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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Randlagen sind sowieso gefährdet
Zwischenüberschrift:
Stadtbaurat Wolfgang Griesert zum Einkaufszentrum am Neumarkt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Stadtbaurat Wolfgang Griesert kalkuliert ein, dass ein Einkaufszentrum am Neumarkt den Randlagen schaden könnte. Im Interview mit unserer Zeitung machte er aber deutlich, dass diese Entwicklung auch ohne ein neues Shopping-Center droht. Das Gespräch ist vollständig im Internet unter www.os1.tv zu sehen.
Herr Griesert, Sie sitzen doch zwischen den Stühlen. Der Oberbürgermeister erwartet, dass Sie für das Einkaufszentrum eintreten, die CDU erwartet Ihre Unterstützung dagegen.
Ich sitze ganz gut auf dem Stuhl des Verwaltungsvorstandes. Der Oberbürgermeister und ich sind einer Auffassung. Wir haben seit Monaten Gespräche mit Dr. Bergmann geführt, um den Neumarkt voranzubringen, und natürlich haben die einzelnen Fraktionen ihre Meinungsbildung jetzt voranzutreiben. Das ist wichtig für einen so zentralen Platz wie den Neumarkt.
Wir sprechen von einem riesigen Einkaufszentrum, das die Besucher magnetisch anziehen soll. Kann der Neumarkt auch ohne so einen Magneten funktional aufgewertet werden?
Wir sind ja dabei, in Bausteinen den Neumarkt in seiner Attraktivität und Funktionalität so zu stärken, dass wir in der Neustadt und der Altstadt etwas davon haben. Und wir werden das unabhängig davon tun, ob ein Einkaufszentrum kommt. Aber eines ist klar: Eine größere Einzelhandelsfläche, die Attraktivität im Bereich der oberen Johannisstraße ausstrahlt, ist sicherlich ein Punkt, der Altstadt und Neustadt zusammenbringt.
Viele Städte, die Einkaufszentren bauen, achten auf eine direkte Anbindung zur Innenstadt. Der Neumarkt ist aber für Fußgänger eine Barriere.
Wichtig ist, den Übergang der Fußgängerströme von der Großen Straße in die Johannisstraße zu erleichtern. Im Masterplan, den alle Fraktionen gemeinsam verabschiedet haben, ist das durch ein zusätzliches Baulos vor Hennes und Mauritz eingeleitet worden. Durch größere Freiflächen sowohl vor dem Landgericht als auch vor der gegenüberliegenden Seite wird das Überqueren deutlich einfacher für die Besucher. Und wenn auf der anderen Seite attraktive Einzelhandelsnutzungen sind, ist eine dreispurige Barriere deutlich geringer als eine Barriere, wie sie der Neumarkt heute darstellt.
Werden die Investoren eigentlich an den Kosten der Umgestaltung beteiligt?
Das Gutachten zur Einzelhandelsverträglichkeit sagt, dass ein Einkaufszentrum an der Stelle nur funktioniert im gesamtstädtischen Kontext, wenn gleichzeitig der Neumarkt aufgewertet wird. Es ist schon wichtig darüber nachzudenken, ob auch diejenigen, die davon profitieren, an solchen Kosten beteiligt werden.
Der Immobilienkaufmann Dr. Bergmann hat Rechte am Neumarkttunnel. Wie weit schränken diese Verträge die Gestaltungsspielräume der Stadt ein?
Es gibt noch für etwa zehn Jahre das Recht auf einen unterirdischen Anschluss von H& M an die Neumarkt-Passage. Für die verkehrliche Verbesserung ist es wichtig, dass die Rampe zur Johannisstraße und die Zugangsbauwerke zum Tunnel entfernt werden, denn nur so kann der Busverkehr so organisiert werden, dass der Neumarkt ein attraktiver Platz wird. Da wird auch sicherlich Dr. Bergmann ein großes Interesse haben, und deshalb sind wir mit ihm natürlich in Gesprächen, wie man das forcieren kann.
Die Geschäftsleute aus der Krahnstraße haben Angst, dass ihnen das Einkaufszentrum schadet. Auch in anderen Randlagen werden Leerstände befürchtet.
Der Gutachter, der die Verträglichkeit eines Einkaufszentrums untersucht hat, sagt deutlich, dass es zur Abschmelzung von Randlagen kommen wird. Das ist ein Prozess, der möglicherweise beschleunigt wird, dass man einige Randlagen nicht mehr mit der Frequenz als Fußgänger bedient wie vorher. Aber es ist die Frage, ob dieser Prozess nicht sowieso fortschreitet. Und insofern wäre es gut, dass diejenigen, die befürchten, dass es Einbußen gibt, sich genau überlegen, wie sie darauf reagieren, wenn ein Einkaufszentrum kommt.
Das ganze Interview
im Video auf www.os1.tv

Bildtexte:

Hier besteht Veränderungsbedarf: Der Neumarkt heute ist ein Platz fast ohne Aufenthaltsqualität.

Zwischen den Stühlen: Stadtbaurat Wolfgang Griesert, eingerahmt von den Redakteuren Rainer Lahmann-Lammert (links) und Michael Schwager, im Medienzentrum.

Fotos:

Jörn Martens
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert, Michael Schwager,


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