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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Recyclinghof Bad Laer wird zur Hängepartie
Zwischenüberschrift:
Gemeinde verweigert nach anfänglicher Zustimmung ihr Einverständnis
Artikel:
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Originaltext:
Auf diesem Gelände eines ehemaligen Kalksandsteinwerks an der Glandorfer Straße in Bad Laer will die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Landkreises Awigo einen Recyclinghof einrichten. Doch die Gemeinde verweigert nach anfänglicher Zustimmung ihr Einverständnis. Foto: Egmont Seiler

Bad Laer. Die Ansiedlung eines Recyclinghofes in Bad Laer wird für den Abfallwirtschaftsbetrieb Awigo zur Hängepartie. Ein rund zwei Hektar großes Gelände an der Glandorfer Straße ist von der Tochtergesellschaft des Landkreises Osnabrück gekauft und aufwendig vorbereitet worden. Doch die Gemeinde verweigert nach anfänglicher Zustimmung nun ihr Einverständnis.

Von Franz-Josef Raders - Schon im vergangenen Herbst war aus einer nahen Wohnsiedlung Widerstand gegen die Pläne laut geworden. Auf dem Gelände des ehemaligen Kalksandsteinwerks nahe den Heideseen sollte Grünabfall gesammelt und aufbereitet werden. Die Rede war dann auch von einem Recyclinghof, vergleichbar den Anlagen in Georgsmarienhütte oder Wallenhorst. Die Kunden können dort Altholz, Altreifen, Sperrmüll oder Elektronikschrott in Sammelcontainer werfen.
In Bad Laer könnten Gartenabfälle vor Ort aufbereitet werden - zu Mulch und Humus, aber auch zum Rohstoff für die Energieerzeugung. Im Gespräch war ebenfalls bereits im vergangenen Jahr, dass die TEN (Teutoburger Energienetzwerk) eine Anlage zur Erzeugung erneuerbarer Energie in Bad Laer bauen könnte, um das Fernwärmenetz im Heilbad mit ökologisch erzeugter Wärme zu versorgen. Dafür hat sich das genossenschaftlich organisierte Unternehmen das Gelände der alten Bad Laerer Kläranlage gesichert.
Ob eventuell auch aufbereitete Grünabfälle oder Holzschnitt aus einem geplanten Recycling- und Grünabfallplatz nahe den Heideseen verwertet werden sollen, machte die TEN noch im Herbst 2010 von der Sortierung der Abfälle abhängig. Bedingung sei, dass der biologische Abfall sauber und sortiert ist, hieß es. Entsprechende Gespräche mit der Awigo sollten aber auf jeden Fall geführt werden. Ob und wie weit diese Pläne seit dem vergangenen Herbst weiterentwickelt worden sind, ist unklar. Sowohl die Awigo als auch die TEN ließen in dieser Woche mitteilen, dazu keinerlei Angaben zu machen.
Unterdessen sind aber Fakten geschaffen worden. Die Awigo hat die zwei Hek tar große Fläche an der Glandorfer Straße von einer Gesellschaft mit Sitz in Georgsmarienhütte gekauft und Gebäudeteile darauf abreißen lassen. Für die Vorbereitung der Fläche als Recyclinghof sind nach Angaben des Landkreis-Sprechers Burkhard Riepenhoff unterm Strich Kosten " im niedrigen fünfstelligen Bereich" angefallen.
Der Vertrag mit der GMHütter Gesellschaft ist nach Riepenhoffs Angaben allerdings so gestaltet, dass der Kaufpreis erst gezahlt werden muss, wenn die gemeindliche Zustimmung zum Recyclinghof vorliegt. Bleibt es beim Nein der Bad Laerer, könne das Grundstücksgeschäft sogar wieder rückgängig gemacht werden, und die Awigo zahle lediglich Miete oder Pacht für einige Monate.
Roland Hemsath von der CDU-Mehrheitsfraktion in Bad Laer hält dieses Vorgehen für " sehr voreilig". Anfänglich und grundsätzlich habe man sich an den Heideseen durchaus einen Grünplatz vorstellen können. Aber die Awigo habe ihre Pläne für einen viel größeren Recyclinghof " nur scheibchenweise präsentiert". Hemsath: " Das fanden hier mehrere Menschen befremdlich." Die Folge: Eine Probeabstimmung über den Recyclinghof bei einem nicht offiziellen Treffen des Gemeinderates endete in diesem März mit einem Patt. Der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan aus dem Oktober 2010 liegt seitdem auf Eis.
Bad Laers Bürgermeister Holger Richard beunruhigt die Entwicklung keineswegs. Er kann sich zwar einen Recyclinghof an der Glandorfer Straße ebenso gut vorstellen wie eine neue Bioenergieanlage der TEN auf dem Gelände der alten Kläranlage. Wenn die Awigo ihre Pläne allerdings aufgeben sollte, kauft möglicherweise die Gemeinde das Gelände an der Glandorfer Straße.

Kommentar
Gezockt
Von Franz-Josef Raders - Die Awigo hat sich in Bad Laer nicht mit Ruhm bekleckert.
Eine alte Industriebrache wie das ehemalige Kalksandsteinwerk an der Glandorfer Straße eignet sich zwar zweifellos als Standort für einen Recy clinghof. Erst recht, wenn mit den dort gesammelten und sortierten Grünabfällen ganz in der Nähe eine Bioenergieanlage befeuert werden könnte.
Diese schon vor gut einem halben Jahr geschmiedeten Pläne sind nach der überraschenden Energiewende in Deutschland sogar vorbildlich. Gar nicht überraschend, sondern eher schon berechenbar sind dagegen Proteste gegen einen Recyclinghof aus einem benachbarten Wohngebiet.
Das Grundstück ohne planungsrechtliche Voraussetzungen zu kaufen und aufwendig vorzubereiten, war ein Vabanque-Spiel, das die Tochtergesellschaft des Landkreises Osnabrück verlieren kann. Das Image des erfolgreichen Vorzeigeunternehmens wird durch derart riskante Geschäfte beschädigt.

Autor:
Franz-Josef Raders


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