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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Auch auf dem Wochenmarkt herrscht Angst
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EHEC: Uni stellt Speiseplan um
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Alles Bio: Rainer Kuhlmann setzt bei seinem Gemüse auf biologischen Anbau: " Bedenkenlos" sei der Verzehr. Fotos: Michael Hehmann

Viele Tomaten fanden auf dem Wochenmarkt am Ledenhof gestern keinen Absatz.

Wenig begehrt: Gurken blieben liegen.

Osnabrück . Unterschiedliche Reaktionen gab es gestern in Osnabrück auf die offizielle Warnung des Robert-Koch-Institutes, nach ersten Infektionen des EHEC-Erregers keine Tomaten, Salat und Gurken zu verzehren. Dass Salatgurken aus Spanien eindeutig der Träger des gefährlichen Keims sind, war am Morgen noch nicht bekannt. Die Uni Osnabrück hatte ihren Speiseplan umgestellt, und auf dem Wochenmarkt am Ledenhof war die Stimmung eher abwartend.

Der offiziellen Warnung könne man sich nicht verschließen und habe umgehend darauf reagiert: Tomaten, Gurken und Salat würden in den Mensen vorerst nicht mehr angeboten, erklärte Birgit Bornemann, Geschäftsführerin des Studentenwerks, das täglich bis zu 8000 Mahlzeiten ausgibt. Am Buffet wurden am Donnerstag die umstrittenen Waren ebenso gestrichen, wie auch die Salatgarnituren in den Cafeterien vom Speiseplan verschwanden: " Der Schutz unserer Kunden hat Priorität", betonte Bornemann.

Auf dem Wochenmarkt am Ledenhof reichten die Reaktionen von bedenkenlosem Kauf und kritischer Nachfrage bis hin zur kompletten Ablehnung von Tomaten, Gurken und Salat. Die Kunden erkundigten sich verstärkt nach der Herkunft.

" Bei uns werden die Tomaten wie immer gut verkauft, auch wenn die Leute mehr nachfragen", sagte Obst- und Gemüsehändler Selcuk Yesil. Fischhändlerin Dagmar Henke überlässt es ihren Kunden, ob sie auf dem Fischbrötchen ein Salatblatt haben möchten oder lieber darauf verzichten.

Regina Münzebrock beobachtete, dass die Kunden sehr wohl ängstlicher seien: " Viele fragen, woher der Salat und das übrige Gemüse kommen." Ihren Salat bezieht sie aus dem Rheinland, Tomaten aus den Niederlanden. Ähnliche Erfahrungen hat Angelika Häusler gemacht, die den Kunden, die " eher verhalten sind", mitteilte, dass ihre Waren aus Holland und Belgien stammen: " Es tut schon ein bisschen weh", meinte Häusler, nachdem oftmals das umstrittene Gemüse in der Auslage liegen geblieben war.

Auch Rainer Kuhlmann sprach von einer Verunsicherung: " Unsere Gemüsesorten können aber bedenkenlos verzehrt werden. Sie stammen aus biologischem Anbau und werden nicht mit Gülle gedüngt."

Und die Bäcker? Martin Volkmann aus Bad Rothenfelde hat prompt reagiert: Statt mit einem Salatblatt wurden die belegten Brötchen in seinem Betrieb mit einer Gewürzgurke oder mit Ei garniert.

In der Damengruppe, die sich auf dem Wochenmarkt einen Kaffee gönnte, war der EHEC-Erreger gestern das Gesprächsthema Nummer eins. Abwaschen, schälen und pellen: " Gründliche Hygiene bei Tomaten und Gurken ist das A und O, und den Salat lasse ich weg", meinte eine der Damen.

Alles in allem regierte also die Vorsicht.
Autor:
Simone Grawe


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