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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Verschrotten wäre billiger gewesen
Zwischenüberschrift:
Alfhauser ließ altes Auto drei Jahre lang im Freien stehen - Zu Geldstrafe verurteilt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück/ Alfhausen. Drei Jahre lang hatte ein Alfhauser seinen alten Renault im Freien von Brennnesseln überwuchern lassen. Die Batterie hatte er ausgebaut, doch Motoröl und Bremsflüssigkeit blieben. Wegen Lagerns gefährlicher Abfälle hat ihn das Landgericht zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt. Zuvor lieferten sich Angeklagter und Staatsanwalt eine hitzige Debatte.
Von Sandra Dorn - „ Der Wagen war technisch top″, beteuerte der Angeklagte. Dieses Auto ist Müll, das ist ein Wrack″, konterte der Staatsanwalt, nachdem er die Beweisfotos gesehen hatte: ein rotes Autodach in einem Meer von Brennnesseln. Drei Jahre lang war der 17 Jahre alte Renault auf dem Gehöft des Angeklagten der Witterung ausgesetzt. Bis ein Nachbar die Polizei rief.
Das Amtsgericht Bersenbrück hatte den Besitzer, einen 50-jährigen Hartz-IV-Empfänger, wegen unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen bereits im November 2010 zu einer Geldstrafe von 700 Euro verurteilt. Der Mann war sich keiner Schuld bewusst und ging in Berufung. Immerhin sei kein Öl ausgetreten, und inzwischen habe er den Wagen für 300 Euro verkauft.
Beim Amtsgericht Bersenbrück soll er angegeben haben, er wolle den Wagen zerlegen und entsorgen. Nun sagte er: Die Batterie war raus, aber ansonsten war der Wagen fahrbereit.″ Sogar eine neue Lichtmaschine habe er eingebaut. Überzeugen konnte er Richterin und Staatsanwalt damit nicht.
Der Wagen war nicht mehr haftpflichtversichert und wurde 2007 zwangsabgemeldet″, betonte der Staatsanwalt. Ein 17 Jahre alter Renault 19 - solch ein Auto sei nichts mehr wert. Den Wagen wieder herzurichten würde den Angeklagten bis zu 3000 Euro kosten, schätzte er. Es sei dem Alfhauser offenbar zu teuer gewesen, das Auto zum Schrottplatz zu bringen, vermutete der Staatsanwalt: Sie lassen das Ding doch nicht drei Jahre lang stehen, um es dann zu verkaufen.″ Doch!″, beharrte der Angeklagte und wollte von dem Begriff Abfall″ partout nichts hören.
Sie sind so was von uneinsichtig, das habe ich schon lange nicht erlebt″, wetterte der Staatsanwalt und bot an, einen Sachverständigen mit der Prüfung des Wagens zu beauftragen. Aber das kann richtig teuer werden″, warnte er. Der Alfhauser verzichtete. Trotzdem: Es sei doch seine Sache, was er damit mache. Aber Sie dürfen das Auto doch nicht in der freien Landschaft abstellen″, so der Staatsanwalt. Dann bringe ich Ihnen mal einen Stapel mit Hinweisen, wo noch mehr solcher Autos stehen. Da können Sie gleich 50 neue Richter einstellen″, konterte der Angeklagte.
Um die Diskussion zu beenden, ließ die Richterin den Polizeibeamten als Zeugen aussagen, der damals den Fall bearbeitet hatte. Er sagte, dass ihm der Wagen schon aus dem Jahr 2007 bekannt gewesen sei. Wir hatten damals die Fahndung aufgenommen, weil das Fahrzeug nicht versichert war″, so der Polizeioberkommissar. Der Angeklagte habe damals angegeben, er habe ihn nicht mehr gefahren und der Wagen sei sowieso Schrott″.
Das Urteil: Die Richterin verwarf die Berufung. Auch wenn kein Motoröl ausgetreten sei - es hätte welches austreten und die Umwelt schädigen können. Das Gericht blieb bei der Einschätzung des Wagens als gefährlicher Abfall″ und verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 500 Euro.

Autor:
Sandra Dorn


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