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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nein zum Einkaufszentrum am Neumarkt
 
Kein Einkaufscenter am Neumarkt
Zwischenüberschrift:
Aber der Weg zur Neugestaltung ist frei - Kein Bussteig mehr vor dem Landgericht
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Am Neumarkt wird es kein Riesen-Einkaufszentrum mit 22 000 Quadratmeter Verkaufsfläche geben. Nach einem interfraktionellen Gespräch am Dienstagabend ging die CDU am Mittwoch als erste Fraktion in die Öffentlichkeit und sagte öffentlich Nein zum Shopping-Komplex. Zugleich bekommen Pläne für die Gestaltung des Platzes eine neue Dynamik.
Auch die anderen Fraktionen gehen auf Distanz zum großen Center. Nicht minder wichtig für die aktuelle Entwicklung am Neumarkt aber ist das Ergebnis eines Verkehrsgutachtens, das den Vertretern der Ratsfraktionen vorgelegt wurde und das einen Durchbruch bedeuten könnte: Kern ist die Neuordnung des Busverkehrs.
Nach Schließung der Neumarkt-Passage ist die Rampe von der Johannisstraße in den Tunnel entbehrlich. Das schafft Platz, um Bussteige vom Landgericht in die Johannisstraße zu verlegen. Andere Bussteige können vor das ehemalige Wöhrl-Gebäude vorschoben werden.
Der erste durchschlagende Effekt: Der Platz vor dem Landgericht wird frei für eine ansprechende Gestaltung. Wenn dann der Investor an der Ecke Möserstraße (heute Café Coppenrath) den geplanten Neubau errichtet, steht der östliche Teil des Neumarkts ganz neu da.
Zweiter Effekt: Der Bussteig vor Ex-Wöhrl wäre zu realisieren, ohne in die Bausubstanz des alten Gebäudes einzugreifen. Damit kann die Stadt die Platzgestaltung angehen, ohne vom Investor für das Einkaufszentrum abhängig zu sein. Der Verkehr kann, wie lange geplant, dreispurig über den Neumarkt rollen. An der Ecke Große Straße/ Neumarkt (vor H& M) könnte das sogenannte Baulos 2 bebaut werden - eine alte Forderung von Immobilien-Fachmann und Neumarkt-Anlieger Theodor Bergmann
CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde und Katharina Pötter (CDU) präsentierten gestern einen Aktionsplan für den Neumarkt, der im Wesentlichen auf diesen Ideen beruht. Sie erteilten zugleich einem Shopping-Center mit 22 000 Quadratmeter Verkaufsfläche eine Absage. Dieses Center, das Bergmann in Kooperation mit möglichen Investoren konzipierte, würde nach Meinung der CDU der Innenstadt und dem Einzelhandel schweren Schaden zufügen. " Bestehendes wird aufgesogen oder vernichtet", sagte Brickwedde. Die CDU hält nach den Worten von Katharina Pötter ein Center mit bis zu 12 000 Quadratmeter für verträglich. Das entspricht etwa der vorhandenen, jetzt zum Teil leer stehenden Fläche im Wöhrl-Komplex und in den angrenzenden Häusern. Der Neumarkt müsse als zentraler Platz reaktiviert werden, ohne den Einzelhandel in der Krahnstraße, am Nikolaiort und am Kamp zu gefährden, so Brickwedde und Pötter. Wichtig sei auch eine " qualitativ hochwertige Nutzung" des ehemaligen Woolworth-Gebäudes am Jürgensort.
Kaum war die Presseerklärung der CDU gestern Nachmittag auf der Homepage der Partei veröffentlicht, reagierte Oberbürgermeister Boris Pistorius (SPD). Es sei " nicht die feine englische Art", Ergebnisse des Verkehrsplaners als eigene Ideen auszugeben, sagte Pistorius an die Adresse der CDU. Die Verwaltung werde das Bebauungsplanverfahren auf der Grundlage des Verkehrsgutachtens fortsetzen und dem Rat im Mai vorlegen. Pistorius hält ein Einkaufszentrum mit 15 000 Quadratmeter Verkaufsfläche am südlichen Rand des Neumarkts für möglich. Diese Größenordnung stehe bislang " unwidersprochen" im Raum. Erst in den vergangenen Monaten hatte Theodor Bergmann ein größeres Center mit Überbauung der Seminarstraße in die Diskussion gebracht. Fraglich sei, ob ein Center mit 12 000 Quadratmetern - von der CDU als Obergrenze genannt - an den Markt zu bringen sei, sagte Pistorius. Für den Platz vor dem Landgericht schwebt ihm ein Gestaltungswettbewerb vor.

Bildtext:

Die Lösung ist so einfach: Weil der Tunnel geschlossen ist, kann die Rampe in der Johannisstraße verschwinden. Das schafft Platz für den Busbahnhof, und die Fläche vor dem Landgericht kann neu gestaltet werden.

Foto:

Michael Hehmann

KOMMENTAR
Unfein

Nicht vergessen: Im September wird gewählt! Und Fritz Brickwedde entpuppt sich in diesen Tagen als gewiefter Wahlkämpfer. Zuerst stürzt er SPD und Grüne mit dem Vorstoß zum Ökostrom im Rat in Verwirrung, jetzt macht er sich öffentlich Erkenntnisse eines Verkehrsgutachtens zu eigen und formuliert daraus einen Aktionsplan der CDU. Das ist nicht sehr fein, und Pluspunkte in der Fairnesstabelle gibt das auch nicht. Schade wäre es, wenn das Vorpreschen der CDU die Beratungen zur Sache belasten würde. Endlich hat es die Stadt in der Hand, den Neumarkt zugestalten. Die Fraktionen dürfen im politischen Ränkespiel dieses Ziel nicht aus dem Auge verlieren auch wenn im September gewählt wird.
w.hinrichs@ noz.de

OSNABRÜCK. Die Politik will kein Einkaufszentrum mit 220 000 Quadratmeter Verkaufsfläche am Neumarkt. Nach einem interfraktionellen Gespräch hat sich die CDU gegen den Shopping-Komplex ausgesprochen, auch die anderen Fraktionen gehen auf Distanz.
Ein Verkehrsgutachten eröffnet neue Wege für die Gestaltung des Knotenpunkts: Nach der Schließung des Neumarkttunnels soll die Rampe in der Johannisstraße einem neuen Bussteig weichen. Damit könnte der Platz vor dem Landgericht grundlegend umgestaltet werden.
Nach den neuen Erkenntnissen lässt sich ein Bussteig vor dem ehemaligen Bekleidungshaus Wöhrl anlegen, ohne das Gebäude zu tangieren. Und vor dem Neumarkt-Carrée (H& M) könnte laut Gutachten problemlos ein weiteres Geschäftshaus errichtet werden.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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