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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Naturerlebnis mitten in der Innenstadt
Zwischenüberschrift:
Umwelt- und Kräuter-Exkursion mit Wildnispädagogin Björg Dewert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Erlebnisspaziergang: Wildnispädagogin Björg Dewert zeigt den Teilnehmern, was in der Stadt wächst. Foto: Egmont Seiler

iza Osnabrück. Unscheinbar und unspektakulär hält die Natur kleine Flächen selbst in einer großen Stadt wie Osnabrück besetzt. Ein Erlebnisgang mit Björg Dewert führte zu jenen Stellen, wo sich Wildkräuter und andere Gewächse trotz Asphaltierung und Bodenversiegelung halten und gedeihen.
Ein kleiner Grünstreifen gegenüber dem Haus der Jugend erregte das Interesse der Natur- und Wildnispädagogin. Inmitten einiger dornenbesetzter Büsche, die allgemein gern als Bodendecker bezeichnet werden, ragten einige Brennnesseln heraus. " Sehr schön! Da haben wir gleich etwas, woraus sich Tee oder ein Salat machen lässt", kommentierte Dewert den Fund. An derselben Stelle fand sie noch Labkraut, Giersch, Vogelmiere und einfaches Gras.
Bei Letzterem seien besonders die fast weißen Übergänge zwischen Halm und Wurzeln stark proteinhaltig und damit auch für den Menschen verwertbar. Der Ausdruck " ins Gras beißen" beziehe sich auf die Essbarkeit. " Wenn Cowboys in den Wüsten ins Hungern kamen, konnten sie auf dieses Nahrungsmittel zurückgreifen". Allerdings war das meist auch der letzte Ausweg, bevor es mit einem zu Ende ging.
Die Exkursion durch die Innenstadt barg für das halbe Dutzend Teilnehmer ein wenig Erlebnispädagogik, gemixt mit Naturempfindung und einem Schuss Survival-Training. Zehntausende Jahre lang lebten unsere Vorfahren im Einklang mit der Natur, waren abhängig von ihr und haben deshalb umfangreiches Wissen darüber gesammelt. " Vieles von dem schlummert noch in uns, wir müssen es nur wieder an die Oberfläche kommen lassen", teilte Dewert mit.
Aus Giersch lasse sich herrlich schmeckende Limonade machen, aus den Fasern abgefallener Ahornäste zugfeste Bänder flechten. " Aber Vorsicht beim Pflücken von Essbarem in der Stadt: Nur Blätter oberhalb der Hundepinkelhöhe pflücken, sonst kann es ungesund werden", riet sie.
Einklang mit der Natur steht aber auch für Ruhe, Entspannung und Erholung. " Rückbindung an meine innere Natur" stand auf der Einladung der Exkursion, die in der Veranstaltungsreihe Stadtnatur vom Arbeitskreis Umweltbildung der Lokalen Agenda 21 Osnabrück angeboten wurde. Während kurzer Besinnungspausen wurden die Teilnehmer aufgefordert, die Augen zu schließen und ihre Empfindungen zu überprüfen. An anderer Stelle formten sie Zeigefinger und Daumen beider Hände zu einer Art kleiner Bilderrahmen, um so Details im Blätterwerk der Sträucher besser wahrnehmen zu können. Heute ist der Begriff " ganzheitlich" zu einem Modewort verkommen. Doch auf diesen Spaziergang durch das Stadtzentrum passte er hundertprozentig.
Autor:
iza


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