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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Besuch im Gedächtnis der Region
Zwischenüberschrift:
Museumstag bietet Depot-Erkundung am Piesberg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Verlust ist groß, dennoch sieht Rolf Spilker recht zufrieden aus: " Das kommt weg, das auch und das hier", sagt der Direktor des Museums Industriekultur und deutet auf landwirtschaftliche Geräte. Die sind voll Rost, doch landen sie nicht auf dem Müll, sondern in einem anderen Ausstellungshaus, erläutert er bei einem Gang durchs Museumsdepot. Hierhin wird er am Museumstag die Gäste führen. Für sie ist das Depot sonst verschlossen.
Es riecht ähnlich staubig wie auf Großmutters Dachboden, doch der ist längst nicht so groß wie das Depot, außerdem liegt hier kein Gerümpel: 2800 Quadratmeter umfassen die Hallen, in denen das Museum Schätze aufbewahrt, um sie eines Tages vielleicht noch zu zeigen. Sie sind Zeugen des Industriezeitalters und stammen aus Unternehmen der Stadt und der Region, zum Teil auch aus Privathaushalten.
Bereits draußen vor den Hallen geht die Sammlung los. Hier liegt der Schmiedemanipulator, der einst im Stahlwerk im Einsatz war. Er hat Rost angesetzt, doch mit 13 Meter Länge, fünf Meter Höhe und einem Gewicht von zwölf Tonnen braucht es eine Weile, bis er Schaden nimmt.
" Solche Gegenstände zählen zum Gedächtnis der Region", sagt Spilker, um kurz darauf die Tür zur ersten Halle aufzustoßen: Uhren, Zangen, Fahrräder, Benzinpumpen, Fahrzeuge. Ein wahres Durcheinander für unkundige Betrachter, für Museumsleute eine Schatzkammer.
Auf der einen Seite liegt eine reich verzierte Treppe aus Gusseisen, über die einst Mitarbeiter der Firma Wallmann gingen. Und hinter einem Ackerwagen mit Kartoffelsortierer findet sich eine alte Transmissionsanlage. Die dient jedoch nicht Ausstellungszwecken: " Wir nutzen sie für Ersatzteile."
Nicht nur das Präsentieren, sondern auch das Forschen, Sammeln und Bewahren gehören zu den Aufgaben eines Museums. Was diese letzten beiden Punkte betrifft, benötigt das Museum Industriekultur viel Platz - denn Maschinen fallen zumeist etwas üppiger aus als beispielsweise Bilder.
1300 Quadratmeter der angemieteten Fläche werden dennoch gerade geräumt - um Kosten zu sparen. Da ist es gut, dass andere Häuser einen Teil der Gegenstände aufnehmen, wie das Heimatmuseum Bissendorf, das eine Landtechniksammlung aufbaut. Was sonst noch weg-kommt, wird sorgfältig geprüft.
Aus Melle stammt eine chemische Reinigungsanlage aus dem 19. Jahrhundert. " Die haben bei der Auflösung der Fabrik angefragt", sagt Spilker, der oft auch von Privathaushalten Gegenstände angeboten bekommt.
Darunter auch ein " Leckerbissen", wie Spilker ihn nennt: ein Staubsauger der Firma Progress aus den 1950er-Jahren. Erkennbar oft wurde er genutzt - doch hat die Besitzerin ihn samt Ersatzbeutel stets in den Verkaufskarton zurückgelegt, aus dem Rolf Spilker ihn vorsichtig herauszieht. Dann greift er zu einem Stapel Hefte. Fein säuberlich, zum Teil mit Schriftschablonen, haben Lehrlinge sie wöchentlich mit Berichten und Zeichnungen über Erlerntes gefüllt.
Solche Dinge lagern aber nicht in den Hallen. Sie würden durch Feuchtigkeit und Temperaturwechsel Schaden nehmen. Sie liegen im Magazingebäude, wo jeder freie Platz genutzt wird - für das Gedächtnis der Region.
Führungen durch das Depot beginnen am Sonntag um 11.30 und um 15.30 Uhr am Magazingebäude, Süberweg.

Bildtext:

Unübersichtlich wirkt das Depot auf unkundige Besucher. Beim Museumstag erläutert Rolf Spilker die Bedeutung der Sammlung für das Museum Industriekultur.

Fotos:

Michael Hehmann
Autor:
Marie-Luise Braun


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