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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Musiktreff im Wasserturm am Bahnhof
Zwischenüberschrift:
Bahn hat Baudenkmal verkauft
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Er gehört zu den beliebtesten Fotomotiven in Osnabrück. Vielleicht wird der Wasserturm am Hauptbahnhof bald ein Treffpunkt für die Musikszene sein. Ein junges Team will in dem Baudenkmal Probenräume für Bands einrichten, dazu Bühnen für Auftritte und eine Lounge Bar.
Unverkennbar ist der 35 Meter hohe Koloss ein Überbleibsel aus der Zeit der Dampfkraft. 1913/ 14, kurz vor dem 1. Weltkrieg, wurde der Wasserturm am Hauptbahnhof gebaut. Über baumdicke Wasserleitungen ließen sich die Kessel der Lokomotiven in wenigen Minuten füllen. Als die Bahn längst auf E-Loks und Dieselantrieb umgerüstet hatte, diente der Wasserturm noch immer der Versorgung des Hauptbahnhofs. Erst ein Schaden an der 17 km langen Wasserleitung der Bahn von Natrup-Hagen zum Hauptbahnhof beraubte den Wasserturm seiner Funktion.
Das war 1999. Seitdem bezieht die Bahn ihr Wasser von den Stadtwerken, und das Bassin in den oberen Stockwerken des Turms ist ausgetrocknet. Wären die Außenwände aus Glas statt Bruchstein, dann fiele der Blick auf ein Innenleben, das von den Proportionen einem Weinglas ähnelt: Ein achteckiger Stiel aus Beton trägt den gemauerten Kelch, der 750 000 Liter Wasser aufnehmen kann.
Der Behälter bleibt unangetastet, wenn jetzt für den Turm ein neues Zeitalter beginnt. Seit einigen Monaten gehört das technische Baudenkmal ebenso wie der alte Bunker und benachbarte Bahngebäude der Ostra-Immobilien GmbH, deren Eigner auch am Güterbahnhof beteiligt sind. Die Idee, Musiker und Künstler in den Wasserturm zu holen, hatte der Bissendorfer Immobilienkaufmann Karl-Heinz Simmert, der auch gleich einen Pächter ausfindig machte. Oliver Nunziante, Betreiber eines Tonstudios und zugleich Gastronom, will den Wasserturm in den nächsten Monaten zum Musiktreff umbauen.
Durch eine raffinierte Raumaufteilung mit Emporen über mehrere Ebenen wollen Oliver Nunziante und seine Mitstreiter Platz für Konzerte mit 150 oder 200 Zuhörern schaffen. Nicht nur Musiker, auch Maler, Fotografen und andere Künstler sollen dem denkmalgeschützten Rundbau einen neuen Inhalt geben. Nach den Plänen des neuen Pächters wird es in den unteren Etagen des Turms zudem gastronomische Angebote geben. Damit könnte sich der bislang nur für DB-Mitarbeiter zugängliche Wasserturm zu einem offenen Haus entwickeln.
Den Wasserbehälter möchte Oliver Nunziante am liebsten wieder fluten und etwas ganz Verrücktes daraus machen. Vielleicht ein Becken, in dem Taucher trainieren können.

Bildergalerie
auf www.noz.de

Bildtexte:

35 Meter hoch, 98 Jahre alt: Für den Wasserturm am Hauptbahnhof soll es schon bald eine neue Nutzung geben

Der Wasserbehälter bleibt. Diese Treppe führt nach oben.

Öffentlicher Raum: Im Erdgeschoss des Wasserturms soll eine Bühne mit Zuschauerraum entstehen. Die Ausbuchtung rechts ist das Treppenhaus.

Gute Aussicht, hell und geräumig. So sieht es unterhalb des großen Wasserspeichers aus.

Fotos: Michael Hehmann

Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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