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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Praktizierte christliche Nächstenliebe sieht anders aus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Das Beispiel Stüveschule zeigt einmal mehr, inwieweit sich Rahmenbedingungen der Grundschulbildung verändert haben. Die Trennung von konfessionell gebundenen und städtischen Schulen führt zu einer zunehmenden Gettoisierung von Kindergruppen. 85 Prozent Migrationshintergrund, ein deutschstämmiges Kind in einer Klasse; die Signale sind alarmierend.

Wo immer eine Konfessionsschule in direkter Nachbarschaft zu einer städtischen Grundschule steht, wird die Integrationsarbeit ausschließlich auf eine Schulter abgeladen und damit umso schwieriger bis unmöglich. Es sind doch gar nicht mehr nur die treuen Gläubigen, die ihre Kinder an die Konfessionsschule schicken. Da wird (zum Schein) konvertiert und eigenen geistlichen wie weltlichen Ansichten widersprochen, wenn es darum geht, sein Kind doch von gesellschaftlichen Entwicklungen in der Bevölkerung fernzuhalten. Solange die Konfessionsschulen nur ihre kleine Quote Andersgläubiger zu erfüllen haben, kann von gesellschaftlicher Verantwortung keine Rede sein.

Praktizierte christliche Nächstenliebe sieht meines Erachtens anders aus. Wie in einem Teufelskreis wird die Anzahl der Eltern, die sich eigentlich nicht verbiegen wollen, scheinbar kleiner. Und sei es, dass weitere Wege zu einer anderen städtischen Schule in Kauf genommen werden. Dabei wäre es doch in Zeiten abnehmender Mitglieder der traditionellen Kirchen eher eine sinnvolle (Marketing-) Strategie, sich mehr zu öffnen und nicht ein Closed Shop′ zu bleiben. Und wo Eltern mit ihren Füßen abstimmen, werden Lehrer früher oder später nachziehen und sich eher anderswo bewerben.

Die Albert-Schweitzer-Schule bietet ein Beispiel. Hoffentlich besinnen sich die katholischen Kirchenverantwortlichen und schließen wenigstens punktuell Kompromisse, um allen Kindern der betroffenen Stadtteile gleiche und somit bessere Zukunftsmöglichkeiten in der Schulbildung zu gewähren. Unsere Gesellschaft ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auf eine bestmögliche Bildung aller(!) Kinder angewiesen!"

Axel Mauersberger

Osnabrück
Autor:
Axel Mauersberger


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