eigenen Unternehmen auf den Markt bringen wollen.

Solche Technologie-, Gründer- und Innovationszentren unterscheiden sich in einem Punkt deutlich von den marktüblichen Gewerbeimmobilien: Sie werfen keinen Gewinn ab, sondern dienen als Anschub- und Schlüsselinvestition der regionalen Wirtschaftsförderung. Träger solcher Denkfabriken ist in der Regel die öffentliche Hand.

Auch das ICO wird dauerhaft rote Zahlen schreiben. Der Wirtschaftsplan der Betreibergesellschaft sieht ein jährliches Minus vor, das sich auf etwa 330 000 Euro einpendeln soll. Bis 2028 werden es insgesamt 5, 8 Millionen Euro sein. Die Verluste teilen sich Stadt und Landkreis allerdings nicht zu gleichen Teilen. Der Landkreis deckelt seinen Beitrag auf 2, 25 Millionen Euro, die Stadt trägt mit 3, 6 Millionen den größeren Teil, weil sie mutmaßlich mehr vom künftigen Zentrum profitiert. Der Finanzausschuss der Stadt hat die Verträge am Dienstagabend in nicht öffentlicher Sitzung gebilligt. Der Kreisausschuss befasst sich damit am 20. Juni.

Der Bau des ICO soll im Frühjahr 2012 beginnen. Das dreigeschossige Technologiezentrum liegt in direkter Nachbarschaft zum Campus auf dem Westerberg und wird über eine Geschossfläche von 5400 Quadratmeter verfügen. Zurzeit werden auf dem insgesamt 14 Hektar großen Militärareal die ehemaligen Mannschaftsquartiere und Panzerhallen abgerissen. Teile der früheren Kaserne werden für den Wohnungsbau und Grünflächen genutzt. Oberbürgermeister Boris Pistorius (SPD) und Landrat Manfred Hugo (CDU) dankten einhellig der niedersächsischen Landesregierung, die sich bei der EU für die Förderung des ICO starkgemacht hatte. " Jetzt kann der Wissenschaftspark richtig losgehen", sagte Pistorius. Mit dem ICO werde sich Osnabrück noch deutlicher als Standort für technologieorientierte Unternehmen profilieren. Hugo sagte, die neue gemeinsame Infrastruktur werde die Wachstumseffekte aus den Hochschulen in die Region tragen. Das Innovationszentrum werde in den gesamten Wirtschaftsraum ausstrahlen.

Bildtext:

In zwei Jahren soll das " InnovationsCentrum Osnabrück" (ICO) in der ehemaligen Scharnhorstkaserne am Westerberg fertig sein.

Grafik: Stadt Osnabrück

Kommentar
Lasten ungleich verteilt

Für den Betrieb des Innovationszentrums werden die Steuerzahler in Stadt und Landkreis dauerhaft zahlen müssen. Aber das ist kein zu hoher Preis. Im Gegenteil: Wenn es mit dem ICO gelingt, innovative Existenzgründer in der Region zu halten, steht unterm Strich ein hoher volkswirtschaftlicher Gewinn.

Und trotzdem bietet das Kleingedruckte Anlass zur Kritik: Der Kreis beteiligt sich mit 50 Prozent an der Betriebsgesellschaft, überlässt aber der Stadt den größeren Teil der Verlustabdeckung. Das ist nicht fair. Das entspringt einem Kleingeist und nicht einem Geist, der in Regionen denkt. Es ist ein erneutes Beispiel für die Masche, sich mit der Infrastruktur des Oberzentrums zu schmücken, ohne sich angemessen an den Kosten zu beteiligen. Weiteres Beispiel gefällig? Das Theater kostet die Stadt jährlich gut neun Millionen Euro, der Kreis beteiligt sich mit 548 000 Euro.

Osnabrück. Zehn Millionen Euro kostet der Bau eines Innovationszentrums in der ehemaligen Scharnhorstkaserne am Westerberg, die nach dem Krieg von den britischen Streitkräften genutzt wurde. Gemeinsam lassen Stadt und Landkreis Osnabrück sowie die Europäische Union und das Land Niedersachsen das InnovationsCentrum Osnabrück″ (ICO) entstehen.
Normalerweise werfen solche Technologie-, Gründer- und Innovationszentren keinen direkten Gewinn ab. Darin unterscheiden sie sich von den marktüblichen Gewerbeimmobilien. Dafür sollen sie als Anschub- und Schlüsselinvestition der regionalen Wirtschaftsförderung dienen und somit die Zukunft der Region als Wirtschaftsstandort sichern. Außerdem wird das ICO eng mit der Hochschule Osnabrück zusammenarbeiten.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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