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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Friedhof soll zum Park werden
Zwischenüberschrift:
Studenten stellen Entwürfe für den Johannisfriedhof vor
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wenn sich angehende Landschaftsarchitekten ein Gelände anschauen, stehen meist Veränderungen bevor. 15 Studenten der Hochschule in Haste entwarfen vier Pläne für den Johannisfriedhof. Der wird 2015 entwidmet. Die Leitfrage rankte sich um den künftigen Umgang mit dem historischen Totenacker, der 1808 gemeinsam mit dem Hasefriedhof entstand.
Professor Dr. Jürgen Milchert sprach von zwei Juwelen. " Soweit ich weiß, gibt es in Niedersachsen nichts Vergleichbares - und auch keine guten Beispiele dafür, wie man mit historischen Friedhöfen umgehen kann. Vielleicht sollten wir ein Osnabrücker Modell finden." Genau daran haben seine Studenten einen ganzen Monat lang gearbeitet.
Sie stellten jetzt vier Entwürfe vor. Allen gemeinsam ist, dass sie den Charakter des Friedhofs erhalten. Eine Studentengruppe stellte ihre Vision eines Ortes der Ruhe vor, an dem Veranstaltungen wie Gottesdienste unter freiem Himmel oder Ausstellungen etwa zum Thema Licht stattfinden können. Ein Lesegarten im Totengräberhaus, ein Café in dem anderen historischen Gebäude, Lindenrondelle und eine Hundewiese zeichnen den Entwurf aus. Für den jüdischen Friedhof schlagen die Studenten eine Kippa-Ausgabestelle vor.
Der zweite Plan steht unter dem Motto des Dichters Marcus Valerius Martialis: " Doppelt lebt, wer auch Vergangenes genießt." Die Studenten entwarfen einen Entdeckerpfad mit Info-Tafeln, damit die Besucher besser verstehen, was sie am Wegesrand sehen. Ein alter Brunnen soll wiederbelebt werden.
Am Anfang des dritten Plans stand eine Umfrage. Danach kommen die meisten Besucher nicht wegen der Gräber, viele nutzen den Johannisfriedhof als Abkürzung, ebenfalls viele wünschen sich eine stimmungsvolle Beleuchtung. Die Studenten entwarfen daraufhin einen historischen Park mit attraktiven Plätzen und einem Heckenlabyrinth. Sie würden Gräber, die nicht unter Denkmalschutz stehen, in den Boden einlassen. Dem vierten Entwurf nach wird die alte Wegführung auf dem Friedhof wieder aufgegriffen. Neben der Nutzung für Erholung und Freizeit kommen auch symbolische Pflanzen vor: etwa Eiben als Zeichen der Unsterblichkeit.
Milchert zeigte sich beeindruckt davon, dass seine Studenten die Symbole des Friedhofs würdigten. Doch Hunde auf den ehemaligen Gräbern? Da regte sich bei einigen Zuhörern Widerstand. Auch die Frage, ob der Friedhof nachts geschlossen werden sollte, ist umstritten. Einige Studenten wünschen sich einen Aufenthalt an warmen Sommerabenden; ebenso, dass Grillen und Sonnenbaden erlaubt sind. Über allem schwebt auch die Über legung, ob außerdem neue Gräber auf dem Johannis- und dem Hasefriedhof vorstellbar sind.

Bildtext:

Im vierten Semester sind diese Studenten. Sie nahmen vier Wochen lang den Johannisfriedhof unter die Lupe und entwickelten Pläne für die Zukunft des historischen Geländes.

Foto:

Robert Schäfer
Autor:
Jann Weber


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