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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Jahrestag der Befreiung des Arbeitslagers
Zwischenüberschrift:
Dr. Ute Vergin
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Hasbergen. Genaue Zahlen zu Häftlingen und Todesfällen in Arbeitserziehungslagern gibt es nicht. Allerdings: Die Bedingungen waren noch härter als in Konzentrationslagern, sagte Dr. Ute Vergin. Die Historikerin referierte am Sonntag in der Gedenkstätte unter dem Titel "- - - wurde für die Dauer von acht Wochen in ein Arbeitszuchtlager überwiesen - - -".
Anlass war der 66. Jahrestag der Befreiung des Arbeitserziehungslagers Ohrbeck, wo die Gäste Kranz und Blumen am Mahnmal niederlegten. Dr. Klaus Lang, stellvertretender Vorsitzender der Gedenkstätte, sowie der stellvertretende Landrat Hartmut Nümann hatten zu Beginn die Bedeutung von Erinnerung und Gedenken hervorgehoben. Diese seien " auch Aufklärung und Menschenrechtserziehung", sagte Lang. Wichtige Lernstandorte seien die beiden Gedenkstätten Augustaschacht und Gestapokeller, unterstrich Nümann.
Arbeit als " Pflicht"
Inhaltlicher Schwerpunkt der Gedenkveranstaltung war der Beitrag von Vergin. Ihr Titel bezog sich auf die Standardformulierung auf Karteikarten der Gestapo. In ihrem Beitrag beschäftigte sich die Historikerin aber nicht allein mit den Schicksalen von nach Deutschland verschleppten Arbeitern, sondern beleuchtete auch die Bedeutung von Arbeit in der Ideologie des Nationalsozialismus sowie die rechtliche Stellung von deutschen Arbeitskräften. Einige der Ergebnisse: Arbeit galt als " Pflichterfüllung und Opfergabe für die Volksgemeinschaft". Schon vor Kriegsbeginn wurden die Rechte der Arbeitnehmer deutlich eingeschränkt, da sie gegen ihren Willen auf jede beliebige Stelle versetzt werden konnten. Allerdings: Es gab große Unterschiede zur rechtlichen Situation der Zwangsarbeiter, da die Einheimischen nicht um " Leib und Leben" fürchten mussten.
Vergin arbeitete zudem die Sanktionen bei " Kontaktbruch" heraus. Im schlimmsten Fall drohte den Zwangsarbeitern die Einweisung in ein Arbeitserziehungslager. Hier sollte zwar eine Lagerverordnung einen rechtlichen Rahmen bilden, tatsächlich war aber Willkür Tür und Tor geöffnet: Es konnte misshandelt, gefoltert und gemordet werden, so das Ergebnis von Vergin. Dazu waren Zwangsarbeiter ein einträgliches Geschäft. Die Betriebe zahlten den Tariflohn für ungelernte Arbeiter - an die Gestapo.
Mankell-Theaterstück
Den Abschluss der Gedenkfeier bot das Theaterstück " Butterfly Blues" von Henning Mankell, das die Jugendgruppe " Amigos Bandidos" vom Theater Osnabrück aufführte. Bereits am Vortag hatte es in der Gedenkstätte die Premiere gegeben. Beteiligt sind Jugendliche und junge Erwachsene von Förderschule, Hauptschule und Realschule. Erzählt wird die Geschichte der beiden afrikanischen Frauen Anna und Sarah, die als Flüchtlinge nach Europa kommen.

Bildtext:

Dr. Ute Vergin
Autor:
hmd


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