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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Lehrer-Ansatz nicht verkehrt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Frei laufende Hühner auf einem Bauernhof. Foto: dpa

" Ich als langjährige Vegetarierin möchte dieses dazu sagen: Erst einmal möchte ich zustimmen, dass wir alle mehr Respekt vor anderen Lebewesen haben sollten, und in meiner Familie ist das zumindest ein Grundsatz. Ich halte die Tötung des Kaninchens für einen, wenn auch realitätsfernen, Versuch, den Kindern zu zeigen, dass, wenn Fleisch auf den Teller kommt, vorher auch ein Tier zu Tode gekommen ist. Wie ich es verstanden habe, konnten die Kinder wählen, ob sie bei diesem ? Projekt? anwesend sein wollen. Ich nehme mal an, dass die Eltern vorher darüber unterrichtet worden sind (wenn nicht, ist das eindeutig ein Versäumnis der Schule). Wenn ein solches Projekt an der Schule meiner Tochter angeboten werden würde, würde ich ihr dringend davon abraten, daran teilzunehmen, da ich weiß, wie empfindlich sie darauf reagieren würde. Nichtsdestotrotz finde ich den Ansatz als solchen nicht verkehrt und sollte dazu anregen, vielleicht mal darüber nachzudenken, wie den Kindern (vielleicht mit weniger erschreckenden Bildern) in der Schule nahegebracht werden kann, wenn es nicht von zu Hause aus geschieht, wie wir tatsächlich mit Tieren umgehen! Dass die Kinder wissen, was vorher mit ihren Schnitzeln, Bratwürsten, Hamburgern und Nuggets geschehen ist, bevor sie vor ihnen landeten. Ich glaube, nur dann ist es möglich, die Verhältnisse auch zu ändern. Früher war es zum Beispiel normal, ein paar Hühner zu halten und zu sehen, wie ihnen der Kopf abgehackt wurde; allerdings war der Respekt vor den eigenen Hühnern bestimmt größer als zu einem heutigen Huhn aus dem Maststall. Viele Menschen wollen es einfach nicht sehen und wahrhaben, welche Qualen ein Tier in unserer Zeit bis zu unserem Teller durchleben musste! Die Traumen der damaligen Kinder für die frühere Vorgehensweise halten sich wohl in Grenzen. Dass ein heutiges, ahnungsloses Kind ein Trauma zurückbehält, halte ich unter den gegebenen Umständen durchaus für möglich. Doch dem Initiator des Projekts oder der Schule mache ich deswegen keinen Vorwurf."
Sanne Deinert
Bissendorf
" Voller Hochachtung über das Engagement der Lehrer, die sich dem Thema ? Tod? auf diese Weise genähert haben, las ich den Bericht. An der Fleischtheke denken wir eher an ? schön lecker gebraten? als an Tötungsmethoden von Tieren aus Massentierhaltung. Meines Erachtens haben Hühner, Rinder und Schweine die gleiche Lebensberechtigung wie kuschlige Katzen und Kaninchen! Wo bleibt der Respekt, wenn wir sie einpferchen und mit fragwürdigem Futter, Salz und Wachstumshormonen das Leben verkürzen, damit der Preis stimmt? Für unseren (täglichen!) Fleischkonsum müssen wir nicht mehr töten. Das haben wir längst an die Industrie in Auftrag gegeben. Der Gedanke, dass wir durch eine nahende Weltwirtschaftskrise unter Umständen für den Euro auch an der Fleischtheke nichts mehr bekommen, könnte die weitsichtigen Pädagogen bewogen haben, ihren Schülern die Kleintierhaltung als eine Überlebensstrategie mit auf den Weg zu geben."
Elke Kamphöfener-Krause
Quakenbrück
Autor:
Sanne Deinert, Elke Kamphöfener-Krause


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