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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Einkaufszentrum: Was passt zu Osnabrück?
Zwischenüberschrift:
Im Rat zeichnet sich Mehrheit für mittelgroße "Arcaden" am Neumarkt ab
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Klein, mittel, groß: Osnabrück hat die Wahl bei der Größe des Einkaufszentrums am Neumarkt. Es läuft offenbar auf das Mittelmaß hinaus - auf etwa 18 000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Zum Vergleich: L+ T hat etwa 20 000 Quadratmeter.
Die Meinungsbildung ist in den Ratsfraktionen noch nicht abgeschlossen, aber der Trend ist klar: SPD, Grüne und FDP wollen dem von Theodor Bergmann einfädelten Konzept eine Chance geben. Allerdings nicht in der XXL-Variante. Mit dem Essener Immobilienentwickler mfi steht ein Investor bereit.
Die Lage: Nach den jüngsten Plänen ist eine Überbauung der Seminarstraße angedacht. Die Osnabrück-Arcaden sollen sich vom Neumarkt entlang der Johannisstraße bis zur Großen Rosenstraße erstrecken. Größenordnung nach dem Bergmann-Plan: 22 000 Quadratmeter Verkaufsfläche plus 1200 Quadratmeter für Gastronomie. Das Parkhaus soll 700 Stellplätze haben. Die Anlieferung wäre über die Große Rosenstraße (Anfahrt) und Seminarstraße (Abfahrt) möglich. Entladen würden die Lkw im Gebäude hinter verschlossenen Toren.
Die Größenordnung: mfi-Vorstand Christof Glatzel hat in einem Interview 20 000 Quadratmeter Verkaufsfläche als untere Grenze für die Lebensfähigkeit eines Centers genannt. Das Cima-Gutachten über die Wirkungen eines Centers auf den Einzelhandel in der Stadt empfiehlt eine Mindestgröße von 18 000 Quadratmeter Verkaufsfläche für den sogenannten aperiodischen Bedarf. Das sind Waren, die in einem längeren Rhythmus angeschafft werden wie Kleidung oder Elektroartikel. Daneben gibt es den periodischen oder täglichen Bedarf, der im Wesentlichen Lebensmittel meint. Die Höchstgrenze setzen die Cima-Gutachter bei insgesamt 22 800 Quadratmetern. Damit würde das " grundsätzliche Gleichgewicht der innerstädtischen Lagen" nicht gefährdet. Es seien aber eine Schwerpunktverlagerung und Umsatzverschiebungen zu erwarten
Der Verkehr: Verkehrsgutachter Christoph Doll (Firma TSC, Essen) geht bei einem großen Center von 250 ankommenden Pkw pro Stunde aus. Zu normalen Geschäftszeiten könnten die Kreuzungen im Umfeld den zusätzlichen Verkehr bewältigen. In Spitzenzeiten aber seien ein Rückstau an der Zufahrt Große Rosenstraße und Probleme an einigen Knotenpunkten unvermeidbar. " Wenn die Geschäfte in den ersten vier Wochen ihre Aktionen machen, ist Land unter", sagte Doll bei der Präsentation des Verkehrsgutachtens im Ausschuss für Stadtentwicklung.
Die Meinungen: Die CDU lehnt ein XXL-Center ab und legt die Grenze bei 12 000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Sie sieht sich durch den Verkehrsplaner bestätigt: An Samstagen und zur Weihnachtszeit drohe ein Verkehrschaos, sagte Katharina Pötter am Donnerstagabend im Ausschuss. Sie bekräftigte, dass die Platzgestaltung unabhängig vom Bau eines Einkaufszentrums vorangetrieben werden könne. Die CDU hält an der geplanten Dreispurigkeit fest, eine Sperrung für den Autoverkehr lehnt die Union ab.
Die SPD unterstützt in Anlehnung an das Cima-Gutachten ein mittelgroßes Center mit 18 000 Quadratmetern. Ohne Center sei der Neumarkt nicht nachhaltig zu entwickeln, sagte Ulrich Hus im Ausschuss. Die SPD schlägt vor, den Geltungsbereich des Bebauungsplans nach Süden über die Seminarstraße hinaus bis zur Großen Rosenstraße auszudehnen, um dem Investor mehr Möglichkeiten zu bieten. Auf der gleichen Linie liegen die Grünen. Sie wollen aber langfristig einen autofreien Neumarkt und die Trasse für eine Stadtbahn gesichert sehen.
Die FDP will dem Bergmann-Konzept eine Chance geben. Die " absolute Obergrenze" liegt nach den Worten von Marita Sliwka bei 18 000 Quadratmetern (alles inklusive). Die Liberalen schlagen Wohnungen auf dem Center vor, " um mehr Leben in die Innenstadt zu bringen".
Die UWG unterstützt den Bau eines Einkaufszentrums nach den Vorschlägen des Cima-Gutachtens, hat aber noch Beratungsbedarf.
Wie geht es weiter? Unabhängig von der Center-Diskussion kann die Stadt bei der Platzgestaltung aktiv werden. Die Voraussetzung: Die Tunnelrampe in der Johannisstraße muss weg. Dort kann ein Bushaltepunkt entstehen. Am östlichen Ende an der Hase (Café Coppenrath) entsteht ein neues Gebäude. Der Investor steht bereit, der Bebauungsplan ist auf den Weg gebracht. Das Gegenstück kann vor H& M entstehen, um dem Platz einen Rahmen zu geben und den Übergang von der Großen Straße in die Johannisstraße zu weisen.
Am Dienstag, 17. Mai, soll der Stadtrat die Weichen entsprechend stellen und die öffentliche Auslegung des Bauungsplans vorbereiten.

Bildtext:

Das Einkaufszentrum soll vom Neumarkt bis zur Großen Rosenstraße (rote Fläche) reichen.

Foto:

Gert Westdörp/ Nabrotzky
Autor:
Wilfried Hinrichs


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