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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Oldenburger ECE-Gegner etwas entspannter
Zwischenüberschrift:
Center-Managerin Landsmann: Schlosshöfe erhöhen die Anziehungskraft der Innenstadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OLDENBURG. Mitte März öffneten die Schlosshöfe in Oldenburg. Mit 12 500 Quadratmeter Verkaufsfläche ist das Einkaufscenter nur etwa halb so groß wie das, was die Investoren für den Osnabrücker Neumarkt planen. Aber die Debatte, die in Oldenburg in der Planungsphase geführt wurde, ähnelt der in Osnabrück. In Oldenburg ging′s dabei hoch her.

Auch hier drehte sich die Diskussion zunächst um die Aufwertung des zentralen Schlossplatzes. Was in Osnabrück das Kachelhaus am Neumarkt ist, waren in Oldenburg ein nicht mehr benötigtes Hallenbad und ein Sparkassengebäude mit dem Charme der 70er-Jahre.Im inhabergeführten Einzelhandel der Oldenburger City regte sich der Widerstand gegen die von ECE geplanten Schlosshöfe. Es gab Aufkleber mit dem Slogan Stopping Center″, die die Kaufleute der Innenstadt an ihre Schaufenster pappten. Bürger und Denkmalschützer gingen auf die Barrikaden. SPD-Bürgermeister Dietmar Schütz, der trotz des Widerstandes mit Investor ECE die Verhandlungen begonnen hatte, verlor bei der Kommunalwahl 2006 seinen Posten an den CDU-Kandidaten Gerd Schwandner. Der hatte sich im Wahlkampf gegen das Center ausgesprochen und bekam nach der Wahl Stress, weil er wegen unvorhersehbarer″ Probleme schließlich doch den Vertrag mit ECE unterschrieb. Inzwischen, keine 100 Tage nach der Eröffnung des Centers, scheint der Pulverdampf verraucht. Elvira Precht zum Beispiel, Textilerin aus der City, gehörte vor dem Bau zu den scharfen Kritikerinnen. Vor allem, weil sie ein Center in direkter Nachbarschaft zum Schloss und zur alten Schlosswache für unpassend hielt. Um ihre Stammkundschaft machte sie sich aber schon damals keine Sorgen. Sie führt Mode für große Größen, und die wird im Center nicht angeboten. Precht: Die Schlosshöfe zielen vor allem auf die junge Kundschaft.″Spielwarenhändlerin Gudrun Scharmann, die in den Schlosshöfen Konkurrenz bekommen hat, ist da etwas zurückhaltender: Wir sehen es inzwischen etwas gelassener″, sagt sie zwar, aber in den ersten vier Tagen nach der Centereröffnung sei das Geschäft bei ihr fast komplett eingebrochen. Wir haben uns aber gut aufgestellt und versuchen mit einer angenehmen Atmosphäre und einem höherwertigen Angebot gegenzuhalten.″ Nach einemJ ahr werde sie die Lage besser beurteilen können. Kathrin Landsmann, Center-Managerin der Schlosshöfe, betont die gemeinsamen Interessen aller Innenstadt kaufleute: Wir sind mit dem Start zufrieden. Wir haben voll vermietet eröffnet.″ Und unter den Mietern seien 70 Prozent neue Geschäfte. Das Center habe das Angebot bereichert und die Sogkraft der Oldenburger City bis ins erweiterte Einzugsgebiet vergrößert. Die IHK habe bestätigt, dass nach der Eröffnung verstärkt Holländer den Weg nach Oldenburg gefunden hätten. Durch die gute Anbindung an die Fußgängerzone hätten auch die Geschäfte dort etwas davon. Aus Sicht von Rolf Knetemann, Geschäftsführer des Unternehmerverbandes Einzelhandel Nordwest, ist die Anbindung an die City einwesentlicher Faktor. Wenn ein Center kein Eigenlebenführen soll, dürften sich Politik und Stadtplaner die Federführung nicht von den Investoren aus der Hand nehmen lassen. Eins steht für Knetemann fest: Wenn ein Center ein Verdrängungspotenzial von sechs, sieben Prozent verursache, werde es für den inhabergeführten Einzelhandel einer Stadt schon gefährlich.

Bildtexte:
Die Schlosshöfe sind über sechs Eingänge mit der Oldenburger Fußgängerzone verbunden.
Kathrin Landsmann, Center-Managerin.
Foto:
Norbert Weidemann

Kenndaten im Vergleich

Oldenburg
Einwohner: 160 937
Einzugsbereich: Rund 700 000 Menschen
Kaufkraft: 102, 2
Zentralität: 142

Osnabrück
Einwohner: 163 376
Einzugsbereich: 800 000 bis eineMillion
Kaufkraft: 99, 2
Zentralität: 149

Die Handelszentralität zeigt das Verhältnis des Einzelhandelsumsatzeszur Kaufkraft am Ort an. Eine Ziffer über 100 bedeutet, dass der Umsatz über der Kaufkraftliegt. Je höher die Zahl, umso größer ist die Anziehungskraft einer Stadt für die Kunden aus dem Umland. Die Kaufkraftkennziffer zeigt den Wert einer Stadt im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (100).
Autor:
Michael Schwager


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