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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Leguan, Vogelspinne, Chamäleon
Zwischenüberschrift:
Halle Gartlage: Faszinierende Reptilienvielfalt und nichts für schwache Nerven
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Vogelspinnen-Fan auf der " Terraxotica Germany". Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Freunde von Vogelspinne, Bartagame und Co. kamen am Sonntag in der Halle Gartlage auf ihre Kosten. Auf der Reptilienbörse " Terraxotica Germany" konnten die Besucher verschiedene Reptilienarten beobachten, sich informieren oder die Tiere auch gleich kaufen.

Equipment wie Terrarien und Fachliteratur rundeten das Angebot ab. Für die vielen gleich gesinnten Reptilienfans gilt die Messe als Plattform des Austauschs.

Stolz die neu erworbene Zwergbartagame in der Transportbox tragend, kommt der elfjährige Maurice Turnee aus der Reptilien ausstellung gelaufen. Zu Hause in Laggenbeck hat er bereits vier Leopardgeckos. " Ich züchte gerne Reptilien, die sind sehr niedlich", berichtet er und fügt als kleiner Spezialist und Nachwuchszüchter eine wichtige Information hinzu: " Die Zwergbartagame kommt in ein Extra-Terrarium. Mit den Geckos würde sie sich nicht verstehen." Beim Schlendern entlang der Ausstellungstische gab es so manch eigenartig aussehende Art zu entdecken. Da saß ein dicker Schmuckhornfrosch in der Ecke seiner Box, Heilige Pillendreher wuselten mit ihren schwarzen Chitinpanzern durcheinander, Faltengeckos und Goldskinke blinzelten in Richtung der neugierigen Messe-Besucher. Sympathiefänger waren die Chamäleons, die ihre Augen, mit denen sie übrigens besser sehen können als der Mensch, unabhängig voneinander in alle Richtungen verdrehen.

Silvia Zurloh, Reptilienzüchterin aus Rheine mochte Chamäleons bis vor einem Jahr nicht. Sie züchtet seit 1998 Spinnen, Schlangen, Halsbandleguane, Chuckwallas, die auch zu den Leguanen gehören, und Bartagamen. Als sie durch Zufall in einem Fachgeschäft 40 Baby-Chamäleons in einem Terrarium sah, hat es sie gepackt. " Da habe ich mich in die Art verliebt", erklärt die Züchterin euphorisch. Die jungen Jemenchamäleons, die sie auf der Terraxotica verkauft, waren die erste Nachzucht des Pärchens, welches sie sich nach ihrem Schlüsselerlebnis mit den Babys vor einem Jahr kaufte.

Zu Hause hält sie 50 Reptilien, die Jungtiere und Schlangen nicht mitgezählt. " Es ist ein sehr kostspieliges Hobby. Strom, Futter und Tierarztbesuche sind teuer. Durch den Verkauf von Jungtieren kann ich einen Teil des Kostenaufwands ausgleichen", so Zurloh. Ihre Jemenchamäleons kosten 35 bis 45 Euro. Männchen sind etwas teurer da sie eine bunte Färbung aufweisen und älter werden als die Weibchen. Das Jemenchamäleon ist eine geschützte Art. Käufer bekommen deswegen einen Herkunftsnachweis von der Züchterin und müssen die Haltung der Tiere der unteren Landschaftsbehörde melden.

Andrej Leinweber ist ein Vogelspinnen-Liebhaber. Über 150 Arten besitzt er. 921 Vogelspinnenarten sind weltweit beschrieben. " Als Kind habe ich alles gehabt: Hund, Katze, Schildkröte, Kaninchen, irgendwann wollte ich dann etwas ganz Besonderes, und so bekam ich meine erste Vogelspinne", erinnert sich der Züchter aus Bünde. Bei ihm bekommt man auch die geschützte Mexikanische Rotknie-Vogelspinne. Früher wurden solche seltenen Arten teuer verkauft. Oft bekam man sie nur aus illegalen Wildfängen.

Durch die Zucht sind diese Wildfänge zurückgegangen, da die gezüchteten Spinnen nun öfter zum Verkauf angeboten werden und nicht mehr so hohe Preise erzielen. Auch zum Schutz der Spinnen betreibt Leinweber die Zucht. Geschickt lässt er eine rötlich gefärbte Avicularia Versicolor-Vogelspinne über seine Hand laufen. Dabei berichtet er von einem Erlebnis in seinem Wohnzimmer: 160 dieser Spinnen seien bei ihm an der Zimmerdecke geschlüpft, da ein erwachsenes Tier durch einen Spalt in der Box entwischen konnte. Als Jungtier ist diese Spinnenart metallisch blau. " Meine Nachbarn sagen immer, mach bloß die Fenster zu", erzählt er schmunzelnd. " Ich habe Fliegengitter eingebaut, damit keine Spinne aus dem Haus kommt."

Über die artgerechte Haltung von Reptilien informierte die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde an ihrem Stand. Ziel der Veranstaltung ist auch, für Verständnis, Akzeptanz und Schutz der Reptilien zu werben.
Autor:
Carolin Hlawatsch


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