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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Rezepte aus dem "Goethegarten"
Zwischenüberschrift:
Bundesumweltstiftung feiert 20. Geburtstag - nur ein verärgerter Grüner fehlt
Artikel:
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Originaltext:
Kanzlerin Angela Merkel (v. l.) und mehrere Hundert Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Umwelt feierten gestern in Berlin den 20. Geburtstag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Die fördert auch gesunde Ernährung. SarahWiener kochte in Osnabrück mit Kindern. Umweltminister Norbert Röttgen ließ sich dort auf einem Jugendkongress die Umweltverträglichkeit von Alltagsgegenständen erklären.Fotos: dpa

Berlin. Endlich einmal etwas Positives: Nach Wahlschlappen, Atomstreit und Euro-Krise kann Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim 20. Geburtstag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) entspannt durchatmen. Die Bilanz der DBU mit Sitz in Osnabrück ist glänzend.

Von Beate Tenfelde - Es war ein " historischer Moment", als im Herbst 1989 der damalige Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer und CSU-Finanzminister Theo Waigel sich entschieden, 2, 5 Milliarden Mark aus dem Verkauf der bundeseigenen Salzgitter AG nicht im maroden Bundeshaushalt versickern zu lassen. Sie investierten das Geld in die Deutsche Bundesstiftung Umwelt - und damit in die Zukunft, wie sich gestern in Berlin beim Festakt " 20 Jahre DBU" zeigt.
" Es war eine einmalige Chance", sagt Waigel. Schon ein halbes Jahr später wäre das nicht mehr möglich gewesen. " Dann wäre das Geld in den 1900 Milliarden Euro verschwunden, die nach dem Mauerfall die deutsche Einheit gekostet hat", sagt der Christsoziale.
Gestern hören Tietmeyer, Waigel und dessen damaliger Staatssekretär Horst Köhler - auch der Ex-Bundespräsident sitzt in der ersten Reihe - viel Lob. Durch kluge Anlagepolitik hat sich das Stiftungskapital auf 1, 9 Milliarden Euro vermehrt. Die am 1. März 1991 unter der Führung von Generalsekretär Fritz Brickwedde gestartete DBU hat ihr Aktionsfeld ständig erweitert. Zuerst mussten die Umweltsünden in der DDR behoben, dann die mittelständischen Unternehmen für Ökologie begeistert werden. Unter anderem 11 000 Handwerker hat die DBU geschult. Heute verwaltet Brickwedde 46 000 Hektar schutzwürdige Fläche in Deutschland. Die Renaturierung dieses nationalen Naturerbes ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt. Seine Vision: ökologisch sanierte Schulen. " In Energieschleudern können wir Kinder nicht zu Umweltbewusstsein erziehen", sagt er.
Die Welt der DBU ist bunt und hat viele Anhänger: Ex-Umweltminister Sigmar Gabriel, wie der amtierende Ressortchef Norbert Röttgen Geburtstagsgast, berichtet von jener Fledermaus, die ein bestimmtes Enzym zur Blutgerinnung produziert. " Dank der DBU rettet dies heute Schlaganfallpatienten." Der Öko-Unternehmer Michael Otto, Chef des Mega-Versandhauses, outet sich als Protektor für ein Feuchtwiesen-Schutzprogramm. Der Schlagersänger Peter Maffay wird als Förderer von Kindern vorgestellt, der in Siebenbürgen Job-Perspektiven schafft und nebenbei ökologische Kläranlagen baut.
Bei den Kleinen fängt Umweltschutz an - wie auch vier Grundschüler aus Thüringen vorführen. Mit Gewürztagetes aus ihrem " Goethegarten" und einem Kochbuch überraschen sie die Kanzlerin. " Wir haben gehört, dass Sie gern kochen", weiß Lara. Angela Merkel fängt gleich an zu blättern. " Gut, ich werde das ausprobieren."
Sie lobt die Stiftung a ls ein gutes Aushängeschild für Deutschland. " Machen Sie es wie bisher." Geht es um aktuelle Politik, ist sie zugeknöpft. Zu Jahreszahlen beim Atomausstieg will sich die Kanzlerin nicht äußern. Sie sei gespannt auf die Ergebnisse der Energie-Ethikkommission an diesem Wochenende: " Ein paar Tage müssen wir also noch warten." Zugleich bekräftigt die CDU-Vorsitzende, dass es um einen weitreichenden Umbau der Energieversorgung gehe, der die Wirtschaft existenziell berühre. " Es geht hier nicht nur um blanke Jahreszahlen", sagt sie. Vielmehr solle der Anteil erneuerbarer Energien bis 2050 auf 80 Prozent gesteigert werden. Zentraler Punkt sei dabei auch die Steigerung der Energieeffizienz. Hier lägen erhebliche Potenziale brach, sagt Merkel.
Einer, der in diesem Punkt, die Meinung der CDU-Chefin teilt, ist nicht da. Der frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) ist zur Festveranstaltung mit dem Hinweis auf ein " Datenbankproblem" verspätet eingeladen worden und lehnte dann dankend ab. Bei der Festveranstaltung seien Mitglieder der Grünen als Redner offensichtlich nicht erwünscht.
Autor:
Beate Tenfelde


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