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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Im Unterricht wird das Leben gelernt
Zwischenüberschrift:
Horst-Koesling-Schule feiert ihr 50-jähriges Bestehen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wie schön, dass du geboren bist: Rita feiert ihren 13. Geburtstag und wird besungen und beschenkt. Fotos: Jörn Martens
Wie schön, dass du geboren bist: Rita feiert ihren 13. Geburtstag und wird besungen und beschenkt. Fotos: Jörn Martens
Osnabrück. Rita hat Geburtstag. 13 Jahre alt wird sie. Ihre Klasse in der Mittelstufe der Horst-Koesling-Schule bringt ihr deshalb ein Ständchen. Die Schule für Kinder und Jugendliche mit geistigem Förderbedarf ist exakt 37 Jahre älter. Das Jubiläumsjahr beginnt am morgigen Sonntag mit einem Tag der offenen Tür.
Von Ulrike Schmidt - Vieles ist anders in dieser Tagesbildungsstätte, in der die vielfältig behinderten jungen Menschen ihre zwölfjährige Schulpflicht absolvieren. Die Klassen sind in altersübergreifende Gruppen von höchstens acht Schülern zusammengefasst. Je zwei Pädagogen und mindestens eine Hilfskraft gestalten den Unterricht. Jedes Kind - wie schwer die Behinderung auch immer ist - wird in seinem individuellen Entwicklungsstand angesprochen.
In der Horst-Koesling-Schule gibt es keine Klingelzeichen. " Die Kinder bestimmen selbst den Lernrhythmus", sagt Schulleiter Volker Tews. Nach einer kurzen Pause fügt er an, Studien belegten, dass der selbstbestimmte Lernrhythmus auch für nicht behinderte Kinder von Vorteil wäre. Aber nur in der Horst-Koesling-Schule ist es erlaubt, bei einem geistigen Durchhänger auf dem Flur eine Runde zu kickern.
Der Unterrichtsplan ist auch anders: Rita, die die Mittelstufe (4. bis 6. Schuljahr) besucht, lernt in Mathematik zum Beispiel geometrische Formen und wichtige Verkehrsschilder. In Deutsch geht es darum, Piktogramme und Signalwörter zu verstehen. Der Sachkundeunterricht führt oft hinaus ins Leben: Wie fahre ich Bus? Wie verhalte ich mich als Fußgänger?
" Alle Förder- und Lernangebote sind so abgestimmt, dass der Schüler in seiner ganzen Persönlichkeit angenommen wird, um für ihn wichtige Lernschritte anzubahnen und zu begleiten, fasst es Tews zusammen. Da ist der autistische Junge, der es inzwischen seine Klasse akzeptiert und nicht wie früher einfach nur laut schreit. Oder der kleine Rollstuhlfahrer, der im Unterricht in einen Stehtrainer gestellt wird, damit die Beinmuskulatur etwas zu tun bekommt. Und weil Johan freiwillig nur die linke Hand bewegt, ist um das rechte Armgelenk ein Glockenband gebunden. Damit es Spaß macht, auch mal was mit der Rechten zu tun.
Ein Jahr nach der Gründung der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück (HHO) 1960 wurde an der Ernst-Sievers-Straße die Bildungseinrichtung mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung eröffnet. Heute lernen dort 100 Kinder und Jugendliche. Parallel zum Unterricht erhalten die Schüler Einzelförderung. Musische Fächer haben eine große Bedeutung. Seit vielen Jahren gibt es eine Zusammenarbeit mit der Musik- und Kunstschule, dem Theater und der Zooschule. Seit Kurzem steht auf dem Schulgelände ein Musik- und Kunstcontainer, in dem gesungen und getrommelt wird.
Musiziert wird aber auch im Unterricht. In der Anschlussstufe hat Klassenlehrer Peter Rust mit seinen Schülern ein Lied gedichtet. Björn singt es den Gästen gerne vor: " Wenn ich fröhlich bin, dann hüpf ich wie ein Frosch!"

Autor:
Ulrike Schmidt


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