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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Noch ist Osnabrück keine Retortenstadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Kein Schmuckstück: Der Neumarkt muss sich ändern nur wie, darüber gehen die Ansichten auseinander. Foto: Jörn Martens

" Osnabrück muss sich fragen, was das eigentliche Ziel des Centers sein soll. Braucht Osnabrück mehr Einzelhandelsflächen? Zurzeit gibt es Leerstände, sogar in der Kamp-Promenade. Zudem kommen bald das Baulos 2′ und das Woolworth-Gebäude wieder als Flächen dazu. Braucht man das Center also für die Umgestaltung des Neumarkts? Der Neumarkt lässt sich sicher auch ohne Center neu gestalten. Warum auch nicht? Was bliebe, wäre ein hässliches Kachelhaus und das leer stehende WöhrlGebäude. Nur um nun diese beiden Gebäude zu revitalisieren, soll das Risiko eingegangen werden, die bisherige Einkaufszone zu schädigen?
Lebt Osnabrück nicht gerade von seiner gewachsenen Atmosphäre? Von dem Charakter, eine historische und keine Retortenstadt zu sein? Die Auswärtigen mögen doch gerade die lebendigen Straßen in Osnabrück und dass sich nicht alles in einem anonymen Center abspielt. Lieber zwei Sorgenhäuser′ als eine zweite Johannisstraße und wer weiß, vielleicht erledigt sich das Problem des Kachelhauses und Wöhrl-Gebäudes ja auch automatisch, wenn der Neumarkt attraktiver geworden ist."
Marc Lehmkuhl
Remscheid
Center veröden Städte
"[...] Den ganzen nachfolgenden Anmerkungen muss ich vorwegstellen, dass ich in Osnabrück geboren bin und seit dem Jahr 1967 nicht mehr hier lebe und in unterschiedlichen Regionen gelebt habe. [...] Betrachtet man andere Städte, so lässt sich sehr leicht feststellen, es sieht in den Einkaufsstraßen überall gleich aus. Da, wo Einkaufszentren gebaut wurden, werden auch Geschäfte aus den bewährten′ Einkaufsstraßen abgezogen und in die neu geschaffenen Einkaufszentren verlagert. Meist kommen Billigläden oder Ketten mit entsprechenden Käuferschichten nach, oder frei werdende Geschäftslokale können nicht mehr vermietet werden. Das Ende vom Lied ist, die bewährten′ Strukturen sind dahin, zum Teil verlagert ins neue Einkaufszentrum. Mit auch anderen Folgen, nämlich durch die veränderten Verkaufslagen werden die Verkehrsströme verlagert, Einzelhandel wird durch Einzelhandelsketten ersetzt, Diversität im Angebot wird im wahrsten Sinne des Wortes Mangelware.
Diese Zentren, egal wie sie denn auch heißen mögen, veröden die Städte, da alle Zentren oder gar Städte ähnlich aussehen, und es ist eigentlich egal, wo man einkauft. Somit ist oder wird Einkauf eigentlich eine Beliebigkeit. Aber was zeichnet Osnabrück als Oberzentrum und Einkaufsstadt denn aus? Diese Stadt hat sehr viel Individualität, wirkt sehr sympathisch, sie hat Charme auch durch ihre gewachsene Bebauung und vieles mehr. Diese Stadt ist ein Anziehungspunkt. Dafür würden andere Städte einiges tun [...].
Eigentlich sollte Politik den Fokus auf die Zukunft richten. Als Vision, wie soll die Stadt in 20, 30 oder 50 Jahren aussehen? Welches Bild entsteht vielleicht durch einen solch argen Umbruch im Innenstadtbereich? Welche Käuferströme werden wie verlagert, werden vorhandene, aus dem (weiteren) Umland kommende Käuferschichten eventuell auch abgeschreckt′ wegen der Beliebigkeit des Einkaufserlebnisses etc.?
Dazu gehört auch, dass die Stadt nicht nach dem Motto handelt: Hurra, hurra, ein neuer Investor ist da′. Dieses Handeln kenne ich aus einer anderen Region. Damit kann auch eine Stadtentwicklung kaputt gemacht werden. Ein langfristig angelegtes Stadtentwicklungskonzept sollte eigentlich eine Antwort auf solche kurzfristig (?) anfallenden Fragen geben. Aus diesem Grunde sollte Zeit nehmen′ momentanes Motto sein, um eine solche Frage [...] zu beleuchten. [...]"
Dieter Brinkmann
Kreuzau
Gewinne der Reichen
" Heiße Debatten und Streitigkeiten über die Zukunft des Neumarktes sind im Augenblick an der Tagesordnung. Es wird dabei deutlich gespürt, dass es wieder einmal nur um den weiteren Gewinn der schon Reichen geht. Der Osnabrücker Stadtrat denktüberhaupt nicht mehr an den einzelnen, normalen Bürger. Aus den momentan leer stehenden Gebäuden soll sich nun ein großes Einkaufszentrum entwickeln. Gestritten wird dabei nur um die Größe. Ob es wirklich sinnvoll ist und wie es das künftige Stadtbild verändert, spielt dabei keine Rolle. Hauptsache, das angeblich große Geschäft kann dabei von den Finanzriesen gemacht werden.
Der Mittelstand und die anderen kleinen Unternehmer werden gar nicht berücksichtigt. Ein tolerantes Mitspracherecht haben sie nicht. Müssen sie dann alles schwer Verdiente mit einem Schulterzucken aufgeben, können dann noch mehr Gelder zu den Großen fließen.
Der einzelne Mensch in unserer Stadt ist sowieso uninteressant. Nach der Meinung der allgemeinen Bevölkerung wird gar nicht gefragt. Warum kann nicht einmal versucht werden, sich hier Vorschläge von anderen machen zu lassen? Vielleicht ist eine noch bessere Idee dabei. Richtig wäre es, am Ende alles ein wenig nach dem Wunsch der Osnabrücker Bürger zu entscheiden. Sicher könnten dabei viele Fehlinvestitionen und Insolvenzen vermieden werden."
Hannelore Weitz
Osnabrück
Nur Filialisten
" Es ist unzweifelhaft richtig, dass am Neumarkt eine Veränderung geschehen sollte. Warum muss es ein riesiges Shoppingcenter sein, welches, wie in allen Städten, von Filialisten angemietet wird? Filialisten, die wir schon größtenteils in den Fußgängerzonen haben. Zwei Standorte werden sie nicht betreiben!
Hinzu kommt, dass die großen Shoppingcenter nicht mehr der zukünftigen Entwicklung entsprechen, wenn man den Trendforschern zuhört. Der künftige Verbraucher möchte mehr Individualität, sich selbst verwöhnen, und Nachhaltigkeit wird stark an Bedeutung zunehmen. So wäre für diesen Standort zu überlegen, die Uni, insbesondere den Bereich Kunst, mit einzubeziehen. Diese Fakultät liegt dem zu verplanendem Standort direkt gegenüber. Wie große Städte wie zum Beispiel Hamburg es mit der Speicherstadt gemacht hat könnte Osnabrück an diesem Standort kleine Künstlerate liers, kleine Geschäfte mit handwerklichen oder kunstgewerblichen Arbeiten, ansiedeln. Im vorderen Bereich würde ein kleines Shoppingcenter entstehen mit Verbindung zum Kunst- und Kulturbereich.
Vielleicht kann man auch die Bundesumweltstiftung über das Thema Nachhaltigkeit gewinnen. So würde in der Stadt etwas entstehen, was nur Osnabrück hat und die Stadt unverwechselbarer macht und mehr Besucher anlockt als das zigste Shoppingcenter, welches in anderen Städten genauso zu finden ist."
Winifried Waldvogel
Osnabrück


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